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Sebnitz

Villa am Burggäßchen soll verkauft werden

Ursprünglich war der ehemalige Sebnitzer Kindergarten für einen sozialen Zweck reserviert. Jetzt kommen auch private Interessenten zum Zug.

Prominente Immobilie such Käufer. Der sollte aber ein gutes Nutzungskonzept haben.
Prominente Immobilie such Käufer. Der sollte aber ein gutes Nutzungskonzept haben. © Steffen Unger

Die Stadt Sebnitz will die Villa am Burggäßchen verkaufen. Das kündigte Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) auf Anfrage von Sächsische.de an. Ein entsprechender Stadtratsbeschluss werde vorbereitet. Die Stadt will zunächst den Wert der prominenten Immobilie ermitteln und sie dann von einem Makler vermarkten lassen. 

"Wir werden allerdings nicht per Höchstpreis gegen Gebot verkaufen", erklärte Ruckh. Denn dann bekomme automatisch der Meistbietende den Zuschlag, ganz gleich, was er mit dem Gebäude vorhat. Stattdessen will sich die Stadt Nutzungskonzepte vorlegen lassen und danach entscheiden. Damit soll vor allem sichergestellt werden, dass mit dem Haus tatsächlich etwas passiert und es nicht nur aus steuerlichen Gründen gekauft wird und weiterhin leer steht. 

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Ausdrücklich könnten dabei auch private Interessenten zum Zuge kommen, welche die Villa als Wohnraum oder etwa zur Vermietung als Ferienobjekt nutzen wollen. Das ist eine neue Herangehensweise. Bisher galt die Maxime, dass Haus und Grundstück einem sozialen Zweck vorbehalten sein sollten, beispielsweise durch Nutzung oder Verkauf an einen Wohlfahrtsverband. 

Sehr konkrete Pläne gab es mit der Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital, die in dem Gebäude ein Therapiezentrum für Suchtkranke errichten wollte. Dies scheiterte letztlich an den örtlichen Gegebenheiten und den Förderbedingungen. Die Lebenshilfe entschied sich stattdessen für einen Neubau auf einem anderen städtischen Grundstück, nur wenige Hundert Meter entfernt am Bahndamm. Dort soll ein Flachbau mit Werkstätten für Alkohol- und Crystal-Abhängige entstehen. 

Die Zukunft der Villa am Burggäßchen 10 ist seitdem wieder offen. Zahlreiche Sebnitzer haben persönliche Erinnerungen an das Areal: Zu DDR-Zeiten diente es als Kindergarten. Erbaut wurde die Villa, damals noch dreigeschossig, 1889/1890 vom Holzstofffabrikbesitzer Eugen Kaul. 20 Jahre später ging sie in den Besitz des Kunstblumenfabrikanten Bernhard Mey über, der sie teils abtragen und neu errichten ließ. 

2014 erwarb die Stadt Sebnitz das seit der Wende leer stehende Haus und sicherte es mit einem neuen Dach vor dem endgültigen Verfall. Die Villa sowie der weitläufige, terrassenförmige Garten stehen unter Denkmalschutz.

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