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Vom Schießplatz zum Menschengarten

Pfarrer Bernd Oehler erinnert im Internationalen Garten an Parallelen zwischen 2019 und dem Wendejahr 1989.

Am Wochenende wurde das Sommerfest im Internationalen Garten eröffnet.
Am Wochenende wurde das Sommerfest im Internationalen Garten eröffnet. © Bernd Oehler

Meißen. „Wir sind auf einem besonderen Gelände, das wir seit bald dreieinhalb Jahren als Internationalen Garten bewirtschaften können.“ Mit diesen Worten hat der Meißner Pfarrer Bernd Oehler am Wochenende das Sommerfest im Internationalen Garten eröffnet. 

Von Montag bis Freitag sind die Mitarbeiter und Nutzer auf dem Gelände unterwegs, um die Idee eines friedlichen Menschengartens miteinander zu leben und zu gestalten. Und an jedem Wochenende wird der Garten von Familien zum Feiern, Begegnen, zum Kinderspiel und für Sport genutzt. 

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Das Besondere dabei: Gegärtnert wird auf dem Gelände eines früheren Schießplatzes, der bis 1990 noch unter militärischer Nutzung war. Die Aufgabe ist groß, die Verheißung auch: „Ich bin sehr froh, dass wir hier das prophetische Wort erleben können, dass aus Schwertern Pflugscharen werden sollen. Entgegen aller Feindseligkeiten, die wir dazu schon erlebt haben“, so Oehler in seiner Rede.

Die Menschen, die als Flüchtende aus Afghanistan, aus Syrien, aus dem Irak und anderen Ländern nach Deutschland kommen, haben Krieg, Bürgerkrieg und gesellschaftliche Gewalt hautnah erfahren.

Die Deutschen erinnerten sich in diesem Jahr besonders an die Überwindung der Gewalt mit friedlichen Mitteln, an die friedliche Revolution vor 30 Jahren, welche sich das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ zu eigen gemacht hatte, so der Pfarrer weiter. 

Von Montag bis Freitag sind die Mitarbeiter und Nutzer auf dem Gelände unterwegs, um die Idee eines friedlichen Menschengartens miteinander zu leben und zu gestalten. 
Von Montag bis Freitag sind die Mitarbeiter und Nutzer auf dem Gelände unterwegs, um die Idee eines friedlichen Menschengartens miteinander zu leben und zu gestalten.  © Bernd Oehler

Drei Jahrzehnte danach demonstrierten in Dresden viele Menschen guten Willens für die Einhaltung der Menschenrechte und gegen Rassismus und Gewalt. „Wir wissen uns dieser großen Bürgerinitiative verbunden“, so Oehler in seiner Rede. Der Verein für den Internationalen Garten und die Initiative Unteilbar hätten die gleichen Themen: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Der Meißner Pfarrer und Religionslehrer erinnerte in seiner Rede daran, dass es nicht selbstverständlich sei, dass die Menschen heute in Deutschland in Frieden leben. Umso mehr freue er sich, dass es in Meißen möglich wurde, nach langer Vorbereitung und Standortsuche den Internationalen Garten zu einem friedlichen Ort für Einheimische und Geflohene werden zu lassen.

„Wer geflüchtet ist und die Bomben über Aleppo noch in sich hört, wer die Gewalt gegen kurdische Familienmitglieder nicht vergessen kann, wen grausame Bilder verfolgen, der kann hier versuchen, neu zu beginnen, zu pflanzen, zu ernten – und mit dem sächsischen Nachbarn ins Gespräch zu kommen.“ (SZ/pa)

An jedem Wochenende wird der Garten von Familien zum Feiern, Begegnen, zum Kinderspiel und für Sport genutzt. 
An jedem Wochenende wird der Garten von Familien zum Feiern, Begegnen, zum Kinderspiel und für Sport genutzt.  © Bernd Oehler

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