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Riesa

Von Ananasduft bis Zuckerlösung

Die BA öffnet ihre Labore für Besucher – und wollen zeigen, was Wissenschaftler in Riesa alles drauf haben.

Wohin verschwindet der Zucker? Diesem Rätsel können die Besucher des BA-Sommerfestes am Mittwoch auf den Grund gehen. Die BA-Mitarbeiterinnen Ines Wehner (l.) und Melanie Thielemann haben den Versuch schon einmal vorab demonstriert.
Wohin verschwindet der Zucker? Diesem Rätsel können die Besucher des BA-Sommerfestes am Mittwoch auf den Grund gehen. Die BA-Mitarbeiterinnen Ines Wehner (l.) und Melanie Thielemann haben den Versuch schon einmal vorab demonstriert. © Sebastian Schultz

Riesa. Mit der Pipette träufelt Ines Wehner die Lebensmittelfarbe über den Würfelzucker. Als der Würfel sich von Weiß zu Blau verfärbt hat, ist Wehners Kollegin am Zug. Vorsichtig setzt Melanie Thielemann den Zucker in eine Petrischale mit Wasser. „Jetzt heißt es Abwarten“, sagt Wehner, während sich der Zucker langsam auflöst und die Farben kleeblattförmig im Wasser verfließen. „Am Ende wird das Wasser vollständig blau sein.“ Dann seien Farbe und Zucker gleichmäßig verteilt.

Mit dem Zuckerversuch lässt sich vor allem Kindern begreiflich machen, wie sich Stoffe in Wasser auflösen, erklärt Ines Wehner, Laborleiterin an der BA Riesa. Die Farbe helfe dabei, diese Verteilung nachzuvollziehen – und lässt dazu noch interessante Muster entstehen. Solche und andere Experimente wird es am Mittwochabend zuhauf geben. Dann öffnen die Labore und Seminargebäude der BA. 

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„Campus zum Mitmachen“, so lautet das diesjährige Motto des Sommerfests. Das beginnt in diesem Jahr bereits 16 Uhr. Aus gutem Grund, denn die Veranstaltung soll auch Kinder und ihre Eltern oder Großeltern auf den Campus in Gröba locken. Für das jüngere Publikum dreht sich in den Laborwelten deshalb alles um das Thema Wasser. Die Besucher können beispielsweise Teichwasser unterm Mikroskop untersuchen. Zu sehen gibt es dann Wesen mit abenteuerlichen Namen wie „Hüllenflagellat“ oder „Durchbrochenes Zahnrädchen“. Beides Algenarten, erklärt die Laborleiterin. 

Tierisch wird es dann, wenn auch Wasserflöhe in tausendfacher Vergrößerung gezeigt werden. Außerdem können sich vor allem die jüngeren Besucher selbst an den Laborplätzen ausprobieren, etwa mit dem Magnetrührer, der Pipette oder einem Vakuumsauger. Der wird sonst beispielsweise benutzt, wenn im Labor bestimmte Zellen kultiviert werden sollen. Vieles soll dabei kindgerecht passieren und erklärt werden, betont Ines Wehner. Zum vergangenen Sommerfest sei das so intensiv noch nicht der Fall gewesen. Eine Hüpfburg für Kinder gab es damals zwar auch schon. Die Laborwelten richteten sich aber eher an ein erwachsenes Publikum. Nun soll für alle Altersgruppen etwas dabei sein.

Die Fokussierung auf das Thema Wasser kommt dabei nicht von ungefähr. Bei der Kinderakademie an der BA widme man sich in diesem Jahr ebenfalls dem Thema, dort steht es auf dem Lehrplan. Aber auch die BA-Studenten befassen sich intensiv damit. „Wir haben hier bei uns ja auch die Umwelttechnik“, sagt die Laborleiterin. „Dabei werden eben auch Luft, Boden und Wasser untersucht.“ 

Die Riesaer Studenten untersuchen dafür dann in ihren Praktika tatsächlich Wasserproben, etwa von Abwasser, das in die Elbe gelangt. Da gehe es dann beispielsweise um die Frage, welche Stoffe sich im Wasser befanden, ehe es ins Klärwerk kam und welche möglicherweise auch danach noch nicht herausgefiltert werden konnten. Die Studenten müssen dann etwa herausfinden, ob bestimmte Grenzwerte eingehalten oder überschritten werden. „Vor allem Arzneimittelrückstände im Wasser sind ein sehr großes Thema.“ Die BA sei in der Hinsicht auch gut aufgestellt, verfüge über moderne Geräte.

Das Sommerfest ist für Ines Wehner und ihre Kollegen auch eine Gelegenheit, diese Technik einmal der Außenwelt zu zeigen. Wärmebildkameras gehören ebenso dazu wie Geräte, die selbst kleinste Partikel messen können – am Mittwoch beispielsweise die Korngrößen von Kakaopulver. Ein Dozent stellt im Labor Ananasduft her, dazu kommen unzählige Vorträge aus den verschiedenen Studienrichtungen, etwa darüber, wie uns künstliche Intelligenz beim Einkaufen unterstützen könnte oder wie sich die Menschheit in Zukunft möglicherweise ernährt.

Sie sei gespannt, wie das Mitmach-Angebot angenommen wird, sagt Ines Wehner. Schließlich insbesondere die Experimentierstrecke für Kinder gibt es ja in diesem Jahr zum ersten Mal. Ihr Ziel jedenfalls sei klar, sagt Wehner: „Wir wollen Interesse und Lust am Experimentieren wecken.“ Damit verbunden ist auch die Hoffnung, die BA weiter im Bewusstsein der Riesaer zu verankern – nicht nur bei den Kindern, sondern auch den Eltern. „Wir wollen zeigen, was für Möglichkeiten wir hier in unseren Laboren haben“, sagt Ines Wehner. Das sei nach wie vor vielen nicht bewusst. 

Möglicherweise lässt sich damit ganz nebenbei auch der akademische Nachwuchs von morgen sichern. Die Laborleiterin selbst weiß am besten, wovon sie dabei spricht: Sie hat hier vor 20 Jahren selbst studiert.

Ein vollständiges Programm des Sommerfestes gibt es auf der Internetseite der BA: www.ba-riesa.de.

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