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Sebnitz

Vier Sterne fürs Landhotel Zum Erbgericht

Das Stolpener Baudenkmal ist saniert und der Gast bekommt mehr Service. Die vier Sterne sind aber nicht die einzige Auszeichnung.

Nicht nur die Küche von Philipp Haufe im Landhotel Zum Erbgericht überzeugt.
Nicht nur die Küche von Philipp Haufe im Landhotel Zum Erbgericht überzeugt. © Archiv: Marko Förster

Im beschaulichen Heeselicht, einem Ortsteil von Stolpen, hat sich Familie Haufe aufgemacht, ein zukunftsfähiges Hotel zu schaffen. Und dafür wurde dem Team unlängst der vierte Stern durch die Dehoga verliehen.

Die Branche schläft nicht und deshalb war es wohl auch jetzt der richtige Zeitpunkt, in das denkmalgeschützte Haus zu investieren. Dass dies nicht nur Geld, Nerven und auch jede Menge Zeit kostet, davon können Silke und Karsten Haufe, die Chefs, viel berichten. Bereits 2016 stand der Plan, das Haus zu sanieren. Zwar wurde in den Jahren 1992 und 2007 schon einmal umgebaut. Doch die Anforderungen an moderne Hotelstandards und die Wünsche der Gäste bleiben nicht stehen. Und deshalb standen Karsten Haufe und seine Frau Silke vor der Frage: umbauen oder nicht? „Meine beiden Söhne haben signalisiert, dass sie durchaus mit einsteigen wollen. Deshalb haben wir entschieden, das Hotel auf den neuesten Standard zu bringen“, sagt Karsten Haufe. Das bedeutet allerdings auch, zum Beispiel Brand- und Denkmalschutz unter einen Hut zu bringen. Und das war gar nicht so einfach bei einem Haus, das seit 1864 steht. Deshalb dauerte es auch bis 2018, bis alle Genehmigungen vorgelegen haben und der Umbau starten konnte. Der hatte so seine Ecken und Kanten. Und Karsten Haufe ist froh, dass er mit der Firma HTS Sebnitz einen kompetenten Generalauftragnehmer gefunden hatte. Das habe sich als Glücksgriff erwiesen. Denn während der Bauphase habe es fast wöchentlich Neuigkeiten gegeben, mal positive, mal negative. Und das hieß Planänderung. So musste zum Beispiel der Fahrstuhl zweimal versetzt werden, bevor der Denkmalschutz sein Ja gegeben hatte.

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Nach erfolgtem Umbau können sich Silke und Karsten Haufe (Mitte) über den vierten Stern von Dehoga-Chef Thomas Pfenniger (3.v.r.) freuen.
Nach erfolgtem Umbau können sich Silke und Karsten Haufe (Mitte) über den vierten Stern von Dehoga-Chef Thomas Pfenniger (3.v.r.) freuen. © Daniel Schäfer

Eins griff ins andere. „Und da stellt sich nicht die Frage, ob wir es wollen. Es musste ganz einfach gemacht werden. Die Frage war eher, wie es geht und wie es auch zeitlich passt, für uns und für die Baufirmen“, sagt Karsten Haufe. Ab der Decke über dem Gastraum wurde alles entkernt. Und darunter lief der Restaurantbetrieb weiter. Die nächste Herausforderung. „Wir konnten aber die Gaststätte nicht schließen, sonst hätten wir das Personal entlassen müssen. Und so ein gutes Team findet man nicht gleich wieder“, so Hotelier Haufe. Deshalb wurden unten die Gäste weiter bedient und oben wurde gebaut. Die zwölf Zimmer wurden größer, die Bäder haben nun alle ein Fenster. Das wichtigste in Zeiten der Klimaerwärmung: Jedes Zimmer hat eine Klimaanlage. Mehr noch, das komplette Haus wurde im Zuge der Sanierung klimatisiert. Wenn schon Umbau, dann richtig. Und so wurde auch an der Innenausstattung vieles verändert – das Werk von Silke Haufe. Und das alles zusammen mit dem Bauprojekt braucht dann eben seine Zeit. Von der geplanten Wiedereröffnung Anfang 2019 wurde nichts.

Im Juni war dann jedoch alles soweit, das der Hotel- und Gaststättenbetrieb wieder seinen Lauf nehmen konnte. Doch im Landhotel Zum Erbgericht ging es nicht nur baulich Schlag auf Schlag, sondern auch mit den Auszeichnungen. So kam das Landhotel unter die besten fünf Häuser bei der Nominierung des Gästelieblings. „Wir stehen da in einer Reihe mit Einrichtungen in Leipzig, Dresden und der Lausitz. Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn wir bei den Gästen dann so gut ankommen“, sagt Karsten Haufe.

Doch nicht nur bei den Gästen, sondern auch bei der Fachjury des Guide Michelin kommt das Landhotel an. Denn auch 2019 hat das Haus darin wieder einen Platz gefunden. Das ist der Verdienst des Teams um Küchenchef Philipp Haufe, einer der beiden Söhne. Der Guide Michelin gilt seit rund 100 Jahren als Wegweiser des guten Geschmacks.

Neben den Restaurants, die mit einem, zwei oder drei Sternen geehrt werden, listet der kulinarische Führer auf seiner Website auch Gaststätten, in denen man eine ausgezeichnete Küche genießen kann. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben es gerade mal zwei Restaurants in diese Liste geschafft: das frühere Genusswerk in Pirna und eben das Erbgericht in Heeselicht. Und vor wenigen Tagen gab es dann auch noch den vierten Stern für das gesamte Hotel. „Das hat sich alles etwas gehäuft. Aber es passt auch richtig gut zusammen“, sagt der Hotelier.

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