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Zittau

Virtueller Spatenstich für Ärztehaus

Alles klar für das neue Medizinische Versorgungszentrum von Dr. Katarina Varga in Seifhennersdorf. Wegen Corona wurde schnell improvisiert.

Dr. Katarina Varga (vorn) mit ihrer Gemeindeschwester Franziska Ay in ihrer Seifhennersdorfer Praxis.
Dr. Katarina Varga (vorn) mit ihrer Gemeindeschwester Franziska Ay in ihrer Seifhennersdorfer Praxis. ©  Rafael Sampedro (Archiv)

Eigentlich sollte am Donnerstag in der Nordstraße 4 in Seifhennersdorf der feierliche erste Spatenstich für den Neubau des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) von Dr. Katarina Varga stattfinden. Da das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich war, sind die Beteiligten mal einen ganz anderen Weg gegangen. So fand der Spatenstich virtuell statt.

"Ich bin froh, dass es jetzt klappt und bedanke mich bei den Politikern, Behörden, der Bank und allen anderen Beteiligten für ihre Unterstützung für das MVZ", sagt Dr. Katarina Varga. Sie plant später auch die zum MVZ gehörende Praxis in Großschönau auszubauen. Die Praxis bleibt weiterhin bestehen und auch bei den Hausbesuchen in Leutersdorf und dem Shuttle-Verkehr zum MVZ soll sich nichts ändern.

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Katarina Varga hatte erst im April 2018 das Medizinische Versorgungszentrum in ihrer Praxis in der Otto-Simm-Straße in Seifhennersdorf gegründet. Seit 2012 arbeitet sie hier als Hausärztin. Wenn das neue MVZ in Betrieb geht, sollen hier vier Ärzte und acht Schwestern für ihre Patienten da sein. 

MVZ entsteht aus tschechischem Modul-Bausystem

Via Internet meldeten sich alle am Bau Beteiligten zum Spatenstich zu Wort. Virtuell vor Ort war unter anderem Architekt Detlef Grösel. "Ich freue mich, heute mit Ihnen gemeinsam den lange erwarteten ersten Spatenstich symbolisch virtuell auszuführen. Corona zwingt uns dazu", sagt er. Die Planung für den Neubau eines Ärztehauses mit vier praktizierenden Ärzten für Frau Dr. Varga war nicht ganz so einfach. 

Für das Bauvorhaben mussten deutsche und tschechische Gesetzgebungen und Vorschriften aufeinander abgestimmt werden. Denn für das MVZ wird ein tschechisches Bausystem einer Liberecer Firma verwendet.

In dieser Woche ist das Grundstück für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) von Dr. Katarina Varga in der Nordstraße 4 in Seifhennersdorf bereits vermessen worden.
In dieser Woche ist das Grundstück für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) von Dr. Katarina Varga in der Nordstraße 4 in Seifhennersdorf bereits vermessen worden. © privat

Dabei ging es um tschechische und deutsche Bodengutachten, die Statik für ein Modulbausystem, den Brandschutz für Materialien und das tschechische Bausystem überhaupt. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Bauaufsicht des Landkreises Görlitz sei es aber gelungen, jetzt die Baugenehmigung nach einer kurzen Genehmigungszeit zu erhalten, berichtet der Architekt. 

Wie schon in der Hochschule Zittau mit dem dort hergestellten Beispiel eines Energiesparhauses, wird auch hier ein Energiesparhaus im größeren Rahmen für die Nutzung als Arztpraxis errichtet. Das Gebäude ist eingeschossig und wird in einer sehr flexiblen Modulbauweise errichtet, so Grösel. 

Das Ingenieurbüro Pilny schildert, dass ein besonderer Teil des Projekts die gesamte Konstruktion mit deren Gründung darstellte. Eine Gründung mit Erdschrauben sei nicht alltäglich. Ebenso galt es, die brandschutztechnischen Belange anzupassen. Denn aufgrund der Holzkonstruktion kommen ausschließlich brennbare Baustoffe zum Einsatz.

Schnelle Baugenehmigung trotz turbulenter Zeit

Auch CDU-Landtagsabgeordneter Stephan Meyer meldete sich zu Wort. "Ich begleite Frau Dr. Varga schon geraume Zeit bei ihrem Vorhaben. Für mich war und ist es ein großes Anliegen, sie zu unterstützen", meint er. "Das Medizinische Versorgungszentrum ist sehr wichtig für unsere ländliche Region." Durch die Bündelung von mehreren Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen in einem Haus, bleiben den Patienten lange Wege erspart. "Ich bin der Bauaufsicht des Landkreises sehr dankbar, dass sie trotz der turbulenten Zeit zügig die Baugenehmigung erteilt hat und nun baurechtlich dem Vorhaben von Frau Dr. Varga nichts mehr im Wege steht", so Meyer.

Mit dabei beim virtuellen Spatenstich war ebenso Seifhennersdorfs Bürgermeisterin Karin Berndt (parteilos). "Auch wenn der symbolische erste Spatenstich „Corona bedingt“ leider in aller Stille fast unbemerkt vollzogen werden muss, ist es für die Stadt dennoch ein bedeutsames Ereignis", sagt sie. Wie wichtig eine stabile, hochwertige medizinische Versorgung für die Menschen ist, zeigt sich gerade in der aktuellen Krise sehr deutlich. Die Stadt freut sich über alle Aktivitäten und Bemühungen im Bereich der medizinischen Versorgung und Pflege und unterstützt diese so gut wie möglich. "Wir sind dankbar für jede Entscheidung hier im ländlichen Raum zu praktizieren und besonders für den Mut, in neue Projekte zu investieren", meint sie. "Nur Sekt muss nachgereicht werden - das Anstoßen macht virtuell keinen Spaß", scherzt Karin Berndt.

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Dann ist bestimmt auch der Vertreter der Modulhausfirma "Europanel" aus Liberec nicht nur virtuell dabei. "Das Bausystem besitzt mit seinen vorgefertigten Elementen perfekte bauphysikalische, mechanische und dämmende Eigenschaften", schildert der Firmenvertreter. Seit 2004 ist das System auf dem europäischen Markt und für alle Formen baulicher Gestaltung vom Einfamilienhaus bis hin zu Kindergärten oder gewerblichen Bauten geeignet.

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