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Vögel hier und Vögel da

SIND Politiker käuflich? Eine interessante Frage, die im Fall des sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU) mit einem eindeutigen „Jein“ beantwortet werden muss. So kann man unseren Regierungschef natürlich nicht einfach irgendwie in einem Laden erwerben.

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Von Gunnar Saft

SIND Politiker käuflich? Eine interessante Frage, die im Fall des sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU) mit einem eindeutigen „Jein“ beantwortet werden muss. So kann man unseren Regierungschef natürlich nicht einfach irgendwie in einem Laden erwerben. Seine Unterschrift ist dagegen für Geld jederzeit zu haben. Für gerade einmal einen Euro werden zurzeit etliche Originalautogramme von Georg Milbradt im Internet-Auktionshaus Ebay angeboten. Wen der geringe Preis stört, dem sei zur Beruhigung gesagt, dass die meisten aktuellen und ehemaligen Ministerpräsidenten aus dem Osten dort genauso billig zu haben sind. Nur einer macht wieder eine Ausnahme: Sachsens Alt-Premier Kurt Biedenkopf, der im Ebay-Angebot erst gar nicht auftaucht. Uns bringt das ins Grübeln: Ist Ex-König Kurt schon ein wertloser Ladenhüter, den man aus dem Regal genommen hat, oder ist er einfach nur ausverkauft? Im letzteren Fall sollte Biko Papier und Stift in die Hand nehmen und für Nachschub sorgen, auch wenn es nur ein 1-Euro-Job ist.

EINEM Etikettenschwindel ist zurzeit die PDS-Landtagsfraktion auf der Spur. Durch eine Anfrage an Verbraucherschutzministerin Helma Orosz kam jetzt heraus, dass sächsischer Spargel womöglich of gar nicht aus Sachsen stammt. Orosz räumte ein, dass Fälschungen auf den Etiketten nur schwer nachweisbar sind und versprach aber gleichzeitig Abhilfe. Eine bundesweite „Spargeldatenbank“ soll künftig Kontrollen ermöglichen. Uns bleiben dann sicher oft die Bissen im Halse stecken, wenn wir endlich wissen, woher unser edles Lieblings-Gemüse wirklich stammt.

EINE tolle Idee hatte man aber auch in der grünen Landtagsfraktion, die den Einbau von Nistkästen für Vögel rund ums Parlament anregte. Der Vorschlag kam so gut an, dass das Staatliche Hochbauamt sogar prüft, ob nicht auch ein eigener Turmfalke auf dem Landtagsdach angesiedelt werden kann. Das sieht schließlich richtig naturlieb aus und würde auch nur 300 Euro im Jahr für die notwendige Reinigung des Nistplatzes kosten. Alle sind begeistert und warten nun gespannt auf den ersten gefiederten Gast, um dann stolz zu verkünden: Der Landtag hat jetzt einen Vogel.