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Vom Fußballfan-Ei bis zum Muskauer Schloss

Bei Wettbewerben erfolgreich und immer auf Anregungen aus: Kurt Pluta ist mit 77 noch immer begeisterter Eierverzierer.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Die Ostereier von Kurt Pluta aus Weißwasser heben sich ab von denen anderer Eier-Künstler. Seine Fan-Eier mit den Emblemen bekannter Fußballclubs riefen unter den Besuchern des Sorbischen Ostereiermarktes in Bautzen ein Schmunzeln hervor. Doch der 77-Jährige nutzt auch die Eier größerer Vögel, um das gesamte Bad Muskauer Schloss darauf zu verewigen. Außerdem bringt er freche und nachdenkliche Sprüche in Deutsch und Sorbisch auf den ovalen Untergrund. Möglich ist das alles, weil sich Kurt Pluta der Kratztechnik bedient. Und zwar ausschließlich. Die ähnlich gelagerte Ätztechnik hat er zwar auch schon mal ausprobiert. Doch die werde angesichts ziemlich rigider Hygienevorschriften ohnehin nur noch sehr selten von den Eierkünstlern genutzt.

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Die Kratztechnik, die viel Fingerspitzengefühl erfordert, hat sich Kurt Pluta in seiner oberschlesischen Heimat angeeignet, wo sie sehr intensiv gepflegt wurde. Der 77-Jährige stammt aus Dünenfeld, das heute Cisowa heißt. Seit 1961 lebt er in Weißwasser. Der frühere Chemieingenieur beteiligt sich seit mehr als vierzig Jahren regelmäßig am Wettbewerb um das schönste sorbische Osterei – so auch in diesem Jahr. Er belegte in seiner Kategorie – der Kratztechnik – den zweiten Platz. „Für so ein Wettbewerbsei benötige ich rund sechs Stunden Arbeitszeit“, sagt Kurt Pluta. An seinen Kollektionen arbeitet er von Oktober bis Ostern. Mit seiner Begeisterung für das Eierverzieren hat er längst auch seine Frau Bärbel und die drei Söhne Peter, Simon und Martin angesteckt. Und sogar die in Hamburg lebenden Enkel pflegen die Kunst am Ei.

Die Kratztechnik ermöglicht Kurt Pluta ein weites Spektrum an Motiven. So malt er nach wie vor oberschlesische Muster, wie Rauten, Ranken und Ornamente auf den zerbrechlichen Untergrund. Zu sehen bekommt man aber auch Tiere, wie Eulen, Hasen und Hühner, sowie religiöse Motive, wie Kelch, Kreuz oder Lamm. In jüngster Zeit holt er sich aber auch Anregungen von älteren Bad Muskauern, welche noch die typischen sorbischen Muster aus der Gegend beherrschen. Das erfreut auch Carola Geppert. Sie ist eine der Initiatoren für die Gründung einer Domowina-Ortsgruppe in Bad Muskau.

Am 5. und 6. April sind Kurt Plutas Ostereier im Sorbischen Kulturzentrum Schleife beim Ostereiermarkt zu sehen. Und weil eben nirgendwo sonst als im sorbischen Siedlungsgebiet der Oberlausitz Ostereier derart kunstvoll verziert werden, mit unterschiedlichsten Techniken und verschiedenen Ideen, wird auch der MDR am Wochenende dabei sein, wie Sprecherin Peggy Ender mitteilt.

„MDR vor Ort“-Moderatorin Seraphina Kalze wird sich auf den Weg nach Schleife machen, zumal sie bereits im vergangenen Jahr erste Malkurse in Sachen Osterei absolviert hat. „Mal sehen, was in diesem Jahr und unter bester sorbischer Anleitung dabei herauskommt“, sagt Peggy Ender. Für die Zuschauer der Sendung soll es die schönsten Ostereier zu sehen sowie eine Menge Tipps zum Selbermachen geben. Die Sendung zum Einstimmen auf Ostern läuft am Sonnabend, dem 5. April, um 16.05 Uhr, im MDR.