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Von der Rückkehr nach Hoyerswerda

Zum Studieren hat Susann Roß Hoyerswerda einst verlassen. Mittlerweile ist sie wieder hier und sehr glücklich damit.

Für Susann Roß gibt es auch im Stadtgebiet viele lauschige Orte, die zum Verweilen einladen.
Für Susann Roß gibt es auch im Stadtgebiet viele lauschige Orte, die zum Verweilen einladen. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Wenn Susann Roß sich an ihre Kindheit und Jugend in Hoyerswerda zurückerinnert, dann sagt sie darüber „Ich fand es sehr schön, und mir hat nichts gefehlt.“ Und auch heute fühlt sie sich hier wohl. Doch die Gründe für die Rückkehr in ihre Heimatstadt nach dem Studium sind vielfältig.Im Jahr 2009 hat Susann Roß am Lessing-Gymnasium ihr Abitur abgelegt. Die vertiefte musikalische Ausbildung hat ihr ermöglicht, Klavierunterricht sowie Stimmbildung und das Fach Chor zu belegen. Regelmäßige Konzerte und Vorspiele gehörten zum Alltag. Auch heute besteht diese Verbindung zur Musik noch, wenn sie im Sinfonischen Orchester Hoyerswerda spielt. Nach dem Schulabschluss folgte ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Caritas in Hoyerswerda. Zunächst war sie in einem Kindertreff tätig. Den beschreibt sie als Einrichtung, die einem Hort ähnelt, aber eben ein offenes Angebot ist. Nach der Schließung dieser Abteilung ging es für Susann Roß in die Kontakt- und Beratungsstelle (KBS). Dort haben unter anderem Menschen Beratung gefunden, die in einer schwierigen Situation sind. „Wir hatten auch mit Menschen zu tun, die keinen Anschluss finden.“ Also wurden zum Beispiel gemeinsame Aktivitäten organisiert. Weil ihr die soziale Arbeit lag, hat sie sich dazu entschlossen, das Studium der Erziehungswissenschaften und Soziologie in Halle (Saale) aufzunehmen. Während dieser Zeit bestand auch immer eine Verbindung zu Hoyerswerda, wie sie bestätigt. Zum einen war es gut möglich, im Laufe eines Tages bei Bedarf an- und abzureisen, und ihre Familie war und ist nach wie vor hier. Doch die Freunde hat es verstreut. „Natürlich waren in Halle viel mehr junge Leute.“ Während dieser Studentenzeit hat Susann Roß durchaus Möglichkeiten und Aktivitäten in Hoyerswerda vermisst.

Nach dem Bachelorabschluss kam das Masterstudium in Görlitz. Auch die Stadt hat Ähnlichkeiten mit Hoyerswerda, aber vor allem ein anderes Flair, beschreibt Susann Roß ihren Eindruck. Im Dezember 2015 hat sie den Studiengang Management Sozialen Wandels abgeschlossen. Danach hat Susann Roß eine Arbeitsstelle gesucht. Bewerbungen gingen unter anderem nach Dresden und bis Jena. Auch der Blick nach Hoyerswerda war da, „aber es war nicht mein erster Wunsch“.

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Die Chance ergriffen

Zu dieser Zeit kamen auch in Hoyerswerda vermehrt Asylsuchende an. Das Asylbewerberheim der Awo hat Verstärkung gesucht. Und dort nahm sie ihre Tätigkeit auf, obwohl sie zunächst Berührungsängste hatte und sich selbst eher in einem anderen Bereich gesehen hat. Doch heute kann Susann Roß rückblickend sagen, dass es „die beste Entscheidung“ war. In dieser Zeit konnte sie sich im Bereich Qualitätsmanagement weiterbilden. Jetzt ist sie mittlerweile in einem anderen Projekt der Awo tätig. Gemeinsam mit einem Kollegen betreut Susann Roß die Jugendwerkstatt „Take Your Chance“.

Dort werden Jugendliche und junge Erwachsene in alltäglichen Belangen und beim Einstieg in die Berufswelt unterstützt. Für Außenstehende würde Susann Roß Hoyerswerda „als kleine hübsche Stadt“ beschreiben. Die Merkmale der Planstadt faszinierten vor Jahren eine Kommilitonin von ihr, ebenso wie die Präsenz der sorbischen Kultur. Für sie selbstverständlich, aber für Fremde bemerkenswerte Aspekte. So sieht sie die Figur Krabat und das Seenland definitiv als Aushängeschilder. Zunächst wuchs sie in der Neustadt auf und hatte ihren Kindergarten – völlig selbstverständlich – quasi vor der Tür. Seit dem Umzug in die Altstadt identifiziert sie sich doch mehr mit diesem Teil der Stadt. Einige Freunde hatte sie dann von der Grundschule bis zum Gymnasium. Ehemalige Mitschüler trifft sie heute vor allem an, wenn diese Freunde hier ihre Familien besuchen. Doch Susann Roß beobachtet auch, dass einige zurückkommen. Der Trend zur Rückkehr ist da. Auch das anhaltende Interessen an Bauflächen empfindet sie als „nette Sache“ und sieht Chancen für junge Familien.

Seit ihrer Kindheit ist der Garten der Großeltern in Maukendorf ein Rückzugsort für sie. Schon als ihre Mutter Kind war, hat sich die Familie dorthin zurückgezogen. Da kann sie genießen und abschalten. Auch das Elternhaus ihres Lebensgefährten in Kotten schätzt Susann Roß. Perspektivisch kann sie sich vorstellen, außerhalb der Stadt zu leben, aber dann doch „nicht so ab vom Schuss“. Optimal wäre es, die Struktur der Stadt nutzen zu können, aber die Ruhe des Landes zu haben. Und ihrer Meinung nach gibt das die dörfliche Umgebung der Stadt her. Denn alle Ortsteile haben ihren ganz eigenen Charme.

Gute Wünsche

Gerade entdeckt sie wieder das Radfahren und erfreut sich dabei an der Weitläufigkeit des Umlands. Und auch andere Möglichkeiten bieten sich an. Von Wandern im Elbsandsteingebirge, über Paddeln im Spreewald, bis hin zum Skifahren in Tschechien, ist so vieles in erreichbarer Nähe. Auch Großstädte sind nicht weit entfernt. Darin sieht sie große Vorteile der Stadt und ihrer Lage. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass die Stadt ihr Potenzial erkennt und nutzt. Denn so kann Hoyerswerda „ganz groß rauskommen“. Bloß nicht den Wandel verschlafen, empfiehlt sie.

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