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Vom Unmut zur Arena bis zum Unglück beim Ausflug

Zum Bau eines neuen Dynamo-Stadions: Neues Stadion für schlechten Fußball? Wozu braucht Dresden ein erstklassiges neues Fußball-Stadion, wenn hier nur viertklassiger Fußball gespielt wird? Der Anreiz,...

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Zum Bau eines neuen Dynamo-Stadions:

Neues Stadion für schlechten Fußball?

Wozu braucht Dresden ein erstklassiges neues Fußball-Stadion, wenn hier nur viertklassiger Fußball gespielt wird? Der Anreiz, ein neues zu bekommen, motiviert die Spieler doch sowieso nicht! Und die Hooligans – wäre es nicht besser, sie blieben weiter im Regen stehen, damit auch künftig ihr heißes Blut ab und zu durch einen Regenguss abgekühlt würde? Muss es wirklich so ein teures Stadion sein – mit umlaufendem Dach, VIP-Logen und heizbarem Rasen und und und ...? Haben die DFB-Oberen überhaupt noch einen Blick für die Realität? Bescheidenheit ist in diesen Kreisen wahrscheinlich schon lange ein Fremdwort geworden! Günter Schuster, Pesterwitz

Zu „Dresden hat sein Disneyland“ in der SZ vom 23. Oktober:

Auch der Rahmen muss passen

Auch die Architekten sollten akzeptieren, dass nicht nur der historische Wiederaufbau der Frauenkirche mehrheitlicher Bürgerwille war, sondern auch die weitgehende Wiederherstellung ihres historischen Rahmens, eben des Neumarktes. Gunter Just bemerkt zu Recht, dass der Neumarkt „das Herzblut der Bürger“ ist.

Die Frauenkirche ist in der Dresdner Stadtarchitektur unsere Sixtinische Madonna. Keinem stilbewussten Menschen würde es einfallen, dieses Gemälde unserer Galerie in einen Rahmen aus Stahl und Glas zu pferchen. Unsere Stadt hat am 13. Februar 1945 und danach so viel Gesicht verloren, dass die Anknüpfung an die Traditionen zumindest auf dem Neumarkt mit seinem Umfeld als gerechtfertigt erscheint.

Den Architekten kann durchaus zugestimmt werden, dass Dresden auch Ort für eine progressive Jugend und deren Vorstellungen sein muss. Es gibt sowohl im Stadtzentrum (Straßburger Platz, Lingner allee, Georgplatz) als auch außerhalb dessen noch genügend Raum, um erlebnisreiche Stadträume mit guter moderner Architektur zu schaffen. Dr. Thorelf Aehlig, 01099

Zu „Dresdner Szene-Treff will Krawallmachern die Stirn bieten“ in der SZ vom 25. Oktober:

Die großen Parteien sind hier gefragt

Eine Aktion, die zu begrüßen ist! Schade jedoch, wenn nur private Initiativen handeln. Hier wären auch die großen Parteien gefragt. Aber deren Vertreter wohnen leider kaum in der Neustadt. Gerade hier wäre ja eine Chance, mit „orientierungslosen Jugendlichen“ in den Dialog zu kommen, welche scheinbar wirklich kaum aus der Neustadt kommen. Wer zündet schon sein eigenes Auto an – bei seinem Nachbarn macht man sich mit solchen Aktionen auch nicht gerade beliebt. Wenn jetzt auch die Bewohner gegen die „Erlebnisorientierten“ auf die Straße gehen, wird es vor der Scheune friedlich bleiben wie zur BRN. Jörg Korczynsky, 01099

Zur Roßberg-Nachfolge:

Persönlichkeit aus der Wissenschaft

Dresden sollte sich jetzt schon überlegen, wo ein befähigter Nachfolger für den in jeder Weise unfähigen Oberbürgermeister Roßberg gefunden werden kann. Man müsste eine Persönlichkeit suchen, die unsere weltberühmte Stadt der Kunst und der Wissenschaft würdig vertreten kann. Die im Stadtrat sinnlos um Posten und Diäten herumstreitenden Parteien scheiden dafür wohl aus. So wie Dresden von 1877 bis 1931 mit den drei OBs Stübel, Beutler und Blüher hervorragende Stadtoberhäupter hatte, sollte jetzt eine Persönlichkeit aus der Wissenschaft zum Beispiel von der TU vorgeschlagen werden. Die derzeitige Lähmung der Dresdner Stadtpolitik muss baldigst beendet werden. Dietrich Pfeiffer, 01307

Zu „Das Belvedere soll auferstehen“ in der SZ vom 24. Oktober:

Belvedere verdeckt schöne Ansichten

Im Buch von Fritz Löffler „Das alte Dresden“ und im 2. Band „Schicksale deutscher Bauwerke nach dem Zweiten Weltkrieg“ sind Bilder vom Belvedere abgedruckt, welche ein hässliches Bauwerk zeigen! Die an dieser Stelle geschaffenen Anlagen sind dagegen sehenswert. Es wäre schade darum! Das Albertinum und die Kunstakademie mit der „Zitrone“ würden durch das Belvedere verdeckt und eine schöne Stadtansicht ginge verloren! Georg Dähne, per E-Mail

Zur neu eröffneten Neumarkt-Passage:

Ohne italienische Grazie und Eleganz

Als ich die neu eröffnete Passage im Prisco-Areal auf dem Neumarkt und danach den Neumarkt zum ersten Male besichtigte, beschlichen mich Schuldgefühle und Scham: Geschmack und Erkenntnis für Großes waren mir abhandengekommen! Erwartungen an italienische Grazie und Eleganz wurden nicht erfüllt – stattdessen sah ich Gräue(l), zusammengepferchte Räume, trübe Glasfenster und -dächer, ein Bahnhofscafé, einen Pfund’s-Molkerei-Lagerraum. Beliebig austauschbare, vermietete, langweilige Räume. Das Schlimmste: an einem Ende eine Woolworth-Rolltreppe, am anderen eine Stadtverwaltungstreppe.

Und draußen, am Neumarkt? Welche Chance hätte man gehabt, hier eine lebendige Piazza zu gestalten: Straßencafés (auch im geheizten Wintergarten); ein Ruhe und Spritzigkeit vermittelnder Brunnen mit dem Luther-Denkmal als Zentralfigur; kleine, leicht-pflegliche Frühlings- und Herbstblüten-Baum-Inseln. Möglichkeiten für Blumen- und Gemüsemarkt am Sonnabendvormittag; Südfrankreich, Toscana, Breslau lassen grüßen: Ein Platz für Farben, Menschen, Natur – Kultur eben. Stattdessen: Ödnis, Steinwüste, Einfallslosigkeit, Starre. Wie am Altmarkt. Michael Berndt, 01127

Zu „Es soll etwas dezenter werden“ in der SZ vom 26. Oktober:

Erinnerung an Verbrennungen

Ich habe den Artikel förmlich nach irgendeinem Hinweis abgesucht und fassungslos nichts finden können. Wie gedenkt man mit der traurigen und mahnenden Vergangenheit des Dresdner Altmarktes umzugehen? Ich will nicht glauben, dass die Planer und ihre Auftraggeber es vergessen haben: Nach den Bombenangriffen im Februar 1945 wurden auf dem Platz in den Tagen danach tausende Bombenopfer auf großen Scheiterhaufen und Rosten aus Straßenbahnschienen aufgeschichtet und verbrannt. Sollten nicht auch die Menschen, die ihre Autos an diesem Ort abstellen wollen wissen, was hier geschah? Wo ist im Konzept die Gedenksäule, wo der Stein, die Informationstafel, wo die Erinnerung und Mahnung an die hier verbrannten Leichen und Opfer? Astrid Hupka, per E-Mail

Lange nach Karten angestanden

Als Urlauber weile ich zurzeit in der wunderschönen Sächsischen Schweiz und in Dresden. Spontan gönnte ich mir als Fußballfan das Spiel Dynamo Dresden – Werder Bremen II. Allerdings war ich total enttäuscht. Eine Stunde (von 13.30 bis 14.30 Uhr) musste ich für eine Sitzplatzkarte (13 Euro) anstehen. So erging es auch vielen Dresdner Fans. Leider konnte ich dann nur noch etwas mehr als eine Halbzeit vom Spiel sehen. Die Atmosphäre im Stadion fand ich einfach toll, ebenso die Fans, mit denen ich ins Gespräch kam. Von einem weiteren Besuch im dann hoffentlich neuen Stadion bin ich allerdings gründlich abgeschreckt worden. Claus Göpfert, Lüneburg

Tasche auf der Bank vergessen

Am vergangenen Herbstsonntag spazierte ich mit meiner Schwester und Schwägerin an der Elbe entlang. In Höhe des Yachthafens hinter der Pillnitzer Insel rasteten wir auf einer Bank – es waren sehr viele Radler und Fußgänger unterwegs. Im „Alten Fährhaus“ wollten wir Kaffee trinken. Noch bevor wir eine Bestellung aufgeben konnten, fragte meine Schwester: „Wo hast du denn deine Handtasche?“ Die hatte ich wohl auf der Bank stehen gelassen! Meine Schwester rannte los. Ihr begegneten zwei Frauen, die sagten, dass die Tasche ein Ehepaar mitgenommen habe. Der Mann wollte mich auf meinem Handy erreichen. Das hatte ich jedoch zu Hause. Zum Glück war auch meine Adresse in der Tasche. Herr Klewer scheute keine Mühe, um mir die Tasche zukommen zu lassen. Danke auch den zwei unbekannten Damen. Es tut gut, hilfsbereiten Menschen zu begegnen. Ch. Burgstaller, Meißen