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Dippoldiswalde

Vom Kleinkind bis zum Sachsenmeister

Possendorf feiert sein Turn-Jubiläum mit einer großen Gala. So etwas ist nur aller fünf Jahre möglich – mit gutem Grund.

Benjamin Kintopp ist aktueller Landesmeister und eines der Possendorfer Turn-Aushängeschilder.
Benjamin Kintopp ist aktueller Landesmeister und eines der Possendorfer Turn-Aushängeschilder. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Possendorfer Sportler feiern – obwohl die Landesklassen-Kicker in der am Sonnabend zu Ende gehenden Saison sprichwörtlich keine Bäume ausgerissen haben. 

Aber 100 Jahre „Fußball in Possendorf“ sind ein Jubiläum, das der Verein natürlich würdig begehen wird. Doch die Tradition ist noch älter, denn die Gründung als Turnverein datiert bereits aus dem Jahr 1864. Damit sind die Possendorfer einer der ältesten Vereine der Region.

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Anlässlich des Jubiläums „155 Jahre Turnen in Possendorf“ findet am Sonnabend eine große Gala statt. Beginn ist um 16 Uhr auf der Possendorfer Schulparkbühne (Kirchgasse). Vor diesem sportlichen Höhepunkt stellte sich mit Ronny Michalsky einer der Organisatoren der Veranstaltung zum Gespräch.

Herr Michalsky, was ist am Sonnabend konkret geplant?

Wir werden in einem etwa 100-minütigen Programm die Vielfalt und die Entwicklung des Turnens zeigen. Es werden mehr als 100 Teilnehmer, vom Kleinkind bis hin zum amtierenden Sachsenmeister, dabei sein und für viel Abwechslung sorgen. Der Eintritt ist frei, ab 15 Uhr gibt es bereits Kaffee und Kuchen sowie einige andere Leckereien.

Was passiert bei Regen?

Bei schlechtem Wetter, da spreche ich von anhaltendem Regen, Gewitter oder Sturm, findet das Schauturnen am Sonntag statt. Einlass wäre dann ab 14 Uhr. Aber sich bin zuversichtlich, dass uns Petrus diesmal nicht im Stich lässt. Wer sich unsicher ist, sollte am Sonnabendvormittag noch mal auf unsere Internetseite schauen.

Wie viele Stunden mussten die Sportler üben, um diese Turngala auf die Beine zu stellen?

Schon eine ganze Menge. Ende letzten Jahres haben bereits die Planungen begonnen und seit Anfang Mai üben wir in jeder Trainingsstunde. Es gibt für fast alle Teilnehmer insgesamt vier Generalproben. Einige Turnerinnen und Turner waren sogar über Himmelfahrt im Trainingslager und haben dort fleißig am Programm getüftelt. Wir machen so ein großes Schauturnen allerdings nur aller fünf Jahre, nur so ist der riesige Aufwand vertretbar.

Wie sind die Possendorfer Turner generell aufgestellt?

Die Turnabteilung hat momentan rund 300 Mitglieder zwischen drei und 80 Jahren. Neben dem Wettkampfturnen gibt es noch Kleinkinderturnen, Allgemeines Turnen, Frauengymnastik und Lehrersport. Unsere Besten messen sich auf Landesebene mit Sportlern aus ganz Sachsen.

Ronny Michalsky ist Chef des Männer-Turnens bei Empor und einer der Organisatoren der großen Gala. 
Ronny Michalsky ist Chef des Männer-Turnens bei Empor und einer der Organisatoren der großen Gala.  © Karl-Ludwig Oberthür

Nachwuchssorgen gibt es in Possendorf, zumindest im Bereich Turnen, also nicht, oder?

Nein, darüber können wir uns wirklich nicht beschweren. Wir könnten noch einige weitere Turngruppen aufmachen, so groß ist die Nachfrage. Allerdings haben wir dafür nicht genug Übungsleiter und müssen leider auch Kinder wegschicken. Aber mit diesem Problem stehen wir sicher nicht allein da.

Wann ging der letzte große Erfolg an einen Empor-Turner?

Dieses Jahr holten sich Sascha Gebhardt in der Altersklasse 16/17 und Benjamin Kintopp bei den Männern jeweils den Sachsenmeistertitel. Sascha Gebhardt startete Anfang Mai sogar beim Deutschlandcup im bayerischen Hösbach und wurde dort Vierter unter 26 Startern aus der ganzen Republik. Letztes Jahr gab es durch Meike Schott zudem den ersten Titel auf Landesebene bei den Frauen seit über 20 Jahren.

Seit 1992 besteht eine Turn-Freundschaft zwischen Ihrem Verein und dem TSV Haiterbach aus dem Schwarzwald. Wie kam es dazu?

Der ehemalige Possendorfer Turner Roland Keil war kurz vor der politischen Wende mit seinen Eltern ausgewandert und fand in Haiterbach schnell neue Turnfreunde. Sein Großvater, der noch in Possendorf wohnte, hatte damals die Idee zum ersten Treffen, das dann 1992 auch stattfand. Die Chemie zwischen beiden Vereinen stimmte von Anfang an und so freuen sich auch heute noch alle auf das jährliche Treffen, das immer im örtlichen Wechsel und meist um den 3. Oktober stattfindet.

Was würden Sie sich für die kommenden Jahre wünschen?

Zum einen, dass sich weiterhin so viele fleißige Helfer bei uns im Verein engagieren. Es wäre aber natürlich schön, wenn in Zukunft insgesamt mehr Menschen ehrenamtlich tätig werden würden, statt sich ausufernd in sozialen Medien auszulassen. Das würde unserer Gesellschaft guttun.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.


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