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Hoyerswerda

Vier Wochen bis zum „Boulevard Altstadt“

Ab dem 3. Juni soll in Hoyerswerda wieder zusätzliches Flair zum Bummeln einladen.

Die sogenannten „Pflanzbotschafter“ bekommen dieses Mal zum neuen Stadtmarketing-Konzept passende Motive.
Die sogenannten „Pflanzbotschafter“ bekommen dieses Mal zum neuen Stadtmarketing-Konzept passende Motive. © Dirk Lienig

Wenn‘s in Hoyerswerdas Stadtrat brenzlig wird, ziehen sich die Fraktionschefs und der Oberbürgermeister bei einer Sitzungsunterbrechung gemeinsam zurück. So eine Auszeit wurde auch bei der Sitzung am Hexenfeuer-Abend nötig. 

Dietmar Wolf von der Bauverwaltung hatte darüber informiert, aus welchem Budget die sechsstellige Summe stammt, über die das Altstadtmanagement finanziert wird. Sowohl Frank Hirche (CDU) als auch Uwe Blazejczyk (SPD) waren nicht zufrieden. Es sei ausdrücklich vereinbart gewesen, dass eine Abrechnung über die Verwendung der Mittel des sogenannten Verfügungsfonds aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ vorgelegt wird. Ralph Büchner (Linke) wies als Mitglied des Vergabegremiums für die Mittel darauf hin, dass darin Vertreter jeder Fraktion sitzen. Diese müssten eigentlich Bescheid wissen: „Dazu wählen wir doch solche Leute.“ Nach der Auszeit sagte Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) etwas von Missverständnissen: „Wir haben vergessen zu übermitteln, dass die Ausführungen sich auch auf den Verfügungsfonds beziehen sollen.“ Es werde nun dazu noch einmal eine separate Runde geben.

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Während des Sturms im Wasserglas ging fast ein wenig unter, dass Altstadtmanagerin Dorit Baumeister vor Wolfs Ausführungen ein Projekt vorgestellt hatte, dessen Ausmaße sicher kaum über die Halbtagsstellen zu stemmen sind, für die sie und ihr Kollege Frank Graumüller bezahlt werden. Die laufenden Vorbereitungen zum „Boulevard Altstadt“ dürften jede Menge Überstunden kosten.

Von Anfang Juni bis Ende August wird in größerem Umfang wiederholt, was im Juni vorigen Jahres als „Boulevard Kirchstraße“ getestet worden war. Ein simples Flugblatt für die Aktion reicht dieses Mal nicht mehr aus. Gerade wird einer Programmbroschüre der letzte Schliff verpasst, die in einer Auflage von 10.000 Stück erscheinen soll. Neu sein werden nicht nur die Ausdehnung sowohl von Projektzeitraum wie von Projektfläche. Es soll zum Beispiel auf dem Markt eine „Blaue Terrasse“ mit Tischen und Stühlen stehen. Ihr Zweck: Freiluftgastronomie. Der Clou: Man kann aus dem Angebot verschiedener Altstadt-Restaurationen auswählen. Elftklässler des Lessing-Gymnasiums haben sich bereiterklärt, beim Servieren zu helfen – drei Monate lang! Schüler derselben Schule sind gerade dabei, Fahnen mit Bauhaus-Motiven zu gestalten. Sie werden anstelle der bunten Schirme vom letzten Jahr über Kirch- und Friedrichsstraße hängen. Die Anzahl der Baum-Kübel mit den Spruch-Banderolen wird auf 35 erweitert. Die Gestaltung soll dieses Mal aufs neue Stadtmarketing-Konzept abgestimmt werden.

Neu wird auch sein, dass Radiosammler Manfred Martschink einige seiner Schätze für zehn Tage in Schaufenstern präsentieren wird. Der Eigentümer der ehemaligen Post wird deren erhaltene Schalterhalle für Veranstaltungen öffnen. Und: Am Markt startet pünktlich zum Boulevard-Projekt das neue Eiscafé „Schoko & Luise“. Dorit Baumeister sagt, den Inhaber habe die Boulevard-Premiere im vorigen Jahr davon überzeugt, dass die Altstadt Potenzial hat. Das scheinen auch andere so zu sehen. Die nötigen 11.000 Euro für 150 Module, aus denen Sitz- und Liegemöglichkeiten montiert werden können, waren binnen sechs Wochen über große und kleine Spenden finanziert. „Daran sieht man, dass die Stadtgesellschaft das auch möchte“, bewertet Dorit Baumeister diesen Umstand.

Letztlich billigte der Stadtrat trotz der anfänglichen Irritationen eine Verlängerung der Finanzierung des Altstadt-Management-Konstruktes, das der Gewerbering trägt, bis zum Jahr 2021. Ursprünglich sollte zum Ende des Jahres Schluss sein.

Einstimmig billigte der Stadtrat die Verlängerung des Altstadtmanagements bis 2021.
Einstimmig billigte der Stadtrat die Verlängerung des Altstadtmanagements bis 2021. © Mirko Kolodziej