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Vier Hektar Baustelle

In Hoyerswerdas Neustadt wird ein Viertel neu bebaut, die meisten Häuser mit vorgefertigten Elementen.

Blick in Hoyerswerda vom Haus Scheibe-See vor knapp vier Wochen auf die künftige Paul-Ehrlich-Straße und den ersten Bauabschnitt des Süba-Eigenheimgebiets.
Blick in Hoyerswerda vom Haus Scheibe-See vor knapp vier Wochen auf die künftige Paul-Ehrlich-Straße und den ersten Bauabschnitt des Süba-Eigenheimgebiets. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Eigenheimbaugebiete gibt es einige. Doch das hier in Hoyerswerdas Wohnkomplex Ve, wo sich bis vor einigen Jahren noch zwei Schulen, ein Jugendclub und eine Kindertagesstätte befanden, ist derzeit zumindest im Norden der Landkreise Görlitz und Bautzen wahrscheinlich das größte Baugebiet, das neu erschlossen und praktisch parallel komplett bebaut wird. Die Firma Süba Bauen und Wohnen LBU Lausitz GmbH setzt seit nunmehr dreißig Jahren auf elementiertes Bauen, hat schätzungsweise 800-900 Häuser errichten lassen und verkauft. Vor geraumer Zeit fasste Geschäftsführer Maik Preusche den Plan, dieses vier Hektar große Areal zwischen Schweitzer-, Heim- und Hufelandstraße zu erschließen und zu bebauen. Als die Planungen schon weit gediehen waren, ploppte in der Stadt das Neubauvorhaben der Wohnungsgesellschaft auf, neue Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen errichten zu wollen. Maik Preusche verzichtete auf einen Hektar, der jetzt vom kommunalen Großvermieter bebaut wird. Dessen Haus Scheibe-See ist praktisch fertig, wird im Sommer bezogen. Beim benachbarten Haus Knappensee wurde am Freitag die Decke auf dem ersten Obergeschoss betoniert. Zwei weitere identische Häuser sind geplant.

Die Süba erschließt das gesamte Areal, geht in Vorleistung, beauftragt die entsprechenden Firmen. Die Abwasserleitung wurde in fünf Meter Tiefe als Freispiegelleitung verlegt. Geheizt wird künftig mit Fernwärme. Wasser, Elektro, Glasfaserkabel – die Leitungen liegen im öffentlichen Raum für das gesamte Baugebiet, das neben den vier Wohnungsgesellschaftshäusern zwei Süba-Bauabschnitte umfasst.

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Während die Leitungen schon liegen, wird die ein Kilometer lange Straße in zwei Abschnitten gebaut. Im ersten sind die Borde weitgehend gesetzt, schon etliche der 14 straßenbegleitenden Stellplätze gepflastert. Im Mai soll der Asphalt eingebaut werden. In Corona-Zeiten bleibt Maik Preusche im Konjunktiv. Niemand weiß, ob eine Firma für ein paar Tage schließen muss oder ein Zulieferer. Noch läuft alles, obwohl schon mehr zu organisieren und abzusichern ist als früher. Alles in allem arbeitet die Süba mit rund zehn Firmen zusammen.

Zwei bewährte Haustypen bietet der Bauträger hier an: Das S 570 BP mit 100 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Etagen und das S 570 AP mit 140 Quadratmetern auf drei Etagen. Oben dann mit Studio und Terrasse. Aktuell ist es so, dass die allermeisten Käufer auf Eigenleistungen weitgehend verzichten. Also wird schlüsselfertig, bezugsfertig gebaut, auch die Außenanlagen werden mit gemacht – Stellplatz, Garage, Carport, vieles ist möglich. Letztlich alles eine Frage des Geldes. Aber bei den Zinsen …In jedem Fall sind es Doppelhäuser. Für die 18 Einheiten des ersten Bauabschnittes sind es also neun Bodenplatten. Ist ein Haus verkauft, werden beide Hälften hochgezogen. An einem Doppelhaus direkt an der Heimstraße kann man schon die sandfarbene, bräunliche Farbgestaltung erkennen. In der Mitte des Baugebietes soll es ein wenig anders aussehen. Am Westrand des Baugebietes wird derzeit an vier Einheiten gleichzeitig gebaut. Am heutigen Montag werden die Fertigteilelemente für die nächste Einheit geliefert. Produziert werden sie von Menzel Betonbausysteme in Großthiemig bei Ortrand. Die Süba setzt auf Firmen aus der Region.

Und die Nachfrage nach den Häusern samt der 350 bis 550 Quadratmeter großen Grundstücke ist da. Da sind Hoyerswerdaer, die sich den Wunsch vom eigenen Heim erfüllen und auch Rückkehrer, die auf ein solches Angebot gewartet haben. Aktuell ist laut Maik Preusche von jedem der zwei Hausgrößen noch eins zu haben. Auch in Corona-Zeiten könne man miteinander reden. Im zweiten Bauschnitt sind 34 Einheiten, also 17 Doppelhäuser geplant. Ende Mai, Anfang Juni sollen die ersten Häuser des ersten Abschnitts an die Kunden übergeben werden. Die kennen zwar schon ihre neue Straße, aber noch nicht die Hausnummer. Das muss wohl erst noch per Stadtratsbeschluss abgesegnet werden. Maik Preusche hofft, dass es da keinen Verzug gibt. Im kommenden Jahr geht es bei Maik Preusche mit dem zweiten Bauabschnitt weiter und die Wohnungsgesellschaft investiert dann auch wieder eine Million Euro in ihr drittes See-Haus.

Die Erschließungsstraße wird gut einen Kilometer lang sein. Die Asphaltierung ist für den Mai geplant.
Die Erschließungsstraße wird gut einen Kilometer lang sein. Die Asphaltierung ist für den Mai geplant. © Foto: Uwe Schulz
Vorn eine Süba-Doppelhaus mit dem aktuellen Farbkonzept, hinten Haus Scheibe-See der Wohnungsgesellschaft.
Vorn eine Süba-Doppelhaus mit dem aktuellen Farbkonzept, hinten Haus Scheibe-See der Wohnungsgesellschaft. © Foto: Uwe Schulz
Ein neues Viertel entsteht. Entsprechend erneuerte öffentliche Gehwege würden die Sache abrunden.
Ein neues Viertel entsteht. Entsprechend erneuerte öffentliche Gehwege würden die Sache abrunden. © Foto: Uwe Schulz

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