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Vierbeiner machen Wiese zur Rennstrecke

Erstmals findenZuchtschau und Rennen für Windhunde inGroßenhain statt.

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Von Julia Polony

Der Platz auf dem Schreibtisch von Cornelia Einbock reicht nicht mehr aus für den Papierkram. Mittlerweile müssen Anmeldungen, Teilnehmermappen und Anwartschaftsformulare schon auf den Fußboden gestapelt werden. Dennoch: „Der größte Teil ist geschafft“, sagt die 53-jährige Großenhainerin erleichtert.

Cornelia Einbock vom Dresdner Windhund-Rennverein 1928 organisiert eine Doppelveranstaltung, die anlässlich der 800-Jahr-Feier in Großenhain stattfindet. Zur „Zuchtschau“ werden am Sonnabend unter 78 Windhunden die schönsten ihrer Klasse und Rasse prämiert. Am Sonntag zeigen die schnellsten Vierbeiner beim „Coursing“, was in ihnen steckt. Auf einer Wiesen-Strecke von rund 600 bzw. 750 Metern jagen sie einer Hasen-Attrappe hinterher. Dabei erreichen sie bis zu 80 Kilometer pro Stunde. Drei Feldrichter und ein Master beobachten das Jagdverhalten der Tiere und bewerten dieses. Insgesamt 42 flinke Hunde gehen beim Coursing an den Start.

Nachdem 2002 das erste offizielle Coursing wegen der Flut im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel, feiert der Windhunde-Wettbewerb in der Röderstadt jetzt endlich Premiere. Cornelia Einbock ist mit der Teilnehmerzahl zufrieden, hätte sich aber noch ein paar Exoten mehr gewünscht. Doch viele seien bei der zeitgleich stattfindenden Landessieg-Ausstellung in Berlin. Dennoch treten seltene Rassen wie der nordafrikanische Azawakh oder der persische Sloughi an.

Es ist das erste Mal, dass Cornelia Einbock eine solche Veranstaltung organisiert. „Ich habe ganz schönes Herzflattern“, gibt sie nicht ohne Grund zu. Denn die zwei Richter, die bei der Zuchtschau die Windhunde bewerten sollten, mussten kurzfristig absagen. Das bedeutete Stress, denn nicht jeder Richter darf bei jeder Rasse Punkte verteilen. „Zum Glück habe ich Ersatz gefunden“, sagt Cornelia Einbock.

Und auch mit der Festwiese gab es ein Problemchen. „Das Gras war zu hoch“, stellte die Organisatorin beim Probelauf des Hasenzugs fest. „Die Hunde hätten ihre Beute ja gar nicht gesehen.“ Abhilfe schaffte der Stadtbauhof, der die Wiese früher als geplant mähte. Nun hofft Cornelia Einbock, alle Hürden genommen zu haben: „Ich wünsche mir, dass alles gut klappt. Dann würde ich die Organisation auch wieder einmal übernehmen.“

Zuchtschau (Sonnabend) und Coursing (Sonntag), jeweils ab 10 Uhr auf der Festwiese im Landesgartenschaugelände.