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Vom „Pissoir“ zum Schmuckstück

Die Stadt Rothenburg lässt derzeit eines ihrer letzten alten Buswartehäuschen sanieren. Und begegnet damit auch dem Vandalismus.

Von Frank-Uwe Michel
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Derzeit wird das Buswartehäuschen in der Horkaer Straße saniert. Weil es gut in die Umgebung passt, muss es nicht für einen modernen Nachfolger weichen.
Derzeit wird das Buswartehäuschen in der Horkaer Straße saniert. Weil es gut in die Umgebung passt, muss es nicht für einen modernen Nachfolger weichen. © André Schulze

Es ist noch gar nicht lange her, da ging man ungern an dem Buswartehäuschen in der Horkaer Straße vorbei. Geschweige denn, sich darin unterzustellen. Weil das massive Objekt – bis auf die Tür – von allen Seiten ziemlich geschlossen und damit nicht gut einsehbar war, verrichteten Unbelehrbare hier immer wieder ihre Notdurft. Sehr zum Ärger der Anwohner und auch von Patienten des direkt gegenüber liegenden Orthopädischen Zentrums.

Die Stadt will den unhaltbaren Zustand nun beheben und hat ihren Bauhof beauftragt, aus dem bisherigen „Pissoir“ ein Schmuckstück zu machen. „Wir gestalten es um“, erklärt Heike Böhm. Dies habe der Technische Ausschuss des Stadtrates so beschlossen. „Der Eingangsbereich wird größer gemacht, seitlich fällt dann mehr Licht hinein.“ Dadurch könne man sehen, was drinnen passiert. „Wir hoffen damit auf mehr Sauberkeit“, so die Bürgermeisterin. 

Noch im Mai sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Ein Abriss habe nie zur Diskussion gestanden, „weil es sich mit seinem rustikalen Aussehen gut einfügt in dieses Areal.“ Da die Bauhofmitarbeiter hier Hand anlegen, ist der finanzielle Aufwand für die Stadt überschaubar. Lediglich Materialkosten fallen an. Überlegt wird noch, ob an zentraler Stelle in dem Wartehäuschen ein Stadtplan angebracht werden soll oder ein städtisches Fotomotiv.

Gerade diese Motive sind es, die an anderer Stelle für Furore sorgen. Seit 2015 nämlich rüstet die Stadt ihre Wartehäuschen um. Kein tristes Einerlei mehr, sondern einladende Fotos von Highlights aus Rothenburg und der Region laden die Wartenden zum Verweilen ein, bis sie der Bus mit auf die Reise nimmt. So kann man die Geheeger Wasserscheide betrachten, auch Knirpse aus der Kita „Sonnenhügel“ inmitten der Natur sind zu sehen. Schließlich ein Schnappschuss aus dem Stadtpark, der Marktplatz und die Volleyhasen, das Frauen-Volleyball-Team der Stadt.

Demnächst steht noch die Umgestaltung des Wartebereichs am Schützenplatz an. „Dort gibt es zwar auch ein altes Bushäuschen, dessen Sanierung lohnt sich aber nicht“, erklärt die Bürgermeisterin. Es werde weggerissen und durch einen modernen Nachfolger ersetzt.

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