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Zittau

Vom Abrisskandidat zum modernen Ort

Die Gemeinde Olbersdorf ist heißer Kandidat, "Kommune des Jahres" in Ostdeutschland zu werden - auch wenn der Strukturwandel weitergeht.

Blick über Olbersdorf bis zur Grundbachsiedlung, das vom Bergbau-Ersatz- zum modernen Wohngebiet umgebaut werden soll.
Blick über Olbersdorf bis zur Grundbachsiedlung, das vom Bergbau-Ersatz- zum modernen Wohngebiet umgebaut werden soll. © Matthias Weber

Olbersdorf gehört zu den Gemeinden, die durch engagiertes Handeln ihre Heimatregion weiter gestärkt und vorangebracht haben. Davon sind zumindest Sparkasse, IHK und Landkreis Görlitz überzeugt und haben sie für den vom Ostdeutschen Sparkassenverband und der "Super-Illu" ausgelobten Unternehmerpreis in der Kategorie "Kommune des Jahres" vorgeschlagen.

"Offenbar konnten wir die Träger des Vorschlags damit überzeugen, wie wir den Strukturwandel nach Stilllegung des Tagebaus vor allem aus eigener Kraft ,gewuppt' haben", schreibt Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster. So flossen keine zusätzlichen finanziellen Hilfen aufgrund des Ausstiegs aus der Braunkohleförderung.

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Anders jetzt: Sachsen kann mit rund zehn Milliarden Euro für den Strukturwandel rechnen. Was bedeutet, dass die betroffenen Kommunen bereits wissen, welche Mittel  zur Verfügung stehen werden. Diese Sicherheit blieb Olbersdorf Anfang der 90er Jahre vorenthalten, obwohl schon circa 700 Arbeitsplätze allein im Tagebau verloren gingen. "Wir haben unsere Zukunft selbst in die Hand genommen", so Förster. "Wir diskutierten klare Vorstellungen darüber, wie und wohin sich Olbersdorf entwickeln sollte."

Der  ist nach Sicht des Bürgermeisters vom Abrisskandidaten zu einer liebenswerten und modernen Gemeinde im Vorlande des Zittauer Gebirges geworden. Grundpfeiler dafür waren für ihn die Sicherung der verbliebenen Industriestandorte KSO-Textil GmbH Kettwirkerei und Schärerei Olbersdorf, HYVA – Georg Hydraulik GmbH und Olbersdorfer Guss GmbH durch Bauleitplanung, örtliche Entwicklungskonzepte für das Niederdorf und die Grundbachsiedlung, die Rekultivierung, Sanierung und Fortentwicklung des ehemaligen Tagebaugeländes über die Landesgartenschau 1999 hin zu einem attraktiven "Aktiv- und Wassersportzentrum" sowie Angebote wie das "Outdoor Land" oder das Familienbüro "Mosaik". 

Am 9. September durfte sich die Gemeinde einer Jury in Potsdam präsentieren. Schon jetzt geht Förster davon aus, an der Preisverleihung am 21. November als Kommune dabei zu sein. Schließlich seien – was Sachsen betrifft – nur noch zwei Kandidaten im Rennen, von denen einer Landessieger werde, so der Bürgermeister.

Doch trotz des Geschaffenen ist der Strukturwandel in Olbersdorf noch nicht beendet. Daran ändern laut Förster aktuelle Vorhaben wie der Ausbau der Fernwärmeversorgung und des Straßenlichts nach modernen ökologischen Grundsätzen und deren Finanzierung aus Efre- und Städtebaumitteln nichts. 

So bedarf die als "Golanhöhen"bekannte Grundbachsiedlung nach seiner Sicht eines Umbaus vom Bergbau-Ersatzwohngebiet zu einem modernen Wohngebiet in einer ländlich geprägten Gemeinde. "Den wir diesmal allein nicht bewältigen können", schreibt der Bürgermeister. "Auch diese ehrliche Sichtweise konnte bei der Jury – trotz aller vorgetragenen Erfolge – punkten."

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