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Vom Rhein zurück an die Spree

Maria Hörhold war Sekretärin beim Südwestfunk. In ihrer Heimatstadt Schirgiswalde betreut sie nun das Vorzimmer von Bürgermeister Sven Gabriel.

Maria Hörhold ist die neue Mitarbeiterin im Vorzimmer von Bürgermeister Sven Gabriel im Rathaus von Schirgiswalde-Kirschau.
Maria Hörhold ist die neue Mitarbeiterin im Vorzimmer von Bürgermeister Sven Gabriel im Rathaus von Schirgiswalde-Kirschau. © Carmen Schumann

Schirgiswalde-Kirschau. Wenn sich Maria Hörhold aus dem Fenster ihres Arbeitszimmers im Schirgiswalder Rathaus beugt, kann sie das Küchenfenster der Wohnung ihrer Oma sehen. Da kommen Kindheitserinnerungen auf. Denn die neue Sekretärin von Sven Gabriel, dem Bürgermeister von Schirgiswalde-Kirschau ist in Schirgiswalde aufgewachsen. Nach mehreren Stationen außerhalb der Oberlausitz ist sie nun wieder an die Spree zurückgekehrt.

Die letzten elf Jahre lebte sie in Mainz, der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz. Seit 2013 war sie Redaktionsassistentin beim Südwestfunk. Ein ganz klein wenig bedauert sie es, dass sie nun nicht mehr dabei ist. Denn ihr damaliger Chef, der nach der Wende noch ein einfacher Reporter war, fuhr als einer der ersten Vertreter eines westlichen Senders in die Noch-DDR, um die Menschen nach ihren Befindlichkeiten zu befragen. Nun möchte er die damaligen Protagonisten wieder vor die Kamera holen. Das sei bestimmt ein spannendes Projekt, denkt Maria Hörhold.

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Stuhl bleibt einen Monat lang leer

Doch nachdem ihr Vater im vergangenen Jahr gestorben war, entschloss sich die 38-Jährige zur Rückkehr, auch, um ihrer Mutter öfter unter die Arme greifen zu können. Da traf es sich gut, dass der Stuhl im Vorzimmer von Sven Gabriel frei wurde, nachdem die langjährige Bürgermeister-Sekretärin Monika Richter in Rente gegangen war. Da Monika Richter nur bis zum 31. Mai arbeitete, Maria Hörhold aber erst zum 1. Juli anfangen konnte, blieb der Platz sogar einen Monat lang verwaist.

Inzwischen hatte Maria Hörhold fünf Wochen lang die Gelegenheit, sich in das neue Metier einzuarbeiten. So sehr unterscheide sich die Arbeitsweise beim Fernsehen aber nun auch wieder nicht von der in einem Rathaus. „Büro ist Büro“, sagt sie. Die Abläufe ähnelten sich, nur die Themen seien andere. In Mainz ging es eher um die große Politik, hier nun eben um die Kommunalpolitik. Sie müsse sich noch ein bisschen reinfuchsen, wie sie sagt. Aber ihr Chef mache es ihr leicht, sie könne mit jeder Frage zu Sven Gabriel kommen.

Abi in Bautzen

Richtig ankommen muss Maria Hörhold in ihrer alten Heimat auch noch, was die Freizeitgestaltung anbetrifft, obwohl diese ohnehin knapp bemessen ist. In ihrer Jugendzeit hatte sie beim damaligen Pfarrer Alexander Paul Gitarrespielen gelernt und sie beherrscht auch das Keyboard und die Flöte. Beim Musizieren möchte sie gerne wieder anknüpfen. Als Schülerin war sie auch im Faschingsverein. Doch sie versteht sich eher nicht so als „Rampensau“ und bleibt lieber im Hintergrund. Als Maria Hörhold am Bautzener Wirtschaftsgymnasium das Abi machte, war sie dort auch in der Laienspielgruppe, merkte aber bald, dass es nicht so ihr Ding ist, vor großem Publikum aufzutreten. Nach dem Schulabschluss absolvierte sie in Koblenz eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten. Danach fing sie in Dresden ein Jura-Studium an, stellte dann aber fest, dass die Juristerei nicht das Richtige für sie ist.

Bevor sie nach Mainz ging, wo sie ihren Ehemann kennengelernt hatte, war sie knapp drei Jahre als Sekretärin in der Behindertenwerkstatt Panschwitz-Kuckau tätig. Da ihr Mann jetzt in Mecklenburg-Vorpommern arbeitet, muss das Paar eine Fernbeziehung führen. Da wäre es schön, wenn der Bahnverkehr, den Maria Hörhold bevorzugt, etwas reibungsloser funktionieren würde. Über ihre diesbezüglichen Erfahrungen könnte sie ein Buch schreiben, sagt sie schmunzelnd.

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