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Volle Centrum-Galerie, aber nur am Wochenende

Nach dem Umbau läuft das Einkaufszentrum in Dresden besser. Die Mieter sind aber noch nicht ganz zufrieden.

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© André Wirsig

Von Juliane Richter

Sieben Monate nach ihrer Neueröffnung ist die Centrum-Galerie noch längst nicht komplett. Erst vergangene Woche hat die Sächsische Eismanufaktur eine neue Filiale direkt an der Trompeterstraße eröffnet. Innen verteilen sich gut 20 Tische auf 130 Quadratmetern, außen locken mehrere Sitzgarnituren unter großen Sonnenschirmen. Filialleiter Christoph Rütthard will mit selbst gemachtem Eis und Torten bei den Kunden punkten. Er glaubt, dass ihm die noch relativ neuen Läden im Center viele Besucher bescheren.

Im November hatte die irische Modekette Primark eröffnet. Weitere Filialisten, wie Bershka, Pull & Bear oder Superdry haben sich mit ihren Läden in der Centrum-Galerie ebenfalls erstmals in Dresden angesiedelt. Das neue Konzept, vor allem junge Leute anzusprechen, scheint aufzugehen. Im Center schlendern viele Teenager mit großen Primarktüten umher. Entsprechend zufrieden zeigt sich Primark-Chef Wolfgang Krogmann: „Der Laden wird sehr gut angenommen.“ Viele Kunden kämen nicht nur aus dem Umland, sondern auch aus dem Grenzgebiet zu Tschechien. Zu genauen Kunden- und Umsatzzahlen äußert sich die Kette aber nicht.

Auch Media-Markt-Chef Stefan Kortenjann sieht die Entwicklung des Centers positiv. Seine Filiale war im Zuge des 30 Millionen Euro teuren Centerumbaus auf eine kleinere Fläche im Untergeschoss gezogen und ist nun schon vom Eingang aus zu sehen. „Wir haben seit Januar monatlich zwischen fünf und zehn Prozent Kundenzuwachs“, sagt er. Nur unter der Woche könne die Frequenz noch etwas zunehmen. Ähnlich sieht es Kristin Bernhardt, Storemanagerin des Les Bellista-Geschäftes direkt am Haupteingang. „Der Samstag läuft richtig gut, aber an den Wochentagen ist es hier noch recht ruhig“, sagt sie.

Der neue Centermanager Dirk Fittkau ist mit den Kundenfrequenzen dennoch sehr zufrieden. Ihm zufolge kommen wochentags bis zu 30 000 Gäste, am Sonnabend bis zu 65 000. Mit weiteren zukünftigen Mietern sei er derzeit in Verhandlung. Noch im Juli soll der neue Taschenladen „Bagstage“ im Erdgeschoss eröffnen. Trotzdem gibt es nach wie vor einige freie Ladenflächen. So stehen im Untergeschoss auf dem Weg zum Parkhaus die ehemaligen Konsum-Räume leer. Der Lebensmittelhändler hatte nach einem zwischenzeitlichen Auszug im Oktober eine neue Filiale im selben Geschoss eröffnet. Vorstandschef Gunter Seifert verzeichnet dort positive Kunden- und Umsatzentwicklungen. Allerdings musste der Konsum zum 1. Juni seine ursprünglich verlängerten Öffnungszeiten wieder reduzieren.

Debatte über Öffnungszeiten

Während die Filiale in den ersten Monaten von 9 bis 21 Uhr geöffnet war, gelten nun die üblichen Center-Zeiten von 9.30 bis 20 Uhr. „Unser Eindruck war, dass die Besucher der Centrum-Galerie die ursprünglich längeren Öffnungszeiten gern angenommen hatten“, sagt Seifert dazu.

Centermanager Fittkau erwidert, dass die Entscheidung aus Kostengründen gefallen sei. Auch Primark habe nun nicht mehr länger offen, weil das Center dadurch Betriebskosten sparen kann. „Die Abendstunden waren ohnehin nicht so erfolgreich“, sagt Fittkau. Zu gering scheint auch der Kundenzulauf für René Butros gewesen zu sein. Er hat über Jahre, auch während des langwierigen Umbaus, Fruchtgummi der „Bären Company“ im Erdgeschoss verkauft. Doch seit Anfang Juni ist der Laden zu. Laut Centermanager Fittkau will ein neuer Betreiber die Filiale übernehmen. Einige Baustellen bleiben im Center somit noch bestehen.

Architekt Peter Kulka, der einst die Centrum-Galerie gebaut und auch den Umbau begleitet hat, behält das Objekt nach wie vor im Auge. „Das auf junge Leute zugeschnittene Konzept des Centers ist aus meiner Sicht erfolgreich und passt zur Architektur des Raumes“, sagt er. Noch hinterfragt er jedoch die gezielte Wegeführung der Kunden, die möglichst alle Geschäfte passieren sollen. Bedauern schwingt bei ihm zudem mit, dass nach dem Umbau der „großzügige Raumeindruck“ ein wenig verloren gegangen ist.Kommentar