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Vier Monate weniger Haft

Der Zittauer, dem 20 Straftaten vorgeworfen wurden, sorgt für eine Abkürzung des Verfahrens.

©  dpa (Symbolbild)

Die anfänglich sehr umfangreiche Berufungsverhandlung gegen den Zittauer Kevin G. (34) konnte nun doch abgekürzt werden. Zunächst wurden fünf Verhandlungstage ansetzt, an denen 33 Zeugen gehört werden sollten. Elf davon sollten schon am ersten Prozesstag aussagen. In der Verhandlung ging es um das vom Zittauer mit Rechtsmitteln angegriffene Urteil des Görlitzer Amtsgerichts vom Dezember letzten Jahres. Damals war er zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten verurteilt worden. Das Urteil begründete sich auf mehr als 20 Straftaten. Insbesondere Hausfriedensbrüche, Sachbeschädigungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Widerstand gegen Vollzugsbeamte und Diebstahl.

In der Berufungsverhandlung räumt er ein, die Straftaten unter Einfluss von Alkohol und Betäubungsmitteln begangen zu haben. Und er will, dass bei ihm eine rechtliche Einordnung dahingehend erfolgt, dass er aus der derzeitigen Haft entlassen wird und eine Langzeittherapie anfangen kann. Dazu ist aber eine bestimmte Formulierung im Urteil notwendig. Das Amtsgericht hatte die in seinem Urteil nicht einbezogen. Vielleicht auch deshalb nicht, weil G. erst im Sommer 2017 aus einer Entziehung entlassen wurde und er kurze Zeit später etliche der angeklagten Taten begangen hatte. Nach längerer Diskussion unterbrach der Vorsitzende die Verhandlung. Nach der Unterbrechung stimmte der Angeklagte zu, die Berufung auf das Strafmaß zu beschränken. Deshalb mussten keine Zeugen mehr gehört werden. Das Bundeszentralregister des Zittauers  beinhaltet bis zum jetzigen Zeitpunkt 16 Einträge. Seit 2002 sammelte er auch Hafterfahrung. Der zur Berufungsverhandlung geladene Sachverständige bezeichnete den Angeklagten als jungen Mann, dem die Schulausbildung sehr schwer fiel und der schon seit dem 14. Lebensjahr dem Alkohol zusprach. Daraus ist dann eine Abhängigkeitserkrankung entstanden. Dazu kam auch noch Drogenkonsum. Der Sachverständige geht davon aus, dass bei einigen Taten die Steuerungsfähigkeit des Zittauers stark vermindert war. Nach den Ausführungen des Sachverständigen wurde die Beweisaufnahme geschlossen. 

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In ihrem Plädoyer forderte die Verteidigung eine geringere Freiheitsstrafe, die sie in das Ermessen des Gerichts stellte. Sie verband damit die Bitte und Erwartung, dass das Gericht mit der Maßgabe entscheidet, dass ihr Mandant die Möglichkeit bekommt, seine Therapie so schnell wie möglich antreten zu können. Die Staatsanwaltschaft führt dazu aus, dass die Abhängigkeitserkrankung schon seit vielen Jahren besteht und die Einzelstrafen durchaus tat- und schuldangemessen sind. Der Angeklagte selbst erklärte, dass er die Therapie durchführen und seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin verlegen möchte. 

Nach der Beratung und unter Berücksichtigung des Gutachtens des Sachverständigen verkündete der Vorsitzende das Urteil. Im Namen des Volkes hob der Vorsitzende der Berufungskammer das Urteil des Görlitzer Amtsgerichts auf und verurteilte Kevin G. zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von 28 Monaten. Das Urteil wurde noch im Gerichtssaal rechtskräftig. 

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