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Vollsperrung in Dipps nervt Anwohner

Bis Oktober ist keine Besserung zu erwarten. Bringt eine neue Ampel an der B 170 die Lösung?

Karin Oertel ärgert sich über die Vollsperrung beim Wohngebiet an der Wolframsdorfer Straße. Bis Oktober wird sie noch Geduld brauchen.
Karin Oertel ärgert sich über die Vollsperrung beim Wohngebiet an der Wolframsdorfer Straße. Bis Oktober wird sie noch Geduld brauchen. © Egbert Kamprath

Seit zweieinhalb Monaten ist die Straßenverbindung, die aus dem Wohngebiet Wolframsdorfer Straße hinter dem Bahnhof vorbei zur Dippoldiswalder Innenstadt führt, komplett gesperrt. Der Grund dafür ist, dass sich diese Verbindung zu einem Schleichweg entwickelt hatte - vor allem für Autos, die in Richtung Reichstädt fahren wollen und wegen der Baustelle am Museum eigentlich die Umleitung über den Obertorplatz nehmen müssten. Die Straßen durchs Wohngebiet sind darauf überhaupt nicht ausgelegt, zumal selbst Lkws diese Strecke nahmen. Die Stadtverwaltung hat sich daher entschlossen, den Schleichweg Anfang Mai radikal zu sperren.

Doch damit sind selbst Anwohner im Wohngebiet unzufrieden. Denn auch für ihre alltäglichen Wege haben sie diese Verbindung genutzt. Vor allem ist die reguläre Ausfahrt über den Firstenweg auf die B 170 oft beschwerlich. Die Kunden aus den Geschäften dort und alle Anwohner müssen jetzt hier auf die Bundesstraße einbiegen – was oft mit Wartezeiten verbunden ist. Das Problem hat auch Karin Oertel, die im Pappelweg wohnt. Sie hat sich deswegen mit ihren Bedenken an die Sächsische Zeitung gewandt. Vorher war sie auch schon auf dem Rathaus. „Dort wurde ich mit tausend Argumenten abgewimmelt“, berichtet sie.

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Sie würde eine Lösung sinnvoller finden, bei der die Straße durchs Wohngebiet beispielsweise nur für Anwohner freigegeben würde oder eine Tonnagebegrenzung bekäme, damit die Lkws nicht mehr durchfahren könnten.

Unnötige Umwege kritisiert

„Vielleicht hätte sich die Stadtverwaltung auch Hilfe von außerhalb suchen sollen, um eine Lösung zu finden. Studenten der TU benötigen doch immer Themen für ihre Arbeiten“, sagt Karin Oertel. Sie findet, dass die Stadt mit dieser Entscheidung viele Autofahrer zu unnötigen Umwegen zwingt und damit eine zusätzliche Belastung für das Klima verursacht. „Während Menschen weltweit demonstrieren, um auf den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt hinzuweisen, werden in Dipps Entscheidungen getroffen, die all diesen Bemühungen entgegenstehen“, sagt sie.

Die Sächsische Zeitung fragte die Dippoldiswalder Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU), wie es mit der Sperrung weitergehen soll. Kurz bevor sie ins Amt kam, hat es im Juni einen Vor-Ort-Termin gegeben auch mit Gegnern dieser Straßensperrung. Dabei wurde festgelegt, dass die Sperrung noch solange dauert, wie die Straße am Museum vorbei nur als Einbahnstraße befahrbar ist. Erst müssen dort die Bauarbeiten soweit gediehen sein, dass das Gerüst zur Straße hin abgebaut werden kann. Dann ist wieder Platz genug für den Verkehr in beiden Richtung und die Autofahrer haben keinen Grund mehr, sich einen Schleichweg zu suchen. Voraussichtlich wird das im Oktober dieses Jahres so weit sein, teilte Körner mit.

© Grafik: SZ

Außerdem hat die Stadtverwaltung beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr angefragt, ob nicht an der Einmündung auf die B 170 eine Ampel aufgestellt werden könnte, um damit das Problem zu lösen. Darauf gab es aber bisher noch keine Antwort von der Landesbehörde. Die Ampel wäre auch dann noch sinnvoll, wenn die Museumsbaustelle abgeschlossen ist. Denn es gab schon früher immer wieder Staus, wenn viele Kunden aus den anliegenden Märkten wieder auf die Bundesstraße fahren wollen.

Anwohner befürchten, dass sich die Situation verschlimmert, wenn der geplante Neubau von Edeka auf dem Gelände des früheren Autohauses Schneider entsteht. Dieser Neubau hat noch nicht einmal begonnen, aber die Planung dafür läuft.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.

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