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Volksfest wird immer beliebter

Ebersbach.Fast zu gut meinte es die Sonne beim Hainbergfest. Auf 400Meter Höhe wehte hier immerhin ab und zu ein frisches Lüftchen.

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Von Peter Stache

Schon am Freitagabend nutzen die Ebersbacher die Abendkühle, um dem traditionellen Vereinsfest ihren Besuch abzustatten. Auch nach dem Fassanstich mit dem Vertreter des Löbauer Malzmönchs locken zum Wochenausklang die Oberlausitzer Blasmusik aus Hainewalde und ein kühler Trunk die Spaziergänger zielgerichtet auf den Hausberg der Oberlandstadt. Auch wer den scheidenden und den frisch gewählten, neuen Bürgermeister zusammen in Aktion sehen will, kann beider Fertigkeiten beim Freibierausschank bewundern.

Vereine laden zum 15. Mal ein

Die Begrüßungsworte freilich bleiben dem noch gegenwärtigen Amtsinhaber überlassen. Lothar Heinicke richtet seinen Dank an die Vereine und die Feuerwehr, die wiederum in bewährter Manier das Fest veranstalten. Seit 1991 und damit das fünfzehnte Mal beweisen sie nicht nur organisatorisch ein gutes Zusammenspiel. Ehrensache beim Hainbergfest sind auch stets die Darbietungen der Ebersbacher Gesangs- und Sportgruppen.

Vergessen, so Lothar Heinicke, dürfe man auch nicht die Gaststätte, vor deren Türen sich alles abspielt. Hotel und Restaurant auf dem Hainberg verhielten sich „sehr kooperativ“. Mehr oder weniger sei das für sie in den fünf Jahren, seit sie den Hainberg bewirtschaftet, selbstverständlich geworden, schildert die Geschäftsführerin, Marion Hortschansky. Sie gehört dem Ausschuss der Vereine an, der unter Federführung der Stadt schon drei Monate vorher mit der Festvorbereitung beginnt.

Angst vor Geschäftseinbuße, versichert die Wirtin der seit 1868 bestehenden und vor sieben Jahren erneuerten Gaststätte, hat sie nicht. Im Gegenteil: Ein Stand mit Eis, Kaffee und Kuchen und dieses Mal mit Minihaxen „als Renner“ wird von der Gaststätte aus bestritten. Eine Geburtstagsgesellschaft aus Bautzen hat fast alle Betten gebucht. Der Jubel und Trubel um das Haus kommt gerade für die Kinder sehr gelegen. Den Rest der 21 Übernachtungsmöglichkeiten haben ehemalige Ebersbacher schon rechtzeitig bestellt, um zum Hainbergfest ihre Heimatstadt wieder einmal zu besuchen.

Ein Klassentreffen und eine goldene Hochzeit sorgen weiterhin für die Auslastung der Räume. Die fünfköpfige Stammbesatzung und die fünf Hilfskräfte haben jedenfalls alle Hände voll zu tun. Ohne Festzelt und Verkaufswagen der Schützen und der Feuerwehr wären die Besucher ohnehin nicht zu beköstigen.

Im bunten Unterhaltungsprogramm zeigen am Sonnabend außer der Rhönradgruppe, dem Spreequellchor und der Schönbacher Artistikshow auch wieder die „Aberschbächer Heedelirchen“ ihr Können. Schon ihretwegen ist eine Familie aus dem Flach- ins Oberland gekommen. Ebersbach ist ja als Hochburg der Mundartpflege bekannt, meint der Familienvater. Kinderspielplatz und der Panoramablick bilden neben Adlerschießen, Malstraße, Spielmobil, Karussell sowie Los- und Schießbuden einen schönen Rahmen für einen runden Familiennachmittag. Wer nicht der Kinder wegen nach Hause muss, bleibt dann meist im Kreise von Freunden, Bekannten und Nachbarn zur abendlichen Disko da und schwingt das Tanzbein. Auch am Sonnabend setzt in den Abendstunden die Völkerwanderung auf den Hausberg ein.

Beim nächsten Fest anknüpfen

Am Sonntag wirbt schon am Vormittag der Hundesportverein mit den Künsten seiner vierbeinigen Freunde. Wer rechtzeitig dem Programm des DRK-Kindergartens und der Schkola-Grundschule ohne häusliche Verpflichtungen beiwohnen möchte, rückt bereits zum „Mittag aus der Gulaschkanone“ auf den Hainberg ein. Mit einem Puppenspiel für die Kleinen klang schließlich das Fest aus.

Trotz der Hitze, sagt Karl-Heinz Simm vom Vorstand des Schützenvereins, haben sich die Erwartungen an das Fest erfüllt. Wehrleiter und Ordnungsamtsleiter Andreas Gampe führt das auch darauf zurück, dass die Veranstaltung „mehr Volksfestcharakter“ bekommen hat. Erstmals sind Schausteller vertreten, Brezelbude, Weinhandel und Keramikmalerei. Daran will man nun beim nächsten Hainbergfest anknüpfen.