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Weißwasser

Volltrunken auf geklautem Rad

Ein Lette fällt der Bundespolizei vor die Füße. Die Gerichte an der Neiße kennt er schon gut.

© Jörg Schubert

Ein Angeklagter aus Lettland, der in Warschau wohnt, musste sich vor dem Amtsgericht Weißwasser wegen Diebstahl, Hehlerei und vorsätzlicher Trunkenheit im Straßenverkehr verantworten. Er wurde aus U-Haft vorgeführt.

Er soll am 13. März 2019 an einem unbekannten Ort ein Fahrrad im Wert von 500 Euro entwendet haben. Mit diesem Rad kam er am Nachmittag um 16.38 Uhr aus Richtung Polen über die Grenzbrücke in Bad Muskau gefahren. Wegen der Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit von 20 km/h winkte ihn ein Beamter der Bereitschaftspolizei aus dem Verkehr. Der Lette machte zunächst einen Bogen und hielt dann aber doch an. Infolge seiner Alkoholisierung fiel er dabei vom Fahrrad und musste von den Polizisten erst einmal auf eine Bank gesetzt werden. Eine Verständigung war nicht möglich. Die erfolgte Blutentnahme im Krankenhaus Weißwasser ergab einen BAK-Wert von 2,6 Promille.

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Die 250-Euro-Kauf-Schwindelei

Der Angeklagte erklärte, das Fahrrad habe er von einem Polen für 250 Euro gekauft. Der hatte es angeblich aus einem Pfandhaus besorgt. Aber er brauchte Geld für seine kranke Frau. Der Kauf wurde, so der Angeklagte, in einem Café am Markt in Bad Muskau besiegelt. Kaufbelege hatte der Pole nicht, die habe er gleich vernichtet. Mit dem Neuerwerb habe sich der Lette nach Polen begeben, dort zehn Bier getrunken und die Heimfahrt angetreten.

Bei der Kontrolle an der Grenze stellte sich jedoch heraus, dass das Fahrrad zur Fahndung ausgeschrieben war. Anderntags, als der Lette wieder ansprechbar war, gab er in einer polizeilichen Vernehmung zu, das Fahrrad gestohlen zu haben. Der tatsächliche Eigentümer konnte von der Polizei allerdings nicht ermittelt werden. Da der angeklagte Diebstahl zeitlich und örtlich unklar blieb, wurde dieser Anklagepunkt auf Antrag der Staatsanwältin nach § 154, Absatz 2 StPO eingestellt.

Das Bundeszentralregister zeigte auf, dass der Angeklagte alle Amtsgerichte entlang der Grenze wegen einschlägiger Straftaten kennt: Frankfurt/Oder, Eisenhüttenstadt, Weißwasser und Görlitz. Tatsache blieb: Der Lette fuhr in Bad Muskau betrunken mit einem gestohlenen Fahrrad. Angesichts der Registerauszüge und der erheblichen Alkoholisierung zum Tatzeitpunkt verurteilte ihn Amtsgerichtsdirektor Martin Hinrichs zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu 13 Euro. Die Tagessatzhöhe wurde einem Hartz-IV-Empfänger gleichgesetzt, da der Verurteilte vorab in Freiheit in seinem Beruf wohl kein Geld verdienen wird. Er verbleibt wegen weiterer Straftaten in U-Haft. (Jost Schmidtchen)

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