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Vogelfamilie nistet auf Balkon

Die Bretschneiders aus Kamenz staunten nicht schlecht, als sie das Nest im Blumentopf bemerkten. Sie freuen sich über den tierischen Zuwachs.

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Dass man auf dem heimischen Balkon etwas Unerwartetes entdeckt, kommt wohl eher selten vor. Umso erstaunter war Familie Bretschneider aus Kamenz, als eben das passierte. Unbemerkt hatte eine tierische Familie Einzug gehalten. „Die beiden Grauschnäpper hatten unsere Abwesenheit an einem Juli-Wochenende genutzt, um sich auf unserem Balkon in einem Blumentopf ein Nest zu bauen“, berichtete Wolfgang Bretschneider. Und: „Vor vollendete Tatsachen gestellt, akzeptierten wir ihr Vorhaben und dann ging es auch schon zur Sache.“ Bis zum 13. Juli lagen demnach insgesamt vier Eier im Nest und das Schnäpperweibchen begann zu brüten. Die menschliche Nähe störte die Grauschnäpper offenbar wenig. Wobei Bretschneiders ihre Aktivitäten auf „Balkonien“ den Vögeln zuliebe aber auch etwas einschränkten. Am 24. Juli waren dann alle Eier ausgebrütet. Nun begann die Zeit der Fütterung. „Von Vorteil für den gewählten Standort waren sicherlich mehrere Weiden gegenüber im Terrain eines Kindergartens, die den Vögeln einen exponierten Standort boten, um das Nest im Blick zu behalten, aber auch nach Insekten Ausschau halten zu können, die sie dann im Flug erbeuteten“, so Wolfgang Bretschneider. Die Jungvögel gediehen demnach prächtig, sodass es im Nest immer enger wurde. Am 5. August fand Wolfgang Bretschneider einen Jungvogel neben dem Blumentopf auf der Ablage hockend. Er hob ihn wieder ins Nest und drehte den Topf leicht, damit die Tierfamilie eine bessere Sicht ins Freie hatte. Als Wolfgang Bretschneider am 7. August frühmorgens wieder ein Foto schießen wollte, wagten zwei der Jungvögel den Flug in den nächsten Baum. Die beiden Anderen hockten auf dem Topfrand, konnten sich aber noch nicht überwinden, ihnen zu folgen. „Doch ihre Neugier und wohl vor allem die Lockrufe der Eltern ließen die Angst schwinden, denn als ich wieder nach ihnen schaute, war das Nest leer. Sie übten noch einen halben Tag lang in unserer Nähe das Fliegen, bevor sie auf Nimmerwiedersehen verschwanden.

So sieht es aus, wenn Familie Grauschnäpper mit ihrem hungrigen Nachwuchs zu Gast ist. Inzwischen sind die Jungtiere flügge.Fotos: Bretschneider
So sieht es aus, wenn Familie Grauschnäpper mit ihrem hungrigen Nachwuchs zu Gast ist. Inzwischen sind die Jungtiere flügge.Fotos: Bretschneider

Wir wünschen ihnen eine gute Reise, denn sie ziehen im Herbst bis nach Mittel- und Südafrika, um dann hoffentlich im nächsten Jahr wieder wohlbehalten zurückzukehren“, so Wolfgang Bretschneider. (SZ)