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Sanierer lässt sich nicht bremsen

Der Unternehmer Wolfram Zylla baut weiter in Löbau - auch wenn's wegen Corona ein bisschen langsamer geht.

Der hessische Baumaschinen-Unternehmer Wolfram Zylla betreibt in Löbau mehrere Sanierungs-Projekte.
Der hessische Baumaschinen-Unternehmer Wolfram Zylla betreibt in Löbau mehrere Sanierungs-Projekte. ©  Archiv: Matthias Weber

Die Corona-Krise bremst - aber deswegen lässt sich Wolfram Zylla nicht davon abhalten, seine Projekte voranzutreiben. Der hessische Baumaschinen-Unternehmer hat mit seiner Villa in der Dehsaer Straße und dem Bahnhof gleich zwei Sanierungs-Objekte in Löbau. Mit beiden geht es voran.

"Wenn man weniger Geld einnimmt, kann man weniger verbauen", sagt Zylla. Und unter Einnahme-Ausfällen hat der Eigentümer zahlreicher Immobilien offenbar zu leiden. "Wenn eine Autovermietung als Gewerbemieter zum Beispiel plötzlich meint, gerade keine Miete zahlen zu müssen, gehen da natürlich jeden Monat ein paar tausend Euro flöten" sagt er. Das betrifft keines seiner Löbauer Objekte - dennoch, das Geld fehlt. Die einst beinahe verfallene Villa des einstigen Löbauer Baumeisters Richard Müller in der Dehsaer Straße nimmt dennoch derzeit mehr und mehr Gestalt an.

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Der zusammengefallene Erker im Erdgeschoss und die deswegen eingestürzte Decke im ersten Geschoss sind längst repariert - das Gebäude statisch stabil. "Ich habe jetzt die Gewerke vergeben, die beiden nächsten Etagen im Rohbauzustand für die folgenden Installationsarbeiten fertig zu stellen", informiert der Unternehmer auf SZ-Nachfrage. Zudem habe die Denkmalschutzbehörde in Aussicht gestellt, die Fenster zu bezuschussen. Vor einem endgültigen Bescheid der Behörde könne er dieses Gewerk aber nicht angehen.

Wolfram Zylla ist zuversichtlich, in diesem Jahr auch noch das Dach der Villa komplett sanieren zu können. Aber auch diese  Arbeiten könne er erst vergeben, wenn alles mit dem Denkmalschutz geklärt sei. "Wir haben keinen Druck, was den Fertigstellungstermin der Villa betrifft", sagt er, "ich baue immer dann, wenn ich Geld dafür habe. Geplant sind in der Gründerzeitvilla kinderfreundliche Wohnungen zwischen 120 und 160 Quadratmetern.

Die Villa in der Dehsaer Straße nimmt mehr und mehr Gestalt an.
Die Villa in der Dehsaer Straße nimmt mehr und mehr Gestalt an. © Markus van Appeldorn

Auch am Bahnhof geht's weiter

Vor einigen Jahren hatte Wolfram Zylla auch den Löbauer Bahnhof erworben und wollte ihn für eine Handelsnutzung wiederbeleben. Weil das bis heute nicht geklappt hat, hatte er zwischenzeitlich erwogen, das Gebäude wieder zu verkaufen. Doch noch hält er daran fest - und lässt dort auch sanieren. Auch wenn die Aussichten, einen Nutzer zu finden, in diesem Jahr besonders trübe sind. "Die Messe Expo Real in München fällt in diesem Jahr wahrscheinlich aus", sagt Zylla. Diese Messe gilt deutschlandweit als wichtigster Marktplatz, Vermieter und Interessenten von Gewerbeimmobilien zusammenzubringen.

"Tedi wäre ein heißer Favorit als Hauptmieter gewesen", sagt Zylla, "aber die wollten den Standort nicht - noch nicht." Auch für einen Restpostenmarkt sei der Bahnhof ein geeigneter Standort. "Aber in den nächsten Jahren wird in der ehemaligen Schalterhalle wahrscheinlich nichts passieren", beurteilt Zylla die Marktsituation.  Nachdem vor einigen Monaten der Kiosk am benachbarten Busbahnhof geschlossen hatte, entwickelte er noch eine weitere Idee. Es bestehe durchaus Versorgungsbedarf für Reisende.

 "Wenn man am Bahnhof jetzt nicht mal mehr ein belegtes Brötchen kaufen kann, ist das schon schlecht", sagt er. Zylla erwägt, im Bahnhof eine Art Cafeteria einzurichten. "Ich warte auf ein Preisangebot von Unternehmen für den nötigen Umbau", sagt er. Einen geeigneten Raum für dieses Projekt gebe es im Bahnhof. Auch über einen möglichen Betreiber macht er sich keine Sorgen. "Es gibt genügend Menschen, die ihre Glückseligkeit darin suchen, eine Gastronomie zu betreiben", sagt er.

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Außer einer nötigen Sanierung des Bahnhofdachs, brauche es dafür aber noch weitere Voraussetzungen. "Ich brauche dafür auch noch ein Feedback vom Ordnungsamt, was die haben möchten", sagt Wolfram Zylla. Dabei gehe es etwa um den Einbau von Toiletten oder die Installation einer Abluftanlage für den Betrieb einer Gastronomie. Es müsse ja gar nichts Großartiges sein. Gedacht ist etwa an eine Brötchentheke mit Kaffee-Ausschank. Wolfram Zylla ist überzeugt, dass dieser Standort besonders von Bahnreisenden gut angenommen würde. "Der Kiosk hätte ja auch einen direkten Zugang zum Bahnsteig", sagt er. Und er überlegt sogar, ob er noch einen zusätzlichen Service in der Bahnhofshalle anbieten soll: "Ich könnte mir auch vorstellen, dort Fahrkarten zu verkaufen."

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