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Kamenz

Von Berlin ins Rödertal

Saisonstart im Großröhrsdorfer Massenei-Bad: Die obere Gaststätte hat einen neuen Pächter. Der hat sich viel vorgenommen.

Familie Mezdi hat die obere Badgaststätte im Großröhrsdorfer Massenei-Bad gepachtet und ist gut auf die Saison vorbereitet.
Familie Mezdi hat die obere Badgaststätte im Großröhrsdorfer Massenei-Bad gepachtet und ist gut auf die Saison vorbereitet. © Reiner Hanke

GroßröhrsdorfIn der oberen Gaststätte im Großröhrsdorfer Massenei-Bad glänzen die Theke und die Fliesen. Die Küchengeräte funkeln im Licht. Tagelang ist Familie Meźdi schon dabei alles zu wienern: „Hygiene ist das Wichtigste“, sagt Vater Zukani Meźdi, während er sich mit seinem Sohn Zurniat über das Unkraut auf der Rampe zum Gaststätten-Eingang hermacht. Auch die Eisfahne lag schon griffbereit.

Am Wochenende beginnt die Freibadsaison. Auch wenn die Wetterprognosen nicht so erfreulich sind, soll doch für die Gäste alles picobello sein. Im Herbst hatte sich sein Vorgänger zurückgezogen. Der neue Pächter will die obere Gaststätte natürlich von der besten Seite zeigen. Die ganze Familie werde hier gemeinsam den Laden schmeißen – mit Frau Atibe und den beiden Söhnen. Aus Kroatien sei die Familie vor gut zehn Jahren nach Deutschland gekommen und in der Gastronomie tätig, in Berlin. In dem Geschäft hat die Familie auch seit Generationen, seit 70 Jahren Erfahrung. Der Vater schwärmt vom Eiscafé der Familie in Kroatien und dem großartigen Eis nach dem Familienrezept. Der Krieg auf dem Balkan habe ihnen alles kaputt gemacht. Das Café habe schließen müssen. Es kamen keine Gäste mehr. Das sollte sich mit dem Neustart im Großröhrsdorfer Massenei-Bad ändern – zumindest, wenn das Wetter mitspielt und die Gäste wie im vorigen Sommer das Erlebnisbad stürmen.

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Qualität und Freundlichkeit

In Berlin habe es die Familie nicht mehr gehalten, sagt Zukani Meźdi. Es habe sie in eine ruhigere Gegend gezogen, um sich etwas aufzubauen. Er schwärmt von der herrlichen Anlage in der Massenei. Er habe sich im Internet umgeschaut. Ausschlaggebend war wohl die Bekanntschaft „mit dem Toni vom Restaurant im Großröhrsdorfer Ratskeller“. Den kannte der Kroate noch aus Berlin. Er habe auch mal einige Wochen bei ihm im Restaurant gearbeitet. Er habe ihm auch bestätigt, dass für die Badgaststätte ein neuer Betreiber gesucht werde und er habe von den Großröhrsdorfer Gästen geschwärmt. Die will nun auch Familie Meźdi überzeugen. Erfahrung aus der Gastronomie bringe seine Familie also mit. „Wichtig ist vor allem Qualität, Respekt und Freundlichkeit.“ Und Hygiene sei alles, deshalb werde seit Tagen geputzt. Die Stadt habe ihn bei seinem Vorhaben wunderbar unterstützt lobt er: „Nun sind wir mit ganzem Herzen hier.“ Und auch vor den Wintermonaten sei ihnen nicht Bange, wenn das Bad geschlossen sei. In der Gastronomie werde doch überall Personal gesucht. Bei der Speisekarte wolle die Familie erst einmal auf Bewährtes setzen, Bockwurst, Schnitzel, Wurstgulasch mit Nudeln zum Beispiel und schauen, wie das ankommt. Am Freitag gab´s die Feuerprobe mit Großröhrsdorfer Kindern. Die durften nämlich das neue Spielgerät einweihen: eine 4,50 Meter hohe Kletterspinne. Die stürmten die Mädchen und Jungen mit so viel Elan, dass die Konstruktion wackelte. Klettern macht hungrig. Die Chicken-Nuggets und Pommes aus der Küche der Familie Meźdi kamen prima an. Und das Erlebnisbad ist um eine weitere Attraktion reicher. Mitarbeiter des Technischen Dienstes hatten die Anlage in den vergangenen Wochen aufgebaut. Und Meźdis sind froh, dass ihre kleinen Gäste zufrieden waren.

Natürlich wird es auch Eis geben. Aber fürs Erste aus der Truhe. Die Eismaschinen werden derzeit gewartet. Spätestens in der Saison 2020 will Zukani Meźdi das legendäre Kugeleis nach dem Familienrezept aus eigener Produktion in Großröhrsdorf seinen Gästen präsentieren. Und eine Tradition aus dem Eiscafé in seiner Heimat im Rödertal wieder aufleben lassen.