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Vierkirchen und Waldhufen wollen eins werden

Die beiden Gemeinderäte sind für ein Zusammengehen. Aber bis dahin müssen sie noch einige Hürden nehmen.

Von Steffen Gerhardt

Jetzt ist es offiziell: Vierkirchen und Waldhufen wollen die Gemeindeehe. Der Gemeinderat von Vierkirchen gab am Montag Bürgermeister Horst Brückner grünes Licht, einen Zusammenschluss mit Waldhufen zum 1. Januar 2016 vorzubereiten. Was bisher in geschlossenen Sitzungen diskutiert wurde, soll nicht mehr geheim bleiben, „zumal wir uns jetzt einig sind, wie die Zukunft unserer beiden Gemeinden aussehen kann“, sagte Horst Brückner als Bürgermeister von Waldhufen und Vierkirchen. Im Waldhufener Gemeinderat ist die Tendenz dieselbe wie in Vierkirchen, bestätigt Gemeinderat Roland Jäkel. „Ein Zusammengehen mit Vierkirchen wird in unserem Rat favorisiert.“ Darüber soll in der heutigen Sitzung abgestimmt werden.

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Was spricht für einen Zusammenschluss der Gemeinden?

Vierkirchen verbindet mit Waldhufen nicht nur derselbe Bürgermeister.

In Nieder Seifersdorf steht die gemeinsame Grundschule. Die Bauhöfe beider Gemeinden kooperieren schon einige Jahre miteinander und beide Gemeinden sind von ihrer Struktur und Einwohnerzahl her ähnlich. In Vierkirchen leben rund 1 700 Menschen und in Waldhufen sind es rund 800 mehr. Auf die Fläche gesehen stimmen wieder die Relationen. 43 Einwohner leben in Waldhufen auf dem Quadratkilometer, in Vierkirchen wohnen 49 auf der gleichen Fläche. Hinzu kommt, dass beide Gemeinden ein Pfarrsprengel mit sechs Kirchen vereint. Daher ist für Pfarrer Andreas Fünfstück der Zusammenschluss beider Gemeinden die logische Konsequenz aus der immer enger gewordenen Zusammenarbeit. „Auch die meisten Gemeindeglieder sind für ein Zusammengehen von Vierkirchen und Waldhufen“, sagt der Pfarrer aus Vierkirchen.

Was kann ein Zusammengehen

beider Kommunen verhindern?

Horst Brückner spricht von einem „steinigen Weg“, der vor Vierkirchen und Waldhufen liegt. Denn ohne eine Gesetzesänderung auf Landesebene ist dieser Weg nicht machbar, betont er. Das Problem ist, dass Vierkirchen der Verwaltungsgemeinschaft Reichenbach und Waldhufen dem Verwaltungsverband Diehsa angehören. Und aus diesen gibt es derzeit kein Entrinnen. Deshalb hält die Kommunalaufsicht beim Landkreis den Zusammenschluss für nicht genehmigungsfähig. Außerdem, so Kommunalamtsleiter Karl Ilg: „Vierkirchen und Waldhufen bieten mit derzeit etwa 4 200 Einwohnern bei anhaltendem Einwohnerrückgang nicht die Gewähr für die Bildung einer dauerhaft leistungsfähigen Gemeinde.“ Denn ein Kriterium für freiwillige Zusammenschlüsse im Freistaat ist, dass die Gemeinden im Jahr 2025 mindestens eine Größe von 5 000 Einwohnern haben.

Hinzu kommt die Orientierung auf die vorhandenen Verwaltungseinheiten, die Großgemeinden bilden sollen. In diese Richtung will Dirk Beck, Vorsitzender des Verwaltungsverbandes Diehsa, gehen. „Fällt Waldhufen weg, kommen wir nur noch auf rund 4 300 Einwohner und sind als Gemeinde nicht genehmigungsfähig“, sagt der Verbandschef. Mit Waldhufen hat der Verband rund 6 800 Einwohner. Nach Süden geschaut ist mehr Luft. Die Verwaltungsgemeinschaft Reichenbach vereint jetzt rund 11 700 Einwohner. Würde sich Vierkirchen aus ihr verabschieden, blieben immer noch knapp 10 000 Einwohner für eine Großgemeinde übrig. Aber solche Planspiele sind vom Gesetz her bisher nicht umsetzbar. Deshalb gehört der Antrag auf Gesetzesänderung zu den nächsten Aufgaben, denen sich der Bürgermeister stellt. „Vorgesehen ist auch eine Bürgerbefragung in beiden Gemeinden“, ergänzt Horst Brückner.