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Hoyerswerda

Virtuell ist alles möglich

Der Programmierclub in Hoyerswerda ist seit knapp einem Jahr aktiv.

Peter Karich präsentiert sein Konzept des Programmierclubs mit Platte und Pizza.
Peter Karich präsentiert sein Konzept des Programmierclubs mit Platte und Pizza. © Foto: Juliane Mietzsch

Von Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Leise Musik einer Berliner Indie-Band ist aus dem Seminarraum des Bürgerzentrums im Erdgeschoss zu vernehmen. Ein Aufsteller vor der Tür weist darauf hin, dass hier der PPP-Club zusammenfindet. Wie üblich bereitet Peter Karich gegen 16 Uhr den Raum vor, stellt Stühle um die Tische, packt Material aus und erwartet die „Mitglieder“ des Clubs, die bei Platte, Pizza und Programmieren zusammenkommen. Der Teilnehmerkreis ist klein. Derzeit gehören zwei Jungen im Jugendalter dazu. Sie sind fast seit Anfang an dabei, als der Club im letzten Mai von Peter Karich initiiert wurde. 

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Über Aushänge in ihrer jeweiligen Schule wurden sie darauf aufmerksam. Vorkenntnisse waren und sind nicht nötig. „Das Programmieren ist eine Nische, aber nicht der Gebrauch von programmierten Anwendungen“, erklärt Peter Karich. Er selbst hat erst relativ spät, mit 17 Jahren, zu diesem Hobby gefunden und ist nach wie vor fasziniert von den Möglichkeiten, die sich bieten, denn „im Virtuellen ist alles möglich.“

Mit dem Programmierclub möchte er einen Austausch erreichen und dabei niemanden ausschließen. Das Konzept ist denkbar einfach. Es braucht lediglich einen Laptop, weitere Kenntnisse sind nicht notwendig und die Teilnahme ist kostenlos. Schallplatten dürfen gerne mitgebracht werden.

Peter Karich ist ein Verfechter von Open-Source-Software, was die volle Transparenz bedeutet, denn der programmierte Quellcode ist öffentlich zugänglich. Ebenfalls möchte er auf die vielfältigen Angebote hinweisen, die neben den führenden Konzernen bestehen.

Zuletzt hat der Club mithilfe einer frei zugänglichen Karte eine Ansicht von Hoyerswerda generiert, die verschiedene Orte samt einer kurzen Information anzeigt. Es war eine langwierige Arbeit, um diesen Stand zu erreichen. Das Programmieren verlangt eine kleinteilige Arbeitsweise. Viele Schritte sind nötig, um ein erstes Ergebnis zu erreichen. Das zeigt sich auch bei dem neuen Vorhaben.

Zunächst werden mühevoll auf einer Steckplatine verschiedene Komponenten platziert und miteinander verbunden. Ein Display, Drahtbrücken und ein Minicontroler kommen zum Einsatz. Ziel ist es einen Temperaturfühler anzuschließen und letztendlich eine aktuelle Anzeige auf dem Display zu erzeugen. Die Programmierung nimmt die Hälfte der Zeit ein und erfordert Geduld, wenn Fehler erkannt und behoben werden müssen, denn „Computer sind zunächst dumm“, wie Peter Karich weiß. Das muss man aushalten können. Am Ende gibt es ein Ergebnis: 22,81 °C. Die verdiente Pizza wird verschlungen und es folgt noch eine kleine Theoriestunde.