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Volkssolidarität schließt Sozialstation

Der Dresdner Verein zieht sich zum Monatsende endgültig aus der Region zurück. Es war ein Abschied auf Raten.

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Von Regine Schlesinger

Krankenschwester Martina Ehrhardt aus Altenberg war 23 Jahre lang für den Pflegedienst der Volkssolidarität unterwegs. Am kommenden Montag wechselt sie nicht nur das Auto mit dem bekannten Logo des Vereins, sondern auch den Arbeitgeber. Künftig arbeitet sie für die Caritas- Sozialstation Glashütte.

Grund für den Wechsel ist der Rückzug der Volkssolidarität Dresden aus der Region. Nach der Begegnungsstätte 2011 trifft es nun auch die Dippser Sozialstation. Sie schloss Ende März. Das Aus kam für beide Einrichtungen aus demselben Grund. „Es hat sich nicht mehr gerechnet“, sagt Clemens Burschyk, Geschäftsführer der Volkssolidarität Dresden. Die genaue Zahl der Patienten, die von der Sozialstation betreut wurden, wollte er nicht nennen, aber sie habe deutlich unter 100 gelegen. In Anbetracht der weiten Wege, die in der Region oft zu nur einem einzelnen Patienten zurückgelegt werden müssen, ging die Rechnung am Ende nicht mehr auf. Man habe trotzdem versucht, die Station mit ihren acht Mitarbeitern noch zu retten und deshalb erst noch die Zahlen von 2012 abgewartet, sagt Burschyk. Doch als sie dann zu Jahresbeginn vorlagen, gab es keine Alternative zur Schließung mehr.

Soweit die schlechte Nachricht. Die Gute: Laut Clemens Burschyk lässt die Volkssolidarität keinen ihrer Patienten im Regen stehen. Für alle geht die Betreuung ab dieser Woche nahtlos weiter. Nur eben dann über eine andere Sozialstation. Darum habe sich niemand selber kümmern müssen, sagt Burschyk. In Dippoldiswalde sind Patienten und Mitarbeiter zu anderen Pflegediensten gewechselt.

Für alle anderen erfolgte der Wechsel mit dem 1. April. Einige Mitarbeiter bleiben aber auch bei der Volkssolidarität, zum Beispiel die Schmiedeberger Altenpflegerin Marlis Friebel. Sie arbeitet seit 14 Jahren für die Volkssolidarität. „Ich bin mit ihr als Arbeitgeber immer gut gefahren“, begründet sie. Die 53-Jährige nutzt die Schließung der Dippser Sozialstation für einen Neustart in einem Dresdner Pflegeheim der Volkssolidarität. Stationäre statt ambulante Pflege bedeutet das künftig für sie. Der Abschied von den Patienten, von denen sie einige viele Jahre lang betreut hat, fiel ihr allerdings nicht ganz leicht. Auch von ihren Schützlingen nahmen etliche die Nachricht von ihrem Weggang mit Bedauern auf. Doch sie hat sich die Sache gut überlegt und freut sich darauf, vor allem im Winter bei Schnee und Eis nicht mehr ständig unterwegs sein zu müssen.

Volkssolidarität arbeitet weiter

Mit der Schließung der Sozialstation geht in Dippoldiswalde das Kapitel Volkssolidarität Dresden zu Ende. Es begann Anfang 2005 mit der Übernahme der Dippser Begegnungsstätte und der Sozialstation, die bis dato vom Volkssolidarität-Kreisverband des Weißeritzkreises betrieben wurden. Dem wurde die Last aber zu schwer. Der Dresdner Stadtverband sprang in die Bresche und übernahm auch die 14 Mitarbeiter des Kreisverbandes. Der hatte damals noch 1 200 Mitglieder in 13 Ortsgruppen.

Inzwischen ist der Weißeritzkreisverband im neuen Verband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aufgegangen Der zählt rund 4 400 Mitglieder. Deren Aktivitäten sind von dem Rückzug des Dresdner Stadtverbandes nicht berührt. Auch für die geschlossene Dippser Begegnungsstätte haben die Ortsvereine, die sie als Treffpunkt nutzten, anderweitig Ersatz gefunden.