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Vom Getreidespeicher zum Touristenzentrum

In die Alte Ziegelei in Klein Kölzig ist die Verwaltung des Geoparks gezogen. Was bedeutet das für die Gemeinde?

Eberhard Müller, Bürgermeister der Gemeinde Neiße-Malxetal, freut sich über die neuen Möglichkeiten, welche die umgebaute Ziegelei in Klein Kölzig bietet.
Eberhard Müller, Bürgermeister der Gemeinde Neiße-Malxetal, freut sich über die neuen Möglichkeiten, welche die umgebaute Ziegelei in Klein Kölzig bietet. © Jost Schmidtchen

Die überwiegend regionalen Handwerker waren offenbar wirklich fleißig: Die Alte Ziegelei in Klein Kölzig ist nicht mehr wiederzuerkennen. Wer das Gebäude von früher kennt, weiß das besonders hoch zu schätzen.
Jetzt haben hier neue Nutzer ihre Heimstatt gefunden: Das Unesco Global Geoparkzentrum Muskauer Faltenbogen, der Ziegeleibahnverein und die Heimatstube Klein Kölzig einschließlich der Gemeindebibliothek. Die Aufwertung wird natürlich in erster Linie von der Geoparkverwaltung geprägt und soll in Zukunft Bedeutung für Touristen aus ganz Europa haben.
TAGEBLATT sprach über die erhebliche Werterhöhung des historischen Gebäudes mit dem Bürgermeister der Gemeinde Neiße-Malxetal, Eberhard Müller. Selbst ein ehemaliger leitender Mitarbeiter aus dem Tagebau Nochten, kennt er als Bergmann natürlich auch den Muskauer Faltenbogen bestens.

Herr Müller, werfen wir einen Blick über 100 Jahre zurück: Wann begann die Geschichte der Alten Ziegelei?

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Errichtet wurde sie in den Jahren 1892 bis 1894 durch die Aktiengesellschaft „Großer Kurfürst Berlin“. Es entstand ein Ringbrandofen mit 18 Brennkammern. Er ist bis heute erhalten und steht für Touristen zur Besichtigung offen. Die Tagesleistung betrug bis zur endgültigen Stilllegung 1968 rund 5 000 gelbe Ziegel. 60 Männer und Frauen hatten hier Arbeit, wohnten rundum im Ort. Prägende Wohnhäuser in Klein Kölzig zeugen noch heute von den gelben Ziegeln.

Was wurde aus dem Gebäude in der weiteren Zukunft?

Von 1968 bis 1989 wurde es zweckentfremdet als Getreidespeicher für die ortsansässige LPG genutzt. Doch dann kam die neue Zeit. Schon 2001 gab es eine erste Machbarkeitsstudie zum Geopark Muskauer Faltenbogen. 2004 bis 2006 erfolgten grundhafte Sanierungsarbeiten zum Erhalt des Gebäudes. Dazu gehörten das Dach, die Dachkonstruktion, die Zwischendecken und Fußböden.

Alles hat viel Geld gekostet. Wo kamen die finanziellen Mittel her?

Erst einmal zur Klarstellung: Alle Beschlüsse zur Sanierung und Wiederherstellung der Alten Ziegelei haben die Gemeindevertreter der Gemeinde Neiße-Malxetal getroffen. Finanziell hat sich das über die Jahre verteilt. Fördermittel stellten das Land Brandenburg bereit, die EU, und wir konnten weitere Fördertöpfe anzapfen. Dazu kamen Eigenmittel aus unserem Haushalt. Wie gesagt, über den ganzen Planungs- und Bauzeitraum.

Wie hat sich der gestaltet?

Es gab Abstimmungen mit dem Landkreis Spree-Neiße, dem Amt Döbern-Land und erste Nutzungsvereinbarungen mit dem Ziegeleibahnverein. Dazu kamen Beschlüsse der Gemeindevertretung zur Nutzung der Alten Ziegelei als Geoparkzentrum. Dann begannen die Erneuerungsarbeiten.

Die waren ja sehr finanzintensiv. Können Sie die getätigten Investitionen einmal nennen?

Die Gesamtinvestition belief sich auf etwa 1,9 Millionen Euro. Aufgeschlüsselt auf Fördermittel, Eigenmittel der Gemeinde und teilweise des Ziegeleibahnvereins. Der Innenbereich für das Geoparkbüro und das entstehende ETVZ umfasst eine Fläche von 506,75 beheizten Quadratmetern. Der übrige Raum ist unbeheizt.

Ob beheizt oder nicht, welche Nutzungen sind angedacht?

Sehr viele. Die Geoparkverwaltung ist für unsere Gemeinde ein Hauptgewinn. Die Räumlichkeiten der Alten Ziegelei stehen jetzt offen für Veranstaltungen der Geoparkverwaltung zum Muskauer Faltenbogen, Geoparktage für Schulklassen und Touristen sowie Veranstaltungen der Ziegeleibahn und der Heimatstube.

Gespräch: Jost Schmidtchen

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