merken
PLUS

Von Hasen und Eiern

Warum die Pyramide nicht nur zu Weihnachten Saison hat und für die Kamelie trotz Saisonende noch Werbung gemacht wird.

Von Siggi Grohmann

Ostern ist vorbei, die Hasen haben wieder ihre Ruhe. Es gibt ja auch in Mittelsachsen immer weniger davon. Bei Meister Lampe geht, statistisch gesehen, langsam das Licht aus – allerdings nur bei dem in natürlicher Form. Aus Schokolade oder Holzfigur nimmt die Population der Osterhasen dagegen zu. Inzwischen gibt es sogar Osterpyramiden, wie im Garten einer Familie in Brand-Erbisdorf zu sehen ist. Dort hat man einfach die Weihnachts- zur Ganzjahrespyramide umfunktioniert. Statt weihnachtlicher Figuren drehen dort jetzt Osterhasen ihre Runden. Dass die Pyramide zu Pfingsten von Ochsen angetrieben wird, stimmt allerdings nicht.

Anzeige
Wundermittel Bewegung
Wundermittel Bewegung

Zu langes Sitzen erhöht das Risiko für Bluthochdruck. Bewegen und dabei sparen. Um mehr zu erfahren klicken Sie hier:

Was der Wahrheit entspricht, ist der Umstand, dass es neben den Hasen auch immer weniger weiße Eier gibt. Braune gibt es genug, aber die sind zum österlichen Anmalen weniger geeignet. Mit dem Pinsel wurde zu Ostern also weniger gearbeitet. Wahrscheinlich hat man deshalb das Thema „Farbe“ zum Mittelpunkt des Tages des offenen Denkmals im September gemacht.

Aber das Osterfest besteht nicht nur aus den Ostereiern, die vom Osterhasen gebracht werden. Man konnte in Mittelsachsen auch selbst aktiv werden und durch die Natur hoppeln – nein, natürlich wandern. Viele Vereine boten über die Feiertage Touren an. In Hetzdorf bei Freiberg startete man die österliche Tour an der Reha-Klinik am Tharandter Wald. Dass einer der Wanderer hinterher wieder dorthin musste, weil er sich einen Wolf gelaufen hat, ist aber nur ein Gerücht.

Osterfeuer haben in verschiedenen Orten gebrannt, natürlich auch – schon vom Namen her ging es gar nicht anders – in Holzhau. Auch in Mittelsachsens Kreisstadt wurde den Osterausflüglern am Freibergsdorfer Hammer beim Schauschmieden warm.

Der Hammer an sich war aber die vom FDP-geführten sächsischen Verkehrsministerium vor Ostern an alle Haushalte verschickte Landkarte „Vorfahrt Sachsen“. Auf der Rückseite wurden die sächsischen Landkreise vorgestellt. Für Mittelsachsen hatte man sich mal nicht für die Kreisstadt Freiberg, sondern für Roßwein aus Aushängeschild entschieden. So weit, so gut. Aber dass Minister Morlock so kurz vor Ostern ausgerechnet für die Roßweiner Kamelie Werbung machte, ist schon ein dickes Ei. Nun ist es nicht so, dass das Kamelienhaus keine Werbung vertragen könnte, nur wurde es wenige Tage vor dem Erscheinen der Karte geschlossen. Die Saison ist vorüber, die nächste beginnt erst 2015.

Dann hat vermutlich auch der Minister Gelegenheit, nach Roßwein zu fahren und die sehenswerte Kamelie persönlich in Augenschein zu nehmen. Zeit dafür hätte er vermutlich, denn Minister ist er dann wohl nicht mehr. Wenn man den Umfragen glaubt, geht nach der Wahl für die Liberalen im sächsischen Landtag wie eben auch bei Meister Lampe das Licht aus.