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Vom Sonntag bis zur Bürgerbeteiligung

Die fünf Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters stellten sich in der KuFa Fragen.

Der KuFa-Talk zur OB-Wahl fand am Mittwoch mit allen fünf Kandidaten im Saal des Bürgerzentrums Braugasse statt. Den Mitschnitt kann sich jeder im Web anschauen.
Der KuFa-Talk zur OB-Wahl fand am Mittwoch mit allen fünf Kandidaten im Saal des Bürgerzentrums Braugasse statt. Den Mitschnitt kann sich jeder im Web anschauen. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Rund 50 Personen im Saal, weitere sechzig Zuschauer folgten der Übertragung in und vor dem Bürgerzentrum Braugasse. Im Schnitt sahen sich 150 Personen den Live-Stream via Internet an – die Podiumsdiskussion der KulturFabrik Hoyerswerda im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl am 6. September stieß auf Interesse. Mit Dr. Grit Lemke und Pfarrer Jörg Michel waren zwei Moderatoren gefunden worden, die mit einer gewissen Außen- und Innensicht ihre Fragen gewählt hatten.

Es gab kurze, schnelle Runden zu den Büchern und Filmen, die jeder derzeit konsumiert, was für jeden ein perfekter Sonntag bedeutet, wo die Kandidaten am liebsten Urlaub machen würden und welche Musik auf ihrer Beerdigung gespielt werden sollte. Im letzten Teil der Runde konnten einzelne Personen Fragen stellen. Wie schon vor einigen Jahren schaut beispielsweise Olaf Besser, der in leitender Funktion bei der Firma Yados arbeitet, wie sich Kandidaten für die Sorgen und Probleme der örtlichen Wirtschaft und Vereine interessieren. Bis auf Marco Gbureck täten dies alle. Der konterte sinngemäß, dass Vereine in der Bringepflicht wären, ja auf ihn zukommen können.

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Doch bei den meisten anderen Themen kamen alle Kandidaten zum Zuge. Ein interessanter Punkt jenseits von Scheibe-See und Zuse-Campus war die Frage, wie die Kandidaten Kultur und Wirtschaft in Hoyerswerda empfinden, wie es sich hier lebt. Marco Gbureck sprach sich dafür aus, Kultur in der Stadt zu erhalten, was aber nur ginge, wenn es Gewerbe gibt. Torsten Ruban-Zeh denkt, dass Kultur in der Stadt stärker gebündelt und vernetzt werden müsse. Es gelte in vorderster Front, Wirtschaft anzusiedeln. Dass sich beides befruchten könne – da findet er schon die Wortkombination „KulturFabrik“ richtig gut. Dorit Baumeister sieht, dass das kulturelle Niveau einerseits gehalten werden soll, andererseits die Lebensqualität der Stadt aufgewertet werden muss. Dirk Nasdala sieht in der Kultur auch einen Wirtschaftsfaktor und mahnt, dass in der Lausitzhalle mehr passieren könnte, wenn denn die Geschäftsführung wöllte. Und Claudia Florian denkt ebenfalls ans Halten des Status, meint aber auch, dass es sich lohne, über neue Strukturen nachzudenken. Durchaus interessant war auch zu erfahren, wie die Kandidaten als Stadtoberhaupt reagieren würden, wenn denn beispielsweise skandalumwitterte Firmen wie Tönnies oder Heckler & Koch anklopfen würden, um ein paar tausend Arbeitsplätze zu schaffen. Torsten Ruban-Zeh und Dorit Baumeister glauben nicht, dass das überhaupt passiert, setzen aber generell auf stärkere Bürgerdialoge, um herauszufinden, was die Bevölkerung will. Die Unternehmer gehören da mit an den Tisch. Dirk Nasdala schließt sich dem an, denkt aber, dass eine breite Masse schon signalisieren müsse, dass das nicht gewollt ist. Claudia Florian meint, dass so eine Ansiedlung moralisch nicht ginge, aber die Bevölkerung gefragt werden müsse. Und Marco Gbureck würde versuchen, die Menschen zu überzeugen, was mit der Investition an Steuern fließt und was damit alles möglich ist.

Den Mitschnitt der gesamten Talkrunde gibt es unter https://youtu.be/eUlnKWUhqZE

Die nächste Podiumsdiskussion mit allen fünf Kandidaten findet öffentlich im Lausitz-Center statt: Tageblatt/SZ und Lausitzer Rundschau laden ein für Montag, 24. August,
um 18 Uhr in den Lichthof vor C&A. Achtung: Es gelten die Hygieneregeln des Lausitz-Centers. Besucher müssen einen Mund-Nasen-Schutz während der gesamten Veranstaltung tragen.

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