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Villenbesitzer gesucht

Sebnitz sucht einen Käufer für eine der prominentesten Immobilien der Stadt. Der sollte allerdings eine Konzept mitbringen.

Villa am Burggäßchen in Sebnitz: Das Dach ist schon gemacht.
Villa am Burggäßchen in Sebnitz: Das Dach ist schon gemacht. © Steffen Unger

Wer weckt diese verwunschene Villa aus ihrem Dornröschen-Schlaf? Gerade jetzt im Frühsommer, wenn das Haus am Burggäßchen 10 in Sebnitz hinter den dicht bewachsenen Bäumen fast verschwindet, ist die Assoziation zum Märchen der Gebrüder Grimm naheliegend. Andererseits: Im Tiefschlaf befindet sich das Gebäude nicht mehr. 

Bereits 2014 hat die Stadt Sebnitz das weitläufige Parkgrundstück angekauft und nachfolgend der seit der Wendezeit leerstehenden Fabrikantenvilla ein neues Dach spendiert, um sie vor dem endgültigen Verfall zu retten. Ursprünglich wollte die Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital das Haus übernehmen und dort ein Therapiezentrum für Suchtkranke einrichten. Der Plan ging nicht auf, die Lebenshilfe baut nun stattdessen neu in der Nachbarschaft.  

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Wenn Eigentümer vermieten wollen, sollten sie im Vorfeld die richtige Miethöhe festlegen. Das ist zu beachten.

Die Zukunft der Villa, die auf einem Hügel über dem Martkplatz thront und zu DDR-Zeiten jahrzehntelang als Kindergarten genutzt, ist damit wieder offen. Schon im vergangenen Dezember hatten sich Verwaltung und Stadträte in einer internen Klausurtagung darauf verständigt, die Immobilie zu verkaufen. Jetzt wurde dies mit einem Stadtratsbeschluss besiegelt. 

Das Grundstück Burggäßchen 10 soll zu einem "am Markt erzielbaren Preis" verkauft werden heißt es in dem Beschluss - allerdings verbunden mit einem Vorhabenskonzept. "Wir wollen nicht schnöde an den Höchstbietenden verkaufen", sagte  Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU). Der Zuschlag solle abhängig vom Konzept des Interessenten vergeben werden. Der Stadtrat behalte damit die volle Kontrolle, erklärte OB Ruckh auf Nachfrage von Stadtrat Jörg Hempel (Mitsprache Stadt und Land). 

Um die passenden Käuferschichten anzusprechen, soll die Immobilienabteilung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden das Objekt vermarkten. Die dann fälligen Maklergebühren trägt der Käufer. 

Zu der um 1880 errichteten Villa gehört ein weitläufiger, terrassenförmiger Park, den einst der königlich-sächsische Gartenbaudirektor Max Bertram angelegt hat. Der Park  steht ebenso wie die Villa unter Denkmalschutz. Insgesamt ist das Grundstück knapp 15.000 Quadratmetern groß. 

Stadtplanerisch handle es sich um ein Wohngrundstück, das - in Abstimmung mit dem Denkmalschutz - auch bebaut werden könne. Großflächige Neubauten müsse jedoch niemand befürchten, erklärte Ruckh. Dafür sei ein Bebauungsplan nötig, über den wiederum der Stadtrat entscheiden muss. 

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