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Kamenz statt Ostsee

Jedes Jahr im Sommer fahren die Tänzer von Kamenz can Dance ins Camp nach Greifswald. Wegen Corona ist diesmal alles anders. Aber es gibt eine Alternative.

Er kennt die Schritte: Tom Hökel aus Halle trainierte in dieser Woche mit den Mädchen von Kamenz can Dance im Kamenzer Stadttheater.
Er kennt die Schritte: Tom Hökel aus Halle trainierte in dieser Woche mit den Mädchen von Kamenz can Dance im Kamenzer Stadttheater. © René Plaul

Kamenz. Kleinstadt statt Ostsee, Tagesangebote statt Camp - für die Mädchen und Jungen von Kamenz can Dance ist in diesem Jahr vieles anders. Sie konnten nicht ins traditionelle Camp an die Ostsee fahren, eigentlich ein Höhepunkt im Trainingsjahr. Doch die Verantwortlichen um Mario Steinmetz haben trotzdem eine Lösung gefunden, um die Kindern und Jugendlichen in den Ferien ein alternatives Angebot zu unterbreiten. Das Camp findet eben nun in Kamenz statt.

Vor zehn Jahren hatte der Tanzverein das erste Mal ein Sommercamp veranstaltet, damals noch mit dem Sportverein Tomogara. "Es gab überhaupt viel Unterstützung aus Kamenz", erzählt Mario Steinmetz. Später wurde das Projekt so groß, dass man es an die Ostsee verlegt hat, und zwar nach Greifswald. Da gehörten natürlich auch das Übernachten und ein typisches Camp-Leben dazu. Seit fünf Jahren war das immer der Abschluss für die Tänzer. 

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Mit Corona ist in diesem Jahr alles anders.   "Viele Eltern hatten Bedenken, ob so ein Camp mit Übernachtung überhaupt möglich ist", so Mario Steinmetz. So ganz auf das Sommer-Event wollte der Verein aber auch nicht verzichten. "Wir haben uns überlegt, eine Art Ferienspiele hier in der Lessingstadt anzubieten", erklärt Steinmetz. Es gibt also keine Übernachtung, sondern einzelne Tagesangebote. Im Mittelpunkt steht natürlich das Tanzen, aber es gab auch einen Ausflug in den Saurierpark nach Bautzen oder ins Freibad Walkmühle in Pulsnitz. Und im Kamenzer Skaterpark wurde Beachvolleyball gespielt.

Tanzen nur mit Hygienekonzept

Das klingt alles recht simpel, doch so einfach war es nicht. Der Verein musste, wie alle anderen auch, beim Gesundheitsamt des Landkreises ein Hygienekonzept einreichen. Dazu gehört neben den Abstands- und Hygieneregeln auch, dass sich die Teilnehmer für jeden Tag einzeln anmelden mussten, dass in Gruppen gearbeitet wird und dass nicht immer alle Mitglieder des Vereins bei allen Events mitmachen. 

Von der Stadt Kamenz kam Unterstützung. So wurde das Stadttheater von einer Kulturstätte zur Sportstätte erklärt, damit dort trainiert werden kann. Letztlich genehmigte das Gesundheitsamt das Konzept. "Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns diesbezüglich unterstützt haben", sagt Mario Steinmetz.

Spaß im Walkmühlenbad in Pulsnitz: Die Tänzer von Kamenz can Dance unternahmen am Freitag einen Badeausflug.
Spaß im Walkmühlenbad in Pulsnitz: Die Tänzer von Kamenz can Dance unternahmen am Freitag einen Badeausflug. © Matthias Schumann

So konnte das abgespeckte Camp in dieser Woche starten. Eines ist aber gleich geblieben. Der Verein holt sich für die Übungsstunden bekannte Tanzlehrer oder Schauspieler.  Sie kommen unter anderem aus Berlin, Dresden oder Halle. Ein Trainer ist zum Beispiel Tänzer bei der Berliner Gruppe Seeed. 

Geprobt wird in den unterschiedlichsten Richtungen wie Hip Hop, Hip Hop New Style, Afro Dance oder auch Litefeet - ein ganz neuer Tanzstil. Die Trainer zeigen die Schritte, lassen sie von den Teilnehmern wiederholen und studieren ganze Choreografien ein. "Wichtig ist die Motivation, die von den Lehrern rüberkommt, das Pushen und das Loben", so Mario Steinmetz. Man spürt, dass die jungen Tänzer konzentriert bei der Sache sind, aber auch jede Menge Spaß haben. 

Wieder ein bisschen Normalität

Zwei Übungsstätten hat der Verein während des Camps: den Saal des Stadttheaters und  die eigenen Räume am Bönischplatz. Im Stadttheater können 50 Tänzer trainieren, am Bönischplatz etwa 30. Gearbeitet wird mit sogenannten Abstandspunkten, um die Regeln einzuhalten.

Insgesamt beteiligen sich am Camp etwa 140 Teilnehmer, nicht alle jeden Tag. Das kommt auf die Anmeldungen und die Einhaltung des Hygienekonzeptes an. Aber alle Teilnehmer im Alter von acht bis 24 Jahren sind Mitglieder bei Kamenz can Dance. "Es gibt auch ältere, die haben extra Urlaub genommen, um mit dabei zu sein", so Steinmetz

Für Mario  Steinmetz ist es wichtig, dass für die Kinder und Jugendlichen wieder ein wenig Normalität einkehrt, dass sie Spaß haben und etwas gemeinsam unternehmen können. Es geht um ein Ferienangebot, bei dem sie sich aktiv einbringen und jede Menge erleben können. 

Flashmob am Kamenzer Klostertor

Dass das Konzept aufgeht, beweisen unter anderem Julia Richter, 20 Jahre, aus Biehla und Natalie Juhnke, 13 Jahre, aus Bautzen. Beide sind beim Camp dabei und würden mit nichts anderem tauschen wollen. Julia hat gerade Prüfungen im Studium und macht trotzdem mit. "Das Tanzen ist mein Leben, ich freue mich auf die Chance, mit so tollen Trainern zu üben. Schön, dass sie hier dabei sind", erzählt sie. "Das Gute ist, dass man durch die verschiedenen Trainer immer wieder Neues kennenlernt. Außerdem ist die Motivation viel größer, wenn man in der Gruppe tanzen kann", ergänzt Natalie. "Man wird gepusht, und bekommt ein Feedback", so Julia.   

Ein Höhepunkt das Camps wird ein Flashmob am Kamenzer Klostertor sein, der für kommenden Donnerstag geplant ist, damit die Tänzer die Möglichkeit haben, ihr Können vor Publikum zu zeigen. Gestartet wird der Flashmob um 17 Uhr. "Und wir wollen damit zum Ausdruck bringen, dass Kamenz can Dance noch lebt", so Mario Steinmetz.          

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