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Hoyerswerda

Vier Männer und eine Trompete

Ein Rückblick in die Geschichte zum 60. Geburtstag des Spreewitzer Posaunenchores.

Der Posaunenchor Ostern vor der Kirche Spreewitz – mit Michele Poethe (14, Tenorhorn -links-), Reinhard Ziesche (77, Gründungsmitglied, Zugposaune -rechts-), Werner Reeb (65, über 50 Jahre Mitglied, seit 2010 Leiter, Trompete, 3. v. re.), Günter Schulze (
Der Posaunenchor Ostern vor der Kirche Spreewitz – mit Michele Poethe (14, Tenorhorn -links-), Reinhard Ziesche (77, Gründungsmitglied, Zugposaune -rechts-), Werner Reeb (65, über 50 Jahre Mitglied, seit 2010 Leiter, Trompete, 3. v. re.), Günter Schulze ( © Foto: Marlen Waschnick

Von Horst Kruscha

Spreewitz. Der Posaunenchor Spreewitz existiert nun schon 60 Jahre und wird mit festlichen Auftritten an diesem Wochenende dieses Jubiläum würdig begehen.

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Wie begann es 1959, also vor 60 Jahren? Der 77-jährige Reinhard Ziesche erinnert sich noch, dass auf Initiative von Diakon Spazinski damals dieser Chor gegründet wurde – mit vier musischen Anfängern: „Wir hatten von Tuten und Blasen wenig Ahnung“, so Ziesches Rückblick. Vier Mann und zunächst nur eine Trompete. Die wurde herumgereicht und jeder versuchte, ein paar Töne zu blasen. Die Landeskirche beschaffte schließlich Instrumente. Es wurde intensiv geprobt und schließlich folgte beim Sommerfest 1960 der erste öffentliche Auftritt mit Posaunenchören des Kreises Hoyerswerda mit dem Lied „Großer Gott, wir loben Dich“.

Mit 10 000 Bläsern im Zentralstadion

1970 kamen Bläser aus dem Spremberger Umland hinzu. Der jetzige Leiter des Chores, Werner Reeb (65), ist seit 1967 dabei, also auch schon über 50 Jahre ein aktiver Bläser. Zu jener Zeit gab Pfarrer Dieter Mittelhaus mit der Aufnahme von sieben neuen Mitgliedern entscheidende Impulse für die weitere Entwicklung des Chores. Damals wirkten über 15 Bläser mit, einige sogar aus dem Spremberger Umland. Es wurde zu Gottesdiensten, kirchlichen Feiertagen, zu Beerdigungen oder zu privaten Anlässen gespielt. Werner Reeb kann sich daran erinnern, mehrmals zu den Evangelischen Kirchentagen in Görlitz dabei gewesen zu sein. Ein Höhepunkt für die Spreewitzer war die Teilnahme am Evangelischen Posaunentag 2008 in Leipzig. „Wir spielten zum Abschlussgottesdienst gemeinsam mit 10 000 Bläsern im Zentralstadion“, so die Erinnerung von Werner Reeb.

Seit 2003 sind im Terminkalender zum Jahresende das Adventsblasen in Neustadt/Spree, in Spreewitz und in Zerre schon zur Tradition geworden. Mit dem Posaunenchor aus Hornow (bei Spremberg) gibt es seit 2010 ein Miteinander – beim Maibaumwerfen in Spreewitz, dem Treckerkongress in Zerre und dem Mühlentag in Hornow. Einen unvergesslichen Auftritt absolvierten die Spreewitzer bei der Einweihung des Feuerwehrgerätehauses in Burg im Februar 2014: als historische Feuerwehrkapelle.

Gegenwärtig musizieren im Posaunenchor acht Bläser und Bläserinnen. Interessierte sind herzlich willkommen. „Wir brauchen Nachwuchs. Schließlich wollen wir mal 75 Jahre Bestehen feiern“, so Reeb. Probentag ist jeden Dienstag.