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Döbeln

Von BMX-Strecke bis Volksgarten

Die Roßweiner liefern ein Dutzend Ideen für das Gelände des „Sputnik“. Einige werden vielleicht woanders umgesetzt.

Eine BMX-Strecke, wie hier in Dresden-Prohlis, können sich einige Roßweiner auch an der Mulde vorstellen.
Eine BMX-Strecke, wie hier in Dresden-Prohlis, können sich einige Roßweiner auch an der Mulde vorstellen. © Veit Hengst/SZ-Archiv

Von Heike Heisig

Roßwein. Für das russische Wort „Sputnik“ gibt es mehrere Übersetzungen. Weggefährte und Begleiter sind zwei. Genau das scheint auf den Platz an der Mulde in Roßwein zuzutreffen.

Der Garten ruft

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Der wird nicht nur im Volksmund „Sputnik“ genannt, sondern er ist offenbar auch für viele ein Begleiter geworden. Generationen haben sich dort zum Spielen getroffen. Daher begrüßen die Roßweiner jetzt, dass die Kommune bereit ist, das Gelände wiederzubeleben.

Dafür hat es einen Ideenwettbewerb gegeben. Der lief zunächst schleppend an, erzählte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) am Mittwochabend den Mitgliedern der Zukunftswerkstatt. Den darin mitarbeitenden Ehrenamtlichen konnte er letztlich zwölf Gestaltungsvorschläge vorstellen. Das habe die Verwaltung positiv überrascht und zeige, dass die Roßweiner den Platz nicht aufgeben wollen. Nach dem Hochwasser 2013 war die Fläche nicht wieder hergerichtet worden. Stattdessen entstand an der Uferstraße auf höher gelegenem Gelände ein neuer Spielplatz. Der gilt als flutsicher. Deshalb wurde er gefördert.

Flutsicher soll aber auch das sein, was am „Sputnik“ neu entsteht. Das war ein Kriterium, das die Ideengeber bedenken sollten. Ein Teil hat darauf geachtet. Wie Lindner auflistete, kam insgesamt acht Mal der Vorschlag, eine Grünanlage anzulegen. In sechs Fällen sind Fitnessanlagen gewünscht, darunter auch Geräte, an denen der Körper mit eigener Muskelkraft trainiert wird. Andere sehen dort Fitnessgeräte stehen, für die sich Jugendliche und Rentner gleichermaßen begeistern können. Viermal kam die Anregung, einen Skater- und BMX-Park einzurichten. Zwei Teilnehmer wünschen sich eine größere Kletterwand. Ein kleineres Klettergerät steht schon an der Mulde. Weitere zwei Familien wünschen sich die Möglichkeit, dort zu grillen.

Einen Gemüsegarten und eine Obstwiese zur Selbstversorgung der Einwohner anzulegen, war ebenfalls ein Vorschlag. „Eine Schmetterlingswiese auszuweisen, finde ich spannend“, sagte der Bürgermeister. Das könne dem Bauhof eine Entlastung bei der Grünpflege bringen. Ein anderer Ideengeber regte an, auf dem Gelände einen Verkehrserziehungsplatz einzurichten.

Die Mitglieder der Zukunftswerkstatt nahmen die Ideen positiv auf. Jörg Senf konnte sich spontan für den BMX-Park begeistern. „Ich sehe in der Stadt vermehrt Jugendliche, die mit solch einem Rad unterwegs sind“, sagte er. Daher halte er einen solchen Platz für sinnvoll, bevor jemand auf der Straße unter die Räder kommt. Auch für eine Skaterbahn kann sich Senf erwärmen. Er wisse, dass in Döbeln in absehbarer Zeit die Indoor-Bahn, die in der Region ihresgleichen sucht, verloren geht. Wenn Roßwein den Skatern eine Alternative bieten könne, womöglich sogar in einer Industriebrache, dann sei das mit Sicherheit ein Plus für die Stadt.

Auch für die meisten anderen Ideen fanden sich Fürsprecher. Uwe Hachmann, Katrin Stenker und Maik Herbrig konnten sich für die Sportangebote für Jung und Alt begeistern, um die Generationen zusammenzubringen. Fraglich ist allerdings, inwieweit die Sächsische Aufbaubank (SAB) als Förderstelle zustimmt, dass an dieser Stelle wieder Geräte stehen dürfen, die bei einem Hochwasser sowohl Abflusshindernis sein als auch kaputt gehen könnten.

Peter Krause schlug schließlich vor, sich für eine BMX- und Skateranlage von einem Planer Vorschläge unterbreiten zu lassen. Auf dieser Basis könne mit der SAB abgesprochen werden, was auf der „Sputnik“-Fläche unmittelbar am Fluss möglich ist und was nicht. Beispiele von Skateranlagen zeigten einige aus Beton, die nahezu unkaputtbar und nach einer Überschwemmung wieder leicht zu reinigen sind.

Liege ein Plan vor, dann gebe es auch eine Kostenvorstellung, sagte der Bürgermeister. Im Moment rechne er mit Kosten zwischen 50 000 und 80 000 Euro. „Das reicht nicht“, erwiderten Peter Krause und auch andere Ehrenamtliche. Eine Förderkulisse gibt es für dieses Stadtgebiet nicht. „Aber ab und an werden Projekte mit Bürgerbeteiligung unterstützt. Dann können wir ein solches vorweisen“, so Lindner.

Für den Generationenplatz und die gärtnerischen Ambitionen könnten sich die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt gut auch andere Standorte im Stadtgebiet vorstellen. Die Kirchgemeinde würde sich beispielsweise über Nachnutzer des alten Schulgartens freuen. In diesen Fällen könnte die Kommune Ideengeber und Anbieter zusammenbringen. Der Verkehrsgarten wäre wohl an der Grundschule am richtigen Platz.

Über Alternativplätze soll gründlicher nachgedacht werden, wenn es eine Aussage von der SAB gibt, was auf dem „Sputnik“-Platz möglich ist, ohne bereits erhaltenes Fördergeld für die Spielplatzverlagerung zurückzahlen zu müssen.