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Hoyerswerda

Vier Jahre von der Idee bis zum Umzug

Wittichenauer Kinder freuen sich auf ihr neues Domizil. In dem gilt ein familienorientierter Ansatz.

Erst in zwei Wochen werden sie hier einziehen. Am Freitag haben die Kinder schon mal zur Inbetriebnahme der neuen Kita gesungen.
Erst in zwei Wochen werden sie hier einziehen. Am Freitag haben die Kinder schon mal zur Inbetriebnahme der neuen Kita gesungen. © Foto: Angela Donath

Von Angela Donath

Blaue Überzieher für die Schuhe waren am Freitag Pflicht bei der feierlichen Inbetriebnahme des neuen Kinderhaues in Wittichenau. Bürgermeister Markus Posch (CDU) hatte all jene eingeladen, die zum Gelingen dieses schönen, neuen, lichtdurchfluteten Hauses ihren Beitrag geleistet hatten. Unter den Gästen waren Bauplaner, bauausführende Firmen, Stadträte, Vertreter der Kirche, Nachbarn und auch eine kleine Abordnung der künftigen Nutzer, bestehend aus Kindern und deren Erzieherinnen.

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Viele Eltern hatten die neue Kita bereits am Vorabend in Augenschein genommen. Jetzt freuen sich alle gemeinsam auf den 2. März, dann erfolgt die echte Inbetriebnahme, 215 Kinder werden dann in ihrem neuen Haus spielen und lernen dürfen.

Gespräch vor vier Jahren

„Es ist fast auf den Tag genau vier Jahre her, als ich bei einem Gespräch im Pfarrhaus vorgeschlagen hatte, dass wir als Stadt die neue Kindertagesstätte in eigener Verantwortung realisieren. Ich bin nicht rausgeschmissen worden“, erinnert sich Markus Posch und Pfarrer Dr. Wolfgang Krešák lächelt. 

Das katholische Kinderhaus Jakubetzstift war zu diesem Zeitpunkt längst an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen, ein Neubau war unumgänglich. Rund vier Millionen Euro wurden für die Kinder investiert. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Kita-Leiterin Therese Hörauf freut sich auf Licht, Luft und Sonne, auf Frühstück im Freien auf der Terrasse, auf die Hortküche, auf Personalräume und überhaupt auf alles. „Die Kinder haben hier beste Bedingungen zum Wachsen“, sagt sie und fügt hinzu: „Die Jüngsten werden ja fast zehn Jahre lang in dieses Haus kommen. Das ist ein langer Zeitraum in einem Kinderleben, mehr als die Hälfte.“ Ihren Dank richtet sie an Bürgermeister Posch und an den Bauamtsleiter Stephen Rachel. „Danke für Ihren Mut und danke auch dafür, dass wir unsere Vorstellungen mit in die Planungen einfließen lassen durften. Sie hatten immer ein offenes Ohr für uns.“

Stephen Rachel nimmt das Lob erfreut entgegen. „Ja, die Anstrengungen haben sich gelohnt und auch die Diskussionen, die mitunter zwischen Planer, Firmen und auch den Nachbarn notwendig waren. Es war nicht immer ganz leise“, so Rachel. Gleichzeitig wirft er die sicher nicht ganz ernst gemeinte Frage in den Raum, wie er selbst und seine Kollegen in der Stadtverwaltung künftig ihren Arbeitstag verbringen werden. 

Ruhe für zweieinhalb Wochen

Bürgermeister Posch verspricht Ruhe, allerdings nur bis zum 2. März. Der Baulärm geht ab diesem Tag in fröhliches Kinderlachen über, die Betriebserlaubnis vom Landesjugendamt ist bis dahin hoffentlich eingetroffen und im Rathaus geht es an die Abrechnung der Fördermittel.

Inzwischen haben sich die Kinder zu einem kleinen Chor aufgestellt, zwei Lieder als Dankeschön werden versprochen. „Wir wollen aufstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen, miteinander umzugehen“, singen sie mit Begeisterung. Den Segen spricht Pfarrer Dr. Krešák, er führt dann den Liedgedanken weiter. „In diesem Haus wird nach familienorientiertem Ansatz gearbeitet. Das heißt, Kinder zwischen drei und sechs werden den Tag, so wie in einer Familie, zusammen verbringen. In einer Familie sind auch nicht alle Geschwister gleichaltrig. Größere helfen den Kleinen, beim Schuheanziehen, beim Essenauftragen – und überhaupt.

In Wittichenau werden solche Werte gelebt. „Wir sagen hier „Ja“ zur Familie und „Ja“ zur Ehe. Wittichenau ist so an Kindern reich gesegnet. 

Größte Investition ist Geschichte

 Über 200 Kinder können ab dem 2. März ihre neue Kindertagesstätte besuchen. Hier ist Platz für 45 Krippenzwerge, 100 Kitakinder und 70 Hortkinder.

Beim Tag der offenen Tür im April werden alle ihren Platz in der neuen Umgebung gefunden haben. Dann werden den Eltern und Großeltern die neuen Lieblingsecken und das neue Spielzeug gezeigt, und, wenn alles nach Plan läuft, sogar schon die Spielplätze auf dem Rasen unter den schönen Bäumen genutzt. Vier Jahre sind seit dem eingangs erwähnten Gespräch im Pfarrhaus ins Land gegangen. Der Stadtrat sprach sich im April 2016 für den Neubau aus, die Planungen begannen 2017 und der erste Spatenstich erfolgte 2018. Jetzt ist die aktuell größte Investition der Stadt Wittichenau fertiggestellt. „Eine Maßnahme dieser Größenordnung haben wir nicht so oft und in naher Zukunft sicher auch nicht wieder“, schätzt Bauamtsleiter Stephen Rachel ein.“

Aber wer weiß das schon so genau?