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Vier Retter für den Bismarckturm

Für das Denkmal könnte es bald wieder regelmäßige Öffnungszeiten geben. Doch das braucht noch mehr Unterstützer.

© SZ Thomas Eichler

Von Romy Kühr

Die Frühlingssonne lacht, Spaziergänger wagen sich wieder nach draußen – auch an den Bismarckturm in Neugersdorf. Dort, auf einem der höchsten Punkte der Stadt, gibt es eine schöne Grünanlage und eben den Aussichtsturm. Den finden Spaziergänger allerdings verschlossen vor.

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Doch es besteht Hoffnung. Engagierte Neugersdorfer wollen jetzt einen Förderverein für den Turm gründen. Der Grund: „Nur so haben wir als Ehrenamtliche Versicherungsschutz“, schildert Wolfgang Fiedler. Er ist einer von den Freiwilligen, die in den vergangenen Jahren regelmäßige Öffnungszeiten am Bismarckturm abgedeckt haben. Anfangs waren sie über eine geförderte Maßnahme bei der Stadt beschäftigt. Als die beendet war, fiel der Versicherungsschutz weg. „Der ist für uns aber wichtig“, so Fiedler. Gern wollen er, seine Frau sowie Bettina Karp und Volker Döring, die sich ebenfalls um den Bismarckturm kümmern, das auch weiterhin tun. Aber eben in einem einwandfreien rechtlichen Rahmen.

Den bietet ein Förderverein. Um dessen Gründung und die Zukunft des Turmes mit anderen Neugersdorfern zu diskutieren, hatten die Fiedlers, Frau Karp und Herr Döring Ende März zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die Resonanz ist mager gewesen, berichtet Wolfgang Fiedler. Nur etwa ein Dutzend Interessierte fanden sich dazu ein. Dennoch ist Fiedler recht zufrieden. Alle hätten zumindest ihre Bereitschaft signalisiert, nach ihren Möglichkeiten mitzuhelfen. Der Verein würde mit seinen Mitgliedern regelmäßige Öffnungszeiten abdecken und Besuchern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Dafür sucht das Team vom Bismarckturm noch weitere Mitstreiter. Zwar hätten sich auf der Infoveranstaltung genügend Interessenten gefunden, um rein formell einen Verein zu gründen. „Das reicht aber nicht, um regelmäßig da zu sein.“ In erster Linie müssten Interessenten sich bereiterklären, sonnabends, sonntags und an Feiertagen gelegentlich Öffnungszeiten zu übernehmen und am Turm vor Ort zu sein. Genügend Mitstreiter sind die eine Seite. Die Bürokratie die andere. Bis zur tatsächlichen Vereinsgründung muss noch einiges geregelt werden. Zurzeit arbeiten Wolfgang Fiedler und seine Mitstreiter eine Satzung für den neuen Verein aus. Auch ein Nutzungsvertrag mit der Stadt muss vereinbart werden. Denn der Turm bleibt Eigentum der Stadt Ebersbach-Neugersdorf.

In der Diskussion habe sich daher auch die Frage gestellt, berichtet Fiedler, wie viel Interesse die Stadtverwaltung an der Öffnung des Turms hat. Denn auf einen Vertreter der Stadt warteten die Bismarckturm-Freunde bei ihrer Diskussionsrunde vergeblich. Lediglich ein Stadtratsmitglied habe sich eingefunden. Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos) begrüßt das Engagement der Gruppe und die geplante Vereinsgründung, sagt sie auf Nachfrage der SZ. Natürlich wolle die Stadt den Bismarckturm erhalten und Neugersdorf-Besuchern den Aufstieg ermöglichen. „Die Stadt kann das aber personell nicht abdecken.“ Zwar sei die Verwaltung bestrebt, auch freiwillige Aufgaben, zu denen der Bismarckturm gehört, anzugehen und dafür Lösungen zu finden. Zurzeit stehe das aber aus finanziellen Gründen hinten an.

Davon betroffen ist auch ein anderer Aussichtsturm: der auf dem Schlechteberg. Er ist wegen Baumängeln nicht mehr begehbar. Die Stadt will einen Gutachter beauftragen, der feststellt, was die Reparatur kosten würde. Die Auftragsvergabe stand schon auf der Tagesordnung im Stadtrat, wurde aber wieder abgesetzt. „Wir haben noch keinen beschlossenen Haushalt. Erst, wenn das der Fall ist, können wir so etwas angehen“, begründet Frau Hergenröder.

Für den Bismarckturm sieht es allerdings dank der ehrenamtlichen Initiative nicht ganz so düster aus. Leben soll es weiterhin rund um den Turm geben. Ob mit oder ohne Verein – das selbst ernannte Bismarckturm-Team will dieses Jahr wieder drei Veranstaltungen auf dem Gelände organisieren. So soll es ein Frühlingsfest geben, das Team wird mit dem Turm am Tag des offenen Denkmals teilnehmen sowie an der Aktion Lebendiger Adventskalender.

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