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Von Görlitz in die weite Welt

Als gebürtiger Berliner hat sich Marc Werth schnell in Görlitz eingelebt und schätzt die kurzen Wege. „Man kann die Stadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Ich bin in Görlitz fast nur mit dem Rad unterwegs“, sagt er.

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Als gebürtiger Berliner hat sich Marc Werth schnell in Görlitz eingelebt und schätzt die kurzen Wege. „Man kann die Stadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Ich bin in Görlitz fast nur mit dem Rad unterwegs“, sagt er. Von der Wohnung in der Innenstadt bis zur Arbeit am Untermarkt braucht er nur fünf Minuten. Kein Vergleich zu den oft langen Wegen zur Arbeit oder zur Uni, die in Berlin trotz vieler Busse und Bahnen eine Stunde pro Strecke dauern können.

Durch einen Zufall kam der 24-Jährige vor fünf Jahren nach Görlitz. „Ich wollte gern Sport-, Veranstaltungs- und Marketing-Management studieren. Wo, war mir egal“, sagt er. Die Stadtverwaltung Görlitz hatte eine Stelle für ein duales Studium ausgeschrieben. Lehre in der Neißestadt und Studium an der Berufsakademie in Riesa.

Marc Werth bekam die Stelle. Den Umzug von Berlin nach Sachsen bereute er nicht: „Es ist ruhig hier. Schön ruhig. Manchmal ist das ganz angenehm. Dadurch war die Ablenkung beim Studium nicht so groß.“ Nach drei Jahren hatte er es als Diplom-Betriebswirt abgeschlossen und arbeitet seitdem in der Kulturverwaltung der Stadt.

Kultur und Sport gehören auch zu seinen Hobbys, denen er in der Stadt und Umgebung nachgeht. „Görlitz ist eine wirklich schöne Stadt. Es gibt viele Veranstaltungen und Aktionen, die wunderbar sind und ein größeres Publikum verdient haben“, so der 24-Jährige. Dazu zählt er die Jazztage im Mai, das Projekt Haus und Hof oder die Wächterhäuser in der Stadt mit ihren Projekten zur Zwischennutzung sanierungsbedürftiger Häuser. Görlitz biete viele kulturelle Termine, allerdings sei es an manchen Wochenenden zu viel des Guten. „Dann nehmen sich die Veranstaltungen gegenseitig das Publikum weg“, sagt er.

Als Single ist er viel unterwegs, besucht Freunde in Riga, Krakau oder ganz Deutschland. Oder er pendelt am Wochenende nach Berlin, wo seine Familie und viele Freunde wohnen. Ist er am Wochenende in Görlitz, hört er Live-Musik im Café Flüsterbogen, schaut Filme im Offkino, besucht die Kulturinsel Einsiedel oder fährt im Winter mit Freunden ins Riesengebirge und schnallt die Abfahrtsski unter die Schuhe.

„Man ist hier schnell draußen in der Natur. Das ist toll“, schwärmt der Neu-Görlitzer. Nur ein Freibad fehlt ihm. Gerade jetzt, wo das Thermometer fast täglich über 30 Grad klettert. „Das vermisse ich in Görlitz. In Berlin ist man eine Viertelstunde unterwegs und hat alles: Freibad, Badesee, aber auch eine größere Auswahl an Sportvereinen“, so Werth.

Er rennt auch bei Volksläufen mit oder bereitet solche Wettkämpfe vor, zum Beispiel die Panoramatour Sächsische Schweiz im Juni. Bei Veranstaltungen die Abläufe zu organisieren ist seine Leidenschaft, der er so oft es geht nachkommt. Beim AC/DC-Konzert in Dresden mit 72000 Fans machte er vor drei Wochen als Helfer mit. In dieser Woche packt er bei der Fußball-WM der Nachwuchsfußballerinnen in Dresden mit an und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Im Mai war er als freiwilliger Helfer beim Fußball-Pokalfinale in Berlin. „Es macht mir Spaß, bei Großveranstaltungen dabei zu sein, anderen Leuten zu helfen und Service zu leben“, so Marc Werth. Das mag er auch an der Nachbarstadt Zgorzelec. „Es ist gemütlich, dort zu essen, der Service stimmt, die Leute sind superfreundlich und zudem ist es dort günstiger, etwas zu trinken.“

Dies ist der zweite Teil der Serie, mit der die SZ Neubürger in der Stadt vorstellt. Egal, ob diese seit langem oder kurzem in Görlitz leben, ob sie Deutsche oder Ausländer sind, sie werden in den Beiträgen ihre Sichten auf die Stadt darlegen können.