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Vier Siege und einmal Ärger

Pirnas Fußball-Trainer Frank Paulus kann mit dem Saisonstart seiner Elf zufrieden sein, obwohl er einige Ausfälle kompensieren muss.

Musste in der neuen Spielzeit wettbewerbsübergreifend erst eine Niederlage verbuchen: Copitz-Coach Frank Paulus.
Musste in der neuen Spielzeit wettbewerbsübergreifend erst eine Niederlage verbuchen: Copitz-Coach Frank Paulus. © Marko Förster

In der Fußball-Landesliga steht der 4. Spieltag an. Der VfL Pirna-Copitz ist dabei am Sonnabend ab 15 Uhr in Markkleeberg zu Gast. Die Mannschaft von Trainer Frank Paulus ist mit zwei Pokalerfolgen und zwei Punktspielsiegen (bei einer Niederlage) hervorragend gestartet. Vor der Partie im Sportpark Camillo Ugi stellte sich der 41-jährige Coach zum Gespräch.

Herr Paulus, mit dem Saisonauftakt können Sie sehr zufrieden sein – oder ärgert Sie die 1:2-Heimniederlage gegen Mittweida immer noch?

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Hätten Sie mir vor dem Punktspielstart gesagt, dass wir nach drei Spieltagen sechs Zähler auf dem Konto haben, hätte ich das unterschrieben. Trotzdem ärgere ich mich über die Niederlage gegen Mittweida. Germania spielt nicht den Fußball, wie ich ihn liebe. Aber sie haben Erfolg damit. Auch andere Teams haben Probleme mit diesem Kick and Rush. Es führen mehrere Wege nach Rom, und Mittweida hat für sein Personal offensichtlich den richtigen gefunden.

Die ersten beiden Pokalrunden wurden bei Teams aus der Landesklasse souverän überstanden. Jetzt wartet die SG Striesen. Ihre Einschätzung zu dieser Auslosung?

Wir wollen unbedingt ins Achtelfinale. Natürlich hätte auch ich gern zu Hause vor einer ordentlichen Kulisse gegen Chemie Leipzig gespielt, so wie unser Liga-Kontrahent Bautzen. Nun wollen wir uns die Chance auf den Vergleich mit einem höherklassigen Verein erhalten – daher müssen wir anders auftreten als vor einem Jahr in Striesen.

Welche Erinnerungen haben Sie an das Duell im September 2018?

Nach 90 Minuten stand es 2:2, nach 120 Minuten auch. Horst Rau und Florian Kärger erzielten jeweils zwei Tore, darunter waren drei Strafstöße. Das Elfmeterschießen verloren wir mit 3:4. Bitter.

Im VfL-Tor stand damals Philipp Nufer. War es ein Fehler, den jungen Mann in der Sommerpause zum Liga-Kontrahenten Radebeuler BC ziehen zu lassen?

Sie spielen sicher auf die aktuelle Verletzung von Stammkeeper Ron Wochnik an, der sich den Finger gebrochen hat. Fakt ist, dass wir Philipp unbedingt halten wollten. Der Konkurrenzkampf mit Ron war wichtig und leistungsfördernd. Beide haben sich gut ergänzt und mussten sich immer wieder strecken. Aber Philipp wollte sich diesem Duell nicht mehr stellen.

Und nun?

Jetzt haben wir Franz Schuster, der aus dem Nachwuchsbereich aufgerückt ist, ins kalte Wasser geworfen. Und ich muss meinen Hut ziehen, wie er mit seinen 19 Jahren die Herausforderung angenommen hat und den Job bisher tadellos ausübt.

Wie schwer wiegt der Ausfall von Neuzugang Philip Heineccius, der aus Wilsdruff kam, aber noch kein Pflichtspiel für den VfL bestreiten konnte?

Er fehlt uns, zumal Robert Kluttig aufgrund seiner Hüftprobleme die Laufbahn beenden muss. Philip war als erfahrenes und spielerisch starkes Element für unser Offensivspiel vorgesehen. Er kann die Bälle in die Schnittstellen spielen und selbst torgefährlich werden. Aber ich muss an dieser Stelle gleich anmerken, dass John-Benedikt Henschel, der zurzeit als sogenannter hängender Zehner agiert, einen Riesenjob macht. Er ackert unermüdlich und hilft uns enorm weiter.

Wann wird Heineccius zurückkehren und wie geht es Richard Scykalka?

Ich denke, Philip kann frühestens Mitte Oktober wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Richard hat sich im Heimspiel gegen Bautzen einen Zehenbruch zugezogen. Der Arzt meinte, es wird bis zu sechs Wochen dauern, bevor er wieder am Ball sein wird. Sehr bedauerlich, weil er sehr gut drauf war und unsere Offensive belebt hat.

Die Neuzugänge Philipp Kötzsch und Eric Ranninger haben einen Stammplatz erkämpft. Was zeichnet sie aus?

Philipp ist ein Leader. Es war ja kein Zufall, dass er in den letzten Jahren in der Regionalliga beim VfB Auerbach und in Bischofswerda Kapitän war. Er tut der Truppe sehr gut, hat seine Rolle als Führungsspieler angenommen und marschiert voran. Eric gibt uns als Innenverteidiger viel Sicherheit, ist schnell und antizipiert viele Bälle. Durch sein starkes Stellungsspiel entschärft er mögliche brenzlige Situationen frühzeitig.

Neuer Kapitän bei Ihrem Team ist Tim Bergmann. Warum hat Sebastian Scholz das Amt abgegeben?

Keine große Geschichte. Ich lasse die Spieler vor der Saison wählen, und die haben sich für Tim entschieden. Sebastian gehört aber weiter dem Mannschaftsrat an, der durch Ron Wochnik, Philipp Kötzsch und Richard Scykalka ergänzt wird.

Die Markkleeberger warten noch auf den ersten Punktspielsieg. Ist Ihre Elf damit am Sonnabend der klare Favorit?

Sicher nicht. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass wir in den letzten Jahren in Markkleeberg nie gut ausgesehen haben. Aber in Großenhain war das ähnlich und diesmal haben wir dort gewonnen. Daran werde ich meine Jungs erinnern. Wir wollen die drei Punkte mit nach Hause nehmen.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.

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