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Von Dealern und Konsumenten ausgenutzt

Seine Tätigkeit als Drogenkurier brachte einen 21-jährigen Mann aus Waldheim vors Amtsgericht Döbeln. Jetzt muss er zahlen.

Symbolbild: Ein Mann dreht sich einen Joint mit Marihuana.
Symbolbild: Ein Mann dreht sich einen Joint mit Marihuana. © Daniel Karmann / dpa

Döbeln. In den Jahren 2015 und 2016 soll ein heute 21-jähriger Mann aus Waldheim im Drogenmilieu aktiv gewesen sein. Weil die Polizei dahinter kam und seine beiden Mobiltelefone auslas, brachte ihn das vors Jugendgericht des Amtsgerichts Döbeln. Vorgeworfen wurde ihm der Besitz von Betäubungsmitteln in vier Fällen, der Erwerb von Drogen in zehn und der Handel in drei Fällen. Einmal soll er Marihuana in einen Hut gefüllt und weitergegeben haben.

Bei den Drogen handelte es sich nicht nur um Haschisch und Marihuana, sondern auch um Crystal in Mengen zwischen 0,2 und sieben Gramm, im Wert von zehn Euro pro Gramm. Der Wirkstoffgehalt ist nicht bekannt.

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Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft, meist wegen Körperverletzung. Obwohl er sich nicht mehr genau an die Taten erinnerte, gestand er sie. Ins Drogenmilieu kam er, weil er Leute kennenlernte, die Betäubungsmittel konsumierten und andere, die sie verkauften. Beide Gruppen brachte er zusammen. 

Die Konsumenten fragten bei ihm an, ob er Drogen besorgen könne. Sie gaben ihm das Geld dafür. Mit diesem ging er zu den Dealern und kaufte den Stoff, den er dann seinen Kunden übergab. „Manchmal erhielt ich das Geld auch erst bei der Übergabe“, schilderte der Angeklagte. Übergeben wurden die Drogen in Waldheim hinter dem Rathaus oder am Wachberg. I

n einigen Fällen kam es nicht zur Übergabe. Für die Beschaffung der Betäubungsmittel bekam er gelegentlich etwas davon ab. Als er merkte, dass er von den Dealern und den Konsumenten ausgenutzt wurde, gab er seine Tätigkeit als Drogenkurier auf. Doch da war ihm die Polizei schon auf die Schliche gekommen.

Richterin Marion Zöllner verurteilte dem Waldheimer wegen der angeklagten Taten nach Jugendstrafrecht zu einer Geldauflage von 800 Euro. Als Gewinn aus seiner Kuriertätigkeit werden von ihm 55 Euro für die als Lohn erhaltenen Drogen eingezogen. 

Auch die beiden, von der Polizei beschlagnahmten Mobiltelefone bekommt er nicht zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte für eine Geldauflage von nur 750 Euro plädiert. Das Urteil ist rechtskräftig.

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