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Von Leben und Verlust

Im Kamenzer Sakralmuseum öffnet eine besondere Ausstellung. Die Bildhauerin Susan Donath gibt Einblicke in ihre Sicht auf Tod, Abschied und Neubeginn.

© PR

Kamenz. Was bleibt, wenn Menschen sterben? Wenn Heimat fehlt, Traditionen nicht mehr tragen, Erinnerungen verblassen? Verlusterfahrungen sind ein elementarer Bestandteil der menschlichen Existenz. Ab dem 17. April ist im Kamenzer Sakralmuseum eine Sonderausstellung zu diesem Thema zu sehen. Unter dem Thema „Verlust“ gibt Susan Donath einen Einblick in ihre Arbeit. Zusätzlich sind mehrere Begleitveranstaltungen geplant.

Die in Thüringen geborene und heute in Dresden lebende Bildhauerin und Konzeptkünstlerin beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Sepulkralkultur, Erinnerungskunst und Bildern, die sich dem Sterben und Vergessen widmen. 2015 erhielt sie für ihr Schaffen die Anerkennung des Internationalen Lucas-Cranach-Preises der Stiftung Christliche Kunst. Gezeigt wurden ihre Arbeiten unter anderem in der Gedenkstätte Buchenwald, in Ústí nad Labem sowie im Albertinum in Dresden.

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Mit ihren Themengebieten fügen sich Donaths Arbeiten sehr eng in den Kontext des Sakralmuseums; rücken dessen Kunstwerke aus der Zeit zwischen 1400 und 1850 doch vielfach selbst das Sterben und Erinnern in den Mittelpunkt.

„Susan Donath bezieht sich mit ihrer Ausstellung auf die besondere sakrale Tradition des Sakralmuseums und formt neue, zeitgenössische Interventionen für den gotischen Kirchenraum. Eine wichtige Rolle spielen dabei Totenkronen, die von der Künstlerin mit Verweis auf die Blumenkronen in der Kamenzer St.-Just Kirche und im Sakralmuseum neu geschaffen und interpretiert werden“, so Dr. Sören Fischer, der Kurator der Sonderausstellung.

Die Aktualisierung christlicher Totenrituale des 18. und 19. Jahrhunderts sowie die performative Annäherung an diese hinterfragt im Kontext des säkularen Zeitalters den heutigen Umgang mit Sterben, Tod und christlichen Werten. Erweitert wird die konzeptuelle Position von Donath durch korrespondierende Werke – kostbare Druckgrafiken, Ölbilder und Fotografien – von den Alten Meistern Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä. und Agostino Carracci sowie von Gegenwartskünstlerinnen wie Georg Baselitz, Anja Bohnhof, Thomas Kläber, Jürgen Matschie, Johanna Rüggen und Karen Weinert. Sie werden in der Galerie des Sakralmuseums und in der Klosterkirche schlaglichtartig verschiedene Erscheinungsformen des Verlustes vor Augen führen und deren Aktualität herausarbeiten. Welche gesellschaftliche Relevanz etwa hat heute noch eine Renaissance-Druckgrafik mit der Darstellung der biblischen Flucht nach Ägypten?

Vernissage: 17. April, 19 Uhr in der Galerie des Kamenzer Sakralmuseums