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Vom Handball-Star zum Auslaufmodell

Björgvin Gustavsson wollte beim SC Magdeburg zum besten Torhüter der Welt reifen. Eine Erkrankung reißt ihn aus allen Träumen.

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Von Anne Kunze

Björgvin Pall Gustavsson glaubt immer noch fest an seinen Kindheitstraum. „Ich möchte einer der besten Torhüter der Welt werden“, sagte der Keeper, als er 2011 das neue Aushängeschild von Handball-Bundesligist SC Magdeburg wurde. Nur anderthalb Jahre später durchlebt der Isländer die schwierigste Zeit seiner Karriere. Denn der Olympia-Silbermedaillengewinner von Peking 2008 verbrachte in dieser Saison den größten Teil auf der Ersatzbank statt zwischen den Pfosten. Zuletzt war er sogar vorwiegend in der Kältekammer, nachdem er Ende September nach einer Salmonellen-Infektion an reaktiver Arthritis erkrankte. Das ist eine rheumatische Erkrankung.

„Das ist momentan für mich sehr schwierig. Ich möchte der Mannschaft doch weiterhelfen“, bekannte Gustavsson. Auch die jüngste Auswärts-Niederlage des SCM bei der SG Flensburg-Handewitt (24:30) erlebte er nur noch als Zuschauer. Und musste im Norden den vielen skandinavischen Spielern viele Fragen zu seinem Schicksal beantworten. Gustavsson war mit vielen Vorschusslorbeeren zum SCM gekommen. Zu Beginn des ersten Bundesliga-Jahres avancierte der EM-Dritte schnell zum Publikumsliebling. Nun verlässt er jedoch im kommenden Jahr den Klub schon wieder. Dabei sei die Erkrankung „ein unglücklicher Zustand, der nicht in Verbindung mit der Personalentscheidung stand“, versicherte Manager Marc-Henrik Schmedt.

Erste Priorität habe aber nun erst einmal die Gesundheit. Sein ungebrochener Ehrgeiz treibt ihn an. Derzeit steht der Isländer, der sich in seiner Heimat behandeln ließ, allerdings noch unter Medikamenteneinfluss. „Björgvin hat dadurch natürlich auch einen entsprechenden Substanzverlust erfahren“, meint Schmedt. „Für einen so aktiven Menschen wie mich ist es sehr schwierig, langsam zu gehen, da ich es gewohnt bin, alles was ich tue, zu einhundert Prozent zu machen“, sagte der Isländer. (dpa)