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Vollsperrung auf der Roßweiner Straße

Der AZV verlegt neue Abwasserleitungen. Doch das Land lässt die Chance für eine Straßensanierung ungenutzt.

Zwischen Ostbahnhof und Ortsausgang wird bis Jahresende ein neuer Abwasserkanal in der Roßweiner Straße verlegt. Das geht nur unter Vollsperrung.
Zwischen Ostbahnhof und Ortsausgang wird bis Jahresende ein neuer Abwasserkanal in der Roßweiner Straße verlegt. Das geht nur unter Vollsperrung. © Lutz Weidler

Döbeln. Im kommenden Monat wird in Döbeln die nächste Großbaustelle mit Straßensperrung eröffnet. Diesmal ist die Roßweiner Straße dran. Der Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal lässt zwischen Ostbahnhof und Ortsausgang den Abwassersammler auswechseln. Und das unter Vollsperrung. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Voraussichtlich wird es Ende Juli losgehen.Die Arbeiten sollen Mitte November abgeschlossen werden, so Sylke Herrmann vom Wasserdienstleister Veolia.

Die ausführende Firma ist eine alte Bekannte. LFT aus Ostrau ist vom AZV mit den Arbeiten beauftragt worden. In der Straße liegen derzeit noch alte Steinzeugrohre, die in den 60er oder 70er-Jahren verlegt wurden und damals Stand der Technik waren. Inzwischen sind sie verschlissen. Dabei handele es sich um normale Alterserscheinungen. Stattdessen wird eine neue Kunststoffleitung verlegt und damit noch ein weiterer Mangel behoben. Bei besonders starken Regenfällen war es an einigen Stellen zu Rückstau im Kanal gekommen. Die neue Leitung wird deshalb mit mehr Gefälle verlegt, um solche Erscheinungen zu verhindern. „Die Maßnahme trägt zu einer verbesserten Ableitung des Abwassers und damit zu einer höheren Entsorgungssicherheit bei“, so Hermann. Der AZV gibt dafür rund 500.000 Euro aus.

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Die Baustelle sei für die Arbeiter mit einigen Herausforderungen verbunden. So muss die Baugrube bis zu fünf Meter tief ausgehoben werden. „Das verlangt insbesondere beim Verbau des etwa zwei Meter breiten Rohrgrabens viel Sorgfalt, damit die strengen Auflagen in puncto Arbeitssicherheit eingehalten werden. Im Übrigen ist das auch ein Grund, warum die Roßweiner Straße komplett gesperrt werden muss, wenn die Baustelle eingerichtet ist“, so die Sprecherin.

Für die neue Abwasserleitung werde die bestehende Trasse genutzt. Das habe unter anderem den Vorteil, dass die Anbindung der Hausanschlüsse unkomplizierter vonstattengeht.

Kein Geld für den Ausbau

Der AZV wird die Fahrbahn nach Ende der Arbeiten einfach wieder verschließen lassen. Eigentlich hätte die S 34 in diesem Abschnitt eine Erneuerung nötig – und in anderen Abschnitten in Richtung Roßwein hatte das Land Sachsen die Staatsstraße auch schon sanieren lassen. Aber in diesem Fall lässt der Straßenträger die Chance ungenutzt verstreichen. Die Begründung ist die gleiche, der sich das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) angesichts leerer Kassen gebetsmühlenartig bedient.

Seit 2018 gilt eine Ausbau- und Erhaltungsstrategie für Staatsstraßen, nach der Baumaßnahmen eingeordnet werden. Alle vier Jahre wird der Zustand der Straße erfasst und der Erhaltungsbedarf bewertet. „Der betreffende Erhaltungsabschnitt ist in der Dringlichkeit innerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Niederlassung Zschopau auf Rang 118 gesetzt. Im Rahmen der Aufstellung des Erhaltungsbauprogramms konnte dieser Abschnitt dennoch nicht in die erste Periode 2019 bis 2022 eingeordnet werden“, antwortete Franz Grossmann von der Pressestelle des Lasuv auf Anfrage. „Dies erklärt sich daraus, dass es andere Netzabschnitte im Bereich der Niederlassung Zschopau gibt, die eine höhere Dringlichkeit aufweisen, insbesondere auch wegen einer höheren Verkehrsbedeutung.“

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Die Abstimmungen zur Umleitungsstrecke sind noch nicht erfolgt. Von der Sperrung betroffen sind auch die Plusbus-Linie 750 Döbeln-Freiberg über Roßwein und der Stadtverkehr D. Wie der Busverkehr geordnet wird, könne erst festgelegt werden, wenn es nähere Informationen zu Beginn, Dauer und Bauabschnitten gibt, sagte Ivica Boskovic, Leiter der Döbelner Niederlassung von Regiobus.

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