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Vier schlafende Polizisten für Ullrichsberg

Eine Fahrbahnschwelle hat der Ortsteil schon lange. Die nächste legen die Bauleute gerade an. Ob das den Verkehr beruhigen kann?

Weil in Ullrichsberg eine Fahrbahnschwelle in die Ortsdurchfahrt eingebaut wird, ist die schmale Straße im Moment gesperrt.
Weil in Ullrichsberg eine Fahrbahnschwelle in die Ortsdurchfahrt eingebaut wird, ist die schmale Straße im Moment gesperrt. © Dietmar Thomas

Roßwein. Theoretisch könnten die Einwohner im beschaulichen Ort Ullrichsberg mit ihrer Wohnlage zufrieden sein. So ist es aber nicht.

Die Grundstücke reihen sich zu beiden Seiten einer schmalen Straße, die es unmöglich machen sollte, dass Autos dort viel zu schnell fahren und sich Pkw und Laster begegnen. Denn an beiden Ortseingängen steht eine Tonnagebegrenzung. Doch die Praxis sieht anders aus.

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„Es fließt eine Menge Verkehr hier durch“, sagt Anwohner Frank Morgenstern. Zum einen werde die Ortsdurchfahrt von Fahrzeugen aller Art als kurze Verbindung zum Gewerbegebiet Goldene Höhe und zum anderen zur Autobahnanschlussstelle in Döbeln genutzt. „Das ist anstrengen und gefährlich“, so Morgenstern. Verkehrskontrollen hätten bislang wenig gebracht. Deshalb habe sich die Dorfgemeinschaft an den Bürgermeister gewandt.

Die Absprachen liegen Monate zurück. Jetzt wird gebaut – an einem von insgesamt vier sogenannten schlafenden Polizisten. Das sind Fahrbahnerhöhungen, in diesem Fall durch Aufpflasterungen erreicht. „Die Arbeiten daran werden noch abgeschlossen“, so Bauamtsleiter Dirk Mehler. „Die restlichen drei werden erst im nächsten Jahr errichtet, je nach Witterung und, wie die Baufirma die Arbeiten eintakten kann.“ Eine Fahrbahnschwelle gibt es schon seit Jahren, und zwar am Ortseingang aus Richtung Haßlauer Straße/Klinge.

Die Anwohner erhoffen sich davon eine Verkehrsberuhigung. Der Bauamtsleiter ist skeptisch. Aus seiner Sicht wären Kontrollen durch die Polizei hilfreich. Denn viele der Laster hätten in Ullrichsberg nichts zu suchen – weil sie eben keine Möbel oder Heizöl zu den Anwohnern bringen.

„Ein Problem dürfte sein, dass viele Lkw-Fahrer Navigationssysteme benutzen, die für Pkw bestimmt sind“, so Mehler. Und habe sich erst einmal ein Lastwagen auf die schmalen Straßen nach Ullrichsberg begeben, dann gebe es für ihn kein Zurück – als keine Möglichkeit zum Wenden – mehr.

Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) hat sich abgesichert, ehe er den Auftrag für die Pflasterarbeiten ausgelöst hat. Das kommt nicht von ungefähr. Schließlich ist es für die Kommune relativ teuer gewesen, einen solchen schlafenden Polizisten in Gleisberg wieder zurückzubauen.

Auf einer reinen Anliegerstraße hatte dort genau wie in Ullrichsberg der Wunsch bestanden, der vermeintlichen Raserei mit einer Fahrbahnschwelle entgegenzuwirken. Das hat sich nicht bewährt. Die Schwelle wurde umfahren. Die unmittelbaren Nachbarn beklagten sich über Abbrems- und Anfahrgeräusche. Sollte Ähnliches in Ullrichsberg passieren, gibt es Regelungen zur Rückbaufinanzierung, so Lindner. Die habe er sich von den Anwohnern unterschreiben lassen.

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