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Villa Sorgenfrei gewinnt Kochsternstunden

Sternekoch Marcel Kube konnte die Gäste des Menüwettbewerbs unter anderem mit Kraut und Rübchen überzeugen.

Von Links: Sternekoch Marcel Kube, Leiterin Antje Kirsch und Betreiber Stefan Hermann vor der Villa Sorgenfrei.
Von Links: Sternekoch Marcel Kube, Leiterin Antje Kirsch und Betreiber Stefan Hermann vor der Villa Sorgenfrei. ©  Anne Hübschmann

Radebeul. Eine leichte Röte zieht über Stefan Hermanns Gesicht, als der Name fällt und im Applaus versinkt. Als diesjähriger Sieger der Kochsternstunden steht wenig später Marcel Kube vorm Publikum. Kube, der es in zwölf Jahren vom Koch-Azubi zum Sternekoch geschafft und auf seinem Weg einen ausgezeichneten Begleiter hat. 

Nach seiner Ausbildung in Berlin kochte er fünf Jahre lang an der Nordsee und kam dann nach Dresden, um bei Sternekoch Stefan Hermann zu arbeiten und zu lernen. Der stellte Kube zunächst im „bean&beluga“ ein und machte ihn später zum Küchenchef des Restaurants „william“ im Dresdner Staatsschauspiel.

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Seit drei Jahren ist der 31-jährige Küchenchef des Restaurants Atelier Sanssouci in Stefan Hermanns „Villa Sorgenfrei“ und hat seit neuestem selbst einen Stern. Da kann ein Mentor schon mal leicht erröten vor Stolz und sich freuen über die doppelte Magnetwirkung für das Romantikhotel am Radebeuler Elbhang. Dort fühlten sich die meisten Gäste des Menüwettbewerbs bestens bewirtet, mit gebratener Lammleber, hausgeräucherter Forelle sowie Kraut und Rübchen zum Wagyu-Rind.

Fast 7.000 Menüs haben die Teilnehmer der Sternstunden in den 35 teilnehmenden Gasthäusern gegessen. Rund 4.100 Menübewertungen gingen ein. Allerdings nicht beim Veranstalter Clemens Lutz. Der hält sich aus der gesamten Statistik heraus. Das Dresdner IT-Unternehmen spectos ermittelt alle Daten und wertet sie aus. Die Bewertung erfolgt voll automatisiert, indem die Restaurantgäste via Handy, Tablet oder am heimischen Rechner ihre Punkte vergeben. 

Wie gut hat das Menü geschmeckt und wie kreativ war es? Welche Punktzahl haben Service, Ambiente und Preis-Leistungs-Verhältnis verdient? „Für mich ist das Ergebnis genauso aufregend wie für alle anderen“, sagt Clemens Lutz. Ihm sei die Auswertung erst am Tag vor der Verkündung übergeben worden. „Ich selbst habe in diesem Jahr 29 verschiedene Menüs gegessen und war beeindruckt von ihren Niveaus. Es war noch höher als 2018.“ 

Dass es keine Auflistung bis zum letzten Platz gibt, begründet er so: „Alle 35 Küchen- und Serviceteams gehören zur Spitze und haben es drauf. Aber die Sieger haben es ...“, Lutz stutzt: „... was soll ich sagen – draufer?“

Der leidenschaftliche Gourmet rief die Kochsternstunden als gastronomischen Contest vor elf Jahren ins Leben. Nun belebt der Publikumsausscheid mit großer Resonanz die in der Gastro-Branche wirtschaftlich eher schwierige Zeit zwischen Festtagen und Frühlingserwachen.

Als Veranstalter verlangen die sechs kulinarischen Schlaraffenwochen Clemens Lutz große Konsum-Kondition ab. „Ich habe herausgefunden, wie ich durch diese verlockende Zeit komme, ohne hoffnungslos zuzunehmen“, sagt er. Morgens nur einen Smoothie und am Abend eins der Menüs, so bestehe die Chance, sogar ein halbes Kilo zu verlieren. Schließlich seien die Gänge alle sehr gesund und auf keinen Fall zu kalorienreich. Die beste Edeldiät sozusagen, eine, die auch noch Spaß macht.

Kalorienzählen kommt den Köchen und Kellnern der Kochsternstunden nicht in den Sinn. Dafür haben sie zu viel zu tun. Trotz Stress den Gast auf Händen zu tragen, für diese Gabe nahm Nicole Hieke vom Dresdner Restaurant „finesse“ den Preis für die beste Servicekraft nun schon zum zweiten Mal entgegen. Damit kellnerte sie sich an die Spitze von insgesamt rund 200 Kolleginnen und Kollegen. 

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