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Volltreffer im Roßweiner Pflegeheim

Im Seniorenheim „Berta Börner“hält digitale Technik Einzug. Die sorgt für Spaß und hat noch mehr Vorteile.

Regelmäßig treffen sich die Bewohner des Seniorenheims „Berta Börner“ in Roßwein zum Spielen. Das digitale Spiel animiert zu Bewegung und bereitet den Senioren noch dazu viel Spaß.
Regelmäßig treffen sich die Bewohner des Seniorenheims „Berta Börner“ in Roßwein zum Spielen. Das digitale Spiel animiert zu Bewegung und bereitet den Senioren noch dazu viel Spaß. © Lars Halbauer

Roßwein. Zum Fußballspielen haben sich einige Senioren im Gemeinschaftsraum des Seniorenheimes „Berta Börner“ an der Hermannstraße versammelt. Dass die Pflegebedürftigen jetzt des Öfteren Sport treiben, liegt an einem neuen Spiel, das die Heimleitung angeschafft hat. 

Tovertafel heißt das Gerät, das an einer holländischen Hochschule entwickelt worden ist. Es projiziert Spiele auf den Fußboden oder einen Tisch und reagiert interaktiv auf kleinste Bewegungen und bestätigt diese akustisch.

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Virtueller Fußball

„Unsere Bewohner sind total begeistert davon und haben jede Menge Spaß“, sagt Heimleiterin Angelika Weise. Auf das Spiel ist sie bei Recherchen im Internet gestoßen. 

„Dass den Senioren das gefällt, war uns schon klar, aber dass sie so begeistert sind, hätten wir dann doch nicht gedacht“, sagt sie. 

Mit Schwung versucht eine Bewohnerin, den virtuellen Fußball ins Tor zu schießen. Das kann die Torhüterin nur mit Mühe verhindern.

 „Durch das Spiel werden die Bewohner zur Bewegung animiert und haben noch dazu jede Menge Spaß. Das klappt ganz hervorragend“, ist auch Ergotherapeutin Nancy Herbst begeistert.

Bilder wecken Erinnerungen

Es gibt noch viele weitere Spielvarianten. So können die Senioren zum Beispiel aus Blättern einen Laubhaufen bauen, Blumen wachsen oder bei einem Puzzle Bälle zerplatzen lassen, so dass am Ende ein Bild entsteht. „Die Bilder wecken wiederum bei vielen Bewohnern Erinnerungen“, sagt Nancy Herbst. 

Mehr als 7.000 Euro kostet das Spiel. Die Heimleiterin hat dafür eine Unterstützung aus dem Programm „Förderung zur Digitalisierung in der Pflege“ beantragt. „Acht unterschiedliche Spielvarianten sind in der Grundausstattung schon dabei.“

Das Fußballspiel hat Angelika Weise dazu gekauft – von einer Spende, die die Frau eines verstorbenen Bewohners dem Heim hat zukommen lassen. „Weil es ein Mann war, habe ich gleich an das Fußballspiel gedacht. Mittlerweile spielen es unsere Frauen genauso gerne“, so die Heimleiterin.

Froh über Lockerungen

Sie und das Team des Altenpflegeheims sind froh darüber, dass hinsichtlich der Corona-Pandemie nunmehr Lockerungen in Kraft getreten sind. Besucher müssten zwar noch den Mundschutz tragen, und die Besuchszeit sei auf eine bestimmte Zeit begrenzt. „Das ist aber kein Vergleich zu der Zeit, als die rigorosen Kontaktbeschränkungen galten“, so Angelika Weise. 

Bei einigen dementen Bewohnern, die mehr als Hälfte der Betreuten ausmacht, hätte der Kontakt zu den Angehörigen erst schrittweise wieder aufgebaut werden müssen.Heim voll ausgelastet

Heim ist nahezu ausgelastet

Derzeit ist das Heim mit seinen 75 vollstationären und drei Kurzzeitpflege-Plätzen zu 98 Prozent ausgelastet. Auch während der „harten“ Corona-Zeit seien Aufnahmen durchgängig möglich gewesen. Die neuen Bewohner mussten dann allerdings zunächst in Quarantäne. 

Mit der derzeitigen Personalsituation ist die Heimleiterin zufrieden. Das führt sie unter anderem auf die gute Bezahlung nach den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) zurück. Diese gelten für Mitarbeiter der Diakonie, die Träger des Roßweiner Heims ist, und den Caritasverband. 

Danach steigt das Gehalt jeweils im Juni um 1,6 Prozent und im Dezember um 2,1 Prozent. Zudem werde in einen betrieblichen Rentenfonds eingezahlt.

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