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Vom Spandauer Springbock bis zu Schlesischen Kröpfern

Vereinsfest. Ehrenamtler stellten sich Sonnabend in Ottendorf-Okrilla vor.

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Von Rudolf Scheibe

Wer einmal einen „Spandauer Springbock“, den „Schlesische Kröpfer“ oder anderes mehr kennenlernen wollte, der war am Sonnabend in Ottendorf-Okrilla richtig. Dort wurde nämlich das zweite Vereinsfest und zugleich dritte Drachenfest gefeiert. Während das Drachenfest von den Händlern entlang der Mühlstraße organisiert wurde, waren die Vereine im Gebiet der Kühnmühle vertreten. Immerhin hat Ottendorf-Okrilla zusammen mit den Ortsteilen so um die 40 Vereine. Bis auf wenige Ausnahmen waren diese beim Fest dabei. „Mitunter sind es ja kleinere Vereine, die allein kaum die Möglichkeit haben, eine Veranstaltung zu organisieren. Hier zum Vereinsfest können sich alle präsentieren, sich mit ihren Anliegen den Bürgern vorstellen.“ erläuterte uns Bürgermeister Michael Langwald. Die Gemeinde als Veranstalter dieses Festes will damit diese ehrenamtliche Tätigkeit bestens unterstützen. Immerhin hat der Ort ja um die 10 000 Einwohner. Viele von ihnen sowie weitere aus der Umgebung waren am Sonnabend beim Fest dabei. Und es herrschte wahrlich viel Betrieb. „Gegenüber dem Vorjahr ist erfreulicherweise eine wesentliche Steigerung in den Besuchszahlen zu verzeichnen, die zeigt, dass das Fest von den Leuten gut angenommen wird“ war dazu von Markus Renner, dem Organisator und Zuständigen für Öffentlichkeitsarbeit in der Gemeinde, zu hören.

Vielfältig wie das Leben in den Vereinen selbst war auch das Angebot für die Besucher. Es gab vieles zu sehen, auch wurden oft Groß und Klein zum Mitmachen eingeladen. Ja, und den „Spandauer Springbock“ konnte man bei den Ottendorfer Oldtimerfreunden bewundern. Es war ein 500er D-Rad mit Baujahr 1928, im Besitz von André Zipa aus Ottendorf. Den Spitznamen erhielt das Krad, weil es oft auf unebener Straße springt. Aber auch ein Nimbus-Motorrad aus Dänemark, einen F-8 Caprio, einen alten Opel-Kapitän und andere Fahrzeuge stellte der seit 1964 bestehende Verein vor. Die „Schlesischen Kröpfer“ sind natürlich etwas ganz anderes, auch wenn sie gleich nebenan zu sehen waren. Insider werden es wissen, es handelt sich dabei um eine Taubenrasse, die vom Ottendorfer Rassegefügelzüchterverein neben Lockentauben und schwarzen Strasser gezeigt wurde. Rolf Schubert und Siegfried Trentzsch vertraten den seit 1919 bestehenden Verein, der sich auch über mehr Zuspruch von Jugendlichen freuen würde. Die ausgestellten Brieftauben wurden vom 95-jährigen Herbert List gezüchtet. Schon siebenmal konnte der Verein deutsche Meistertitel erringen. Ein Anziehungspunkt für Kinder war der Förderverein der Ottendorfer Grundschule. Die Knirpse ließen sich beim Kinderschminken u.a. von der Vorsitzenden Gabriele Rolle und Kati Kliemann bemalen, waren aber auch begeistert beim Knüppelkuchenbacken dabei. Viele, viele Vereine waren noch dabei. Die Feuerwehr war mit ihrer Technik aufgefahren, Radeberger Tafel und Tschernobyl-Verein boten Einblick in ihre Arbeit, der Anglerverein Rödertal, die Hundefreunde aus Grünberg, die Pfadfinder, der Imker-Verein, die Heimatvereine aus Medingen, Ottendorf-Okrilla, Hermsdorf waren vertreten. Nicht alles lässt sich aufzählen. Manch einer wird sicher künftig den Weg zu dem einen oder anderen Verein finden. Ein wichtiges Anliegen des Festes wäre damit sicher erreicht.