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Von klein auf mit der Firma vertraut

Metallbau Schubert in Markersdorf bleibt in Familienhand. Beide Kinder haben die Geschäftsführung von ihrem Vater übernommen.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Von Anja Gail

Der Garten ruft

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Markersdorf. Für Reiner Schubert, der 1990 seinen Metallbaubetrieb in Girbigsdorf gegründet und 1994 in das Gewerbegebiet in Markersdorf verlagert hat, bestand langfristig der Wunsch, die Firmenleitung in der Familie zu belassen. Zum Jahresanfang hat der 66-Jährige diese Aufgabe in die Hände seiner beiden Kinder, Kerstin Thun und Dirk Schubert, gegeben. Beide führen das Unternehmen als gleichberechtigte Geschäftsführer und Gesellschafter fort.

„Wir sind unserem Vater sehr dankbar dafür, dass er uns sein Lebenswerk anvertraut, das er aufgebaut hat“, sagt Kerstin Thun. Daran sei gleichzeitig eine große Verantwortung geknüpft, besonders auch für die Menschen, die bei Metallbau Schubert in Lohn und Brot stehen.

Eine gute glückliche Fügung ist der Übergang innerhalb der eigenen Familie auf jeden Fall. „Was damit auf uns zukommt, das haben wir über viele Jahre miterlebt“, sagt Dirk Schubert. Sie sind in der Familie mit dem Unternehmen und der Arbeit ihres Vaters groß geworden, haben die Verpflichtungen, die sich daraus ergeben, täglich miterlebt. „Wir haben darüber vollkommen unabhängig voneinander und frei entschieden“, sagt der 37-Jährige.

Die Firmenleitung gemeinsam zu übernehmen, konnten sich beide dabei gut vorstellen. Zumal sie davon ausgehen, dass sich damit auch die Belastungen besser verteilen lassen. Es gibt eine klare Aufgabentrennung und Abstimmung bei allen wichtigen Entscheidungen. Ihr Vater reagiere nur, wenn er um Rat gefragt werde und halte sich ansonsten aus den Entscheidungen seiner Kinder vollkommen raus. Kerstin Thun und Dirk Schubert arbeiten selbst schon seit etlichen Jahren im Familienunternehmen in Markersdorf. Für den 37-Jährigen stand bereits vor dem Abitur Ende der 1990er Jahre fest, dass er in den Betrieb des Vaters mit einsteigen will. Er studierte Stahl- und Metallbau, war erst in anderen Firmen und im Ausland tätig und kehrte dann nach Hause zurück, um hier zu arbeiten und mit seiner Frau und den beiden Kindern zu leben. Im Betrieb übernahm er den Bereich Metallbau. Jetzt ist er als Geschäftsführer vor allem für die technischen Belange zuständig.

Kerstin Thun wollte erst einmal ihren eigenen Weg gehen. Sie studierte Bauingenieurwesen, lernte beim Studium ihren Mann, einen Österreicher, kennen und lebte mit ihm in Wien. Ihre erste Tochter wurde dort geboren. 2007 fiel die Entscheidung für den Einstieg in die väterliche Firma. Vor zehn Jahren zog die Familie in die Oberlausitz. Zwei Kinder sind noch dazugekommen. Im Unternehmen konzentriert sich die 39-Jährige vor allem auf den kaufmännischen Bereich samt Personalangelegenheiten. 152 Mitarbeiter sind heute bei Metallbau Schubert beschäftigt, darunter 15 Auszubildende. Viele der Beschäftigten leben in der Gemeinde Markersdorf oder in anderen Orten in Ostsachsen. Für dieses Jahr, wie auch in den vergangenen Jahren, werden junge Leute gesucht, die eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker, Bauklempner und Anlagenmechaniker im Bereich Heizung/Lüftung/Sanitär durchlaufen möchten. Neben dem Stahl- und dem Metallbau ist die Haustechnik das dritte große Standbein des mittelständischen Unternehmens. Der Standort und die Produktion wurden so wie beim Schöpstal Maschinenbau im Laufe der Jahre erweitert und auf neue Geschäftsfelder ausgerichtet. Produziert wird für Kunden in Deutschland und europaweit.

Was die Maschinen- und Metallbauer in Markersdorf betrifft, so gibt es dabei noch eine schöne Parallele, sagt Kerstin Thun. So wie ihr Vater einst mit Dr. Knut Scheibe gemeinsam die Schulbank gedrückt habe, sei sie mit Holger Urban, der nun die Geschäfte von Schöpstal Maschinenbau führt, in eine Klasse gegangen.

Kerstin Thun ist sich sicher, dass sich ein Firmenchef, der aus der Region kommt, auch der Verantwortung bewusst ist, die er für die Beschäftigten und für sein Unternehmen trägt. Diese Art der Verbundenheit werde geschätzt und kann gegenüber einem Investor aus der Fremde, der einen Betrieb übernimmt, von Vorteil sein.

Ob es dabei gut oder schlecht sei, dass sie und ihr Bruder auch vielen Firmenmitarbeitern von klein auf bekannt sind, darüber machten sie sich kaum Gedanken. Denn Vertrautheit schafft eine gute Basis und ihre Erfahrungen haben sich beide durch ihre eigene berufliche Entwicklung erarbeitet. Auch Reiner Schubert weiß nur zu genau, dass er seine Kinder vor eine große Herausforderung stellt: Das Fortführen eines Betriebes gestalte sich meist schwerer als der Aufbau, sagt er.