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Von Eseln, Fröschen und Prinzessinnen

Der Jonsdorfer Henry Förster hat sein erstes Kinderbuch herausgebracht. Es ist jedoch nicht sein Einziges.

© Matthias Weber

Von Elke Schmidt

Jonsdorf. Die Geschichten handeln von sprechenden Tieren, Prinzessinnen und fliegenden Opas. Da könnte man fast denken, das erste Kinderbuch von Henry Förster ist ein Märchenbuch.

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Das stimmt aber nicht. Alle seine Geschichten basieren auf eigenen Erlebnissen. Zum Beispiel entstand die Idee für die Titelgeschichte „Der fliegende Opa“ bei einem Bummel über den Neugersdorfer Jacobimarkt. Obwohl eigentlich kein passionierter Karussellfahrer, versuchte er es an diesem Tag doch. Dabei stellte er fest, dass es doch noch viel schöner wäre, mit den Enkelkindern zu fahren. Diese Geschichte schrieb er auf und schickte sie an seine damals vierjährige Enkelin Luise. Die war so begeistert, dass sie mehr hören wollte. Also dachte sich der Jonsdorfer immer neue Geschichten aus und beschloss bei der sechsten, daraus ein Buch zu machen.

Sein erstes Buch war das aber nicht. Als seine Mutter ihren 80. Geburtstag feierte, stand er vor der Frage, was man einer so alten Dame schenken könnte. Und kam auf die Idee, Erlebnisse aus seiner Kindheit aufzuschreiben. Seine Familie war begeistert. Vor allem sein Bruder ermutigte ihn, damit weiterzumachen. Es entwickelte sich eine kleine Tradition und jedes Jahr im Advent las er im Familienkreis eine neue mit Spannung erwartete Geschichte vor.

Später entstand aus diesen Geschichten sein erstes Buch „Der Duft von Apfelkuchen“, das er noch in Eigenregie herausbrachte. Die Auflage betrug 50 Stück und ist inzwischen so gut wie vergriffen. Ein Buch selber zu verlegen sei jedoch sehr aufwendig, sagt Henry Förster. Da das Schreiben für den Vermögensberater jedoch nur ein Hobby ist, suchte und fand er bei seinem Zweiten mit den Grafischen Werkstätten in Zittau einen Verlag, der ihn sehr unterstützt hat.

Überhaupt hat er bei seinen Buchprojekten viel Hilfe, vor allem aus seiner Familie. Sie sind Kritiker und Mutmacher in einer Person, liefern ihm Ideen, lesen Korrektur und malen die passenden Bilder. Für „Den Duft von Apfelkuchen“übernahm das eine seiner Töchter und für das Kinderbuch übernahm Stiefschwester Margret diese Aufgabe. Sogar professionelle Hilfe von der Autorin Martina Rellin hat er bekommen. Sie gab ihm sehr nützliche Tipps zum Schreibhandwerk, sagt er. Da gäbe es eine Menge zu beachten. Zum Beispiel sei es ein Unterschied, ob man etwas für Kinder oder für Erwachsene erzählt. Wenn man zum Beispiel beschreibt, wie man von A nach B kommt, reichen für Erwachsene Entfernungen oder reine Zeitangaben wie neun Stunden. Darunter können sich Kinder aber nichts vorstellen. Für sie sollte man das so sagen: Wir fahren nach dem Frühstück los und sind zum Abendbrot da. „Darauf muss man sich einstellen“, sagt Henry Förster. Zumindest für ihn ist es nicht ganz einfach, umzuschalten. Deshalb schreibt er Texte für Kinder nie am selben Tag wie die für Erwachsene.

Dass seine Geschichten aber durchaus kindertauglich sind, bestätigen ihm nicht nur seine sechs Enkel. Er hat auch schon einige in einer Schulklasse vorgelesen. Die Resonanz war beeindruckend, sagt er. Obendrein hatten die Kinder sogar Verbesserungsvorschläge. Sie fanden den Namen des Frosches in der Prinzessin-Geschichte nicht so toll und suchten daher gemeinsam einen neuen. Also heißt der Frosch jetzt Karli statt wie ursprünglich vorgesehen Hubert. Inzwischen erfanden sogar zwei Jungs aus dieser Klasse selbst eine Geschichte. Henry Förster freut sich sehr darüber und will dort auf jeden Fall wieder vorlesen. Ganz andere Zuhörer haben seine Geschichten dagegen im Altenpflegeheim „Bethlehemstift“ in Eichgraben. Dort werden sie den Bewohnern vorgelesen, weil sie die Senioren an ihre Kindheit erinnern. Für Henry Förster ist die gute Resonanz Ansporn, weiterzumachen. Er schreibt schon an einem dritten Buch. Darin geht es um die 80-er Jahre. Er hat sich vorgenommen, dass es bis zum Jahresende fertig ist und sein nächstes Kinderbuch steht auf der To-Do-Liste. Aber auch wenn ihm das Schreiben wirklich Spaß macht, wird es dennoch immer nur ein Hobby bleiben. Seinen Job als Vermögensberater wird er dafür nicht aufgeben, sagt er. Dafür liebt er ihn zu sehr.

Buch „Der fliegende Opa“, Preis: 7,80 Euro, Verkauf: Tourist-Info u. Schmetterlingshaus Jonsdorf, Buchhandlung Fiedler Neugersdorf, Grafische Werkstätten Zittau, Amazon