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Von der Baustelle in die Yenidze

Enver Büyükarslan ist neuer Chef der früheren Dresdner Tabakfabrik. Hier will er unter anderem die alte Disko sanieren.

© Jörn Haufe

Von Linda Barthel

Es ist ein einzigartiges Gebäude. Detailverliebt mit Ausstrahlungskraft. Wenn Enver Büyükarslan über die Yenidze spricht, gerät er ins Schwärmen. Seit wenigen Wochen ist der 39-Jährige der neue Eigentümer der ehemaligen Tabakfabrik an der Weißeritzstraße. „Der Kauf war eine goldrichtige Entscheidung“, sagt der gebürtige Türke, der seit knapp 20 Jahren im Immobiliengeschäft tätig ist. Bislang konzentrierte sich seine Arbeit auf Berlin und Potsdam. Mit dem Yenidze-Kauf hat er jetzt den Schritt nach Sachsen gewagt. Das markante Gebäude war einfach zu verlockend.

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„Ich konnte anfangs überhaupt nicht glauben, dass so ein Haus in Dresden steht“, sagt Büyükarslan. Bei der Suche nach neuen Immobilien war er auf die zum Kauf ausgeschriebene Yenidze aufmerksam geworden. Der Berliner kam kurz darauf nach Dresden, um sich das Gebäude anzuschauen. „Ich war vor acht Jahren das letzte Mal hier. Meine Schwester lebte damals noch mit ihrem Mann in Dresden“, sagt Büyükarslan. Nach einem weiteren Besuch entschied er sich für den Kauf.

Der Geschäftsführer der Berliner Unternehmensgruppe EB Group kennt sich mit Immobilien aus. Mit 20 Jahren – nach Ausbildungen im Marketing- und Energietechnikbereich – ist er in die Branche eingestiegen. „Ich habe zunächst für verschiedene Firmen gearbeitet und dann den Grundstein für meine eigene gelegt“, so Büyükarslan. „Damals war ich ein Ein-Mann-Unternehmen.“

Mittlerweile arbeiten 160 Angestellte für den neuen Yenidze-Chef. Sie beraten finanziell, sind im Immobilienmanagement tätig und betreuen Fonds. Dieses Angebot entwickelte der in einer südöstlichen Provinz der Türkei geborene Büyükarslan nach und nach. Mit sechs Jahren kam er zusammen mit seiner Familie nach Deutschland, lebt seitdem in Berlin. Seine Leidenschaft für Immobilien entwickelte er während der Schulzeit. „Ich habe damals nebenher auf Baustellen gearbeitet und dort immer beobachtet, was die Leute kreieren und verändern“, sagt Büyükarslan. „Außerdem bin ich oft über den Kurfürstendamm geschlendert und habe mir die Baustellenschilder und die zugehörigen Büros angeschaut.“ Dadurch habe er immer mehr Motivation entwickelt, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Hier arbeiten mittlerweile auch drei seiner Familienmitglieder, die Büyükarslan bereits mit seiner Immobilienleidenschaft angesteckt hat.

Für die Yenidze plant der neue Chef einiges. Zwar soll im Großen und Ganzen alles so bleiben, wie es ist, doch es sind auch einige Bauarbeiten vorgesehen. „Ich habe verschiedene Investitionsziele. Insgesamt sprechen wir über eine Summe im siebenstelligen Bereich“, sagt er. So soll unter anderem endlich die seit der Flut 2002 unsanierte Disko im Erdgeschoss renoviert werden. Auf einem Teil der Fläche plant Büyükarslan eine Ausstellung zur Historie und den verschiedenen Nutzungen der Yenidze. „Hier verbinde ich Hobby und Beruf“, sagt der Unternehmer. Denn er recherchiere gerne die Besonderheiten und Geschichte seiner Objekte.

Doch der türkischstämmige Mann hat auch einige Hobbys fern vom Immobiliengeschäft. „Ich lese gern, mag die Natur und treibe auch viel Sport“, so Büyükarslan. So ist er unter anderem aktiver Golfer. Auch die Elbwiesen und die Sächsische Schweiz haben schon sein Interesse geweckt. „Ich plane, alle 14 Tage nach Dresden zu reisen“, sagt der Firmeninhaber. Denn der Yenidze-Kauf war erst der Anfang. „Ich schaue mich auch nach anderen Objekten in der Stadt um und führe auch schon verschiedene Verhandlungen.“

Seine türkische Herkunft spielt dabei keine Rolle. Die Yenidze habe er nicht wegen ihrer orientalischen Architektur gekauft. „Ich finde auch die Golden Gate Bridge und die Frauenkirche interessant“, sagt Büyükarslan. „Die Yenidze zieht einfach den Blick auf sich. Das hat mich überzeugt.“