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Virtuelle Gedenkstätte entsteht

Das Online-Projekt „Verbrannte Orte“ steht in den Startlöchern. Pirna ist einer dieser Orte.

Von Susanne Sodan

Der Anfang ist geschafft. Jan Schenk hat die 3 000-Euro-Marke für sein Projekt „Verbrannte Orte“ geknackt. Diese Summe benötigt er, um das Projekt gegen das Vergessen der Bücherverbrennungen während des Nationalsozialismus zu starten. Ziel des Berliner Fotografen ist ein Online-Atlas, der sämtliche Schauplätze der Bücherverbrennungen 1933 aufzeigt und vergessene Orte ins öffentliche Bewusstsein bringen soll.

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Lecker und von hier
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Auch Pirna gehört zu diesen Orten. Am 9. März vor 80 Jahren hatten SA-Leute die Volksbuchhandlung auf der Breiten Straße ausgeräumt und den gesamten Bestand angezündet. Für Schenk ein Thema, das wissenschaftlich zwar gut aufgearbeitet, in der Öffentlichkeit aber fast unsichtbar ist.

Viele Partner helfen

90 Schauplätze sollen durch interaktive Panoramen, Fotos und Zeitzeugenberichte dokumentiert werden. Via Internet kann in Zukunft jeder auf die Informationsplattform zugreifen.

Das Projekt „Verbrannte Orte“ wird über Crowdfunding finanziert, das heißt, durch die Beteiligung interessierter Institutionen und Privatpersonen. Jan Schenk ist dafür vor allem auf lokale Initiativen zugegangen. Die haben nicht nur finanziell weitergeholfen. „Oft können sie auch Hintergrundinformationen beitragen, wenn sie bereits zu regionalen Bücherverbrennungen geforscht haben“, erklärt Schenk.

Dafür, dass auch Pirna möglichst bald einen virtuellen Erinnerungsort erhält, setzt sich der Verein Akubiz ein. Sollten aus Pirna 400 Euro Spendengelder zusammenkommen, wird die Breite Straße zu einem der ersten dokumentierten Orte gehören. Noch immer kann für das Projekt gespendet werden. „Es ist erst der Anfang getan“, erklärt Schenk.

www.verbrannte-orte.de